Vier Tage nach einem schweren Erdbeben in Kolumbien, das den Westen des Landes erschütterte, hat Präsident Abelardo De la Espriella den wirtschaftlichen Notstand ausgerufen. Das Beben der Stärke 7,4 hat laut Regierungsangaben mindestens 265 Menschen das Leben gekostet, mehr als 4.000 werden auf von Bürgern geführten Listen als vermisst geführt, mindestens 3.500 wurden verletzt.
Was geschah beim Erdbeben in Kolumbien?
Das Beben ereignete sich am Montag, dem 10. August 2026, mit Epizentrum nahe San José del Palmar im Departamento Chocó. Der USGS registrierte eine Magnitude von 7,4 und stufte es als schweres flaches Erdbeben ein. Die Erdbebenschäden in der Region Chocó sind verheerend: Häuser, Krankenhäuser und Schulen wurden in mehreren Gemeinden zerstört.
Rettungskräfte suchen weiter in den Trümmern in Städten wie Cali und Pereira, wo mehrere Gebäude einstürzten. „Die nächsten 20 Stunden sind entscheidend, um Überlebende zu finden. Jede Minute zählt“, sagte der Bürgermeister von Cali, Alejandro Eder, am Dienstagnachmittag, als Teams weiter Lebenszeichen meldeten.
Wirtschaftlicher Notstand ausgerufen
Präsident De la Espriella, der erst am vergangenen Freitag vereidigt wurde, verkündete den wirtschaftlichen Notstand in einer Fernsehansprache. „Wir senden ein klares Signal und reagieren auf die Bedürfnisse der Opfer“, sagte er. Die Maßnahme setzt Mittel frei, um Wohnungen, Krankenhäuser und Schulen schnell zu reparieren.
Zehntausende Familien seien betroffen, so der Präsident, und in öffentlichen Räumen wurden Notunterkünfte eingerichtet. Die Erklärung folgt auf eine ähnliche Katastrophenhilfe im benachbarten Venezuela, wo Erdbeben im Juni mehr als 6.300 Menschen töteten.
Kontroverse um internationale Hilfe
Die anfängliche Zurückhaltung Kolumbiens, internationale Hilfe anzunehmen, löste Kritik aus. Dem ultrarechten Präsidenten wurde vorgeworfen, nur Hilfe aus ideologisch nahestehenden Ländern zu akzeptieren. Seine Regierung bestreitet dies. Die USA haben inzwischen Rettungskräfte entsandt – viele davon waren kürzlich in Venezuela im Einsatz – und 15 Millionen Dollar für den Wiederaufbau zugesagt.
Mexiko hat zwei Militärflugzeuge mit haltbaren Lebensmitteln geschickt, und El Salvador hat ähnliche Unterstützung angeboten. Die Debatte über internationale Hilfe für Kolumbien ist zu einem Brennpunkt geworden, da Oppositionspolitiker fragen, warum spezialisierte Rettungsteams nicht früher angefordert wurden.
Hilfsbeiträge auf einen Blick
- USA: Rettungskräfte und 15 Millionen Dollar Wiederaufbaumittel
- Mexiko: Zwei Militärflugzeuge mit haltbaren Lebensmitteln
- El Salvador: Humanitäre Hilfsgüter angeboten
- Benefizkonzert: Marc Anthony, Luis Fonsi und Chayanne treten am Sonntag in Miami auf
Wie geht es weiter?
Aufgrund des Friedensabkommens von 2016 zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla waren bereits viele Hilfsorganisationen in der betroffenen Region tätig. Die vollständige Bewertung des Katastrophenausmaßes bleibt jedoch in Teilen von Chocó schwierig, einem von schwer zugänglichem Dschungel bedeckten Departamento. Die Regierung spricht von Hunderten Vermissten, während Bürgerlisten die Zahl auf über 4.000 beziffern.
Die Zahl der Todesopfer dürfte weiter steigen, während die Such- und Rettungsaktionen fortgesetzt werden. Die Erklärung des wirtschaftlichen Notstands ermöglicht eine schnellere Zuweisung von Ressourcen, aber die langfristige Erholung für Überlebende des Erdbebens in Kolumbien wird Jahre dauern.
Häufig gestellte Fragen
Wie stark war das Erdbeben in Kolumbien?
Das Erdbeben hatte laut USGS eine Magnitude von 7,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala.
Wo lag das Epizentrum?
Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im westlichen Departamento Chocó in Kolumbien.
Wie viele Menschen starben bei dem Erdbeben in Kolumbien?
Mindestens 265 Menschen sind bestätigt tot, mehr als 4.000 werden vermisst.
Warum lehnte Kolumbien internationale Hilfe zunächst ab?
Der Regierung wurde vorgeworfen, nur Hilfe aus ideologisch nahestehenden Ländern zu akzeptieren, aber Beamte bestritten dies und nahmen später US-amerikanische und regionale Hilfe an.
Wie kann ich den Erdbebenopfern in Kolumbien helfen?
Seriöse Organisationen wie das Rote Kreuz und lokale kolumbianische Wohltätigkeitsorganisationen nehmen Spenden für die Hilfsmaßnahmen entgegen.
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