Kanada stärkt Bande zu China: 'Berechenbarer als die USA'

Kanada und China setzen ihre Beziehungen mit einem umfassenden Handelsabkommen neu, während Premierminister Carney die Partnerschaft als 'berechenbarer als mit den USA' bezeichnet, angesichts der Spannungen mit Trump.

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Kanada und China setzen Beziehungen mit großem Handelsabkommen neu

In einer bedeutenden diplomatischen Verschiebung haben der kanadische Premierminister Mark Carney und der chinesische Führer Xi Jinping einen wichtigen Neustart der bilateralen Beziehungen während Carneys zweitägigem Besuch in Peking angekündigt. Das Abkommen markiert eine strategische Wende für Kanada, während es seine Handelspartner angesichts eskalierender Spannungen mit seinem südlichen Nachbarn, den Vereinigten Staaten, zu diversifizieren versucht.

Eine 'Berechenbarere' Partnerschaft

Premierminister Carney machte Schlagzeilen, als er die Beziehung Kanadas zu China als 'berechenbarer als mit den USA' bei einer Pressekonferenz mit mitreisenden Journalisten beschrieb. 'Ich schätze es, dass ich in meinen Gesprächen mit chinesischen Führungskräften weiß, worüber wir uns einigen können – und wo die Meinungsverschiedenheiten liegen,' erklärte Carney. 'Diese Art von ehrlichem und konsequentem Dialog führt zu einer berechenbareren und effektiveren Beziehung.'

Diese Bemerkungen werden weithin als versteckte Kritik an US-Präsident Donald Trump interpretiert, der etwa ein Jahr lang angedeutet hat, dass Kanada von den Vereinigten Staaten annektiert werden sollte. Trump hat Handelssanktionen verhängt, um dieses Ziel zu erreichen, was erhebliche Wut und Angst unter Kanadiern ausgelöst hat.

Wesentliche Handelszugeständnisse

Der Mittelpunkt der neuen Vereinbarung umfasst erhebliche Zollsenkungen auf beiden Seiten. Kanada wird seinen 100%igen Zoll auf chinesische Elektroautos abschaffen, was bis zu 49.000 E-Fahrzeugen den Zugang zum kanadischen Markt zu einem reduzierten Zollsatz von 6,1% ermöglicht. Im Gegenzug wird China die Zölle auf kanadischen Raps von etwa 85% auf 15% bis zum 1. März 2026 senken und Zölle auf kanadisches Rapsschrot, Hummer, Krabben und Erbsen von März bis zum Jahresende abschaffen.

'Es waren zwei produktive Tage,' bemerkte Carney nach den Treffen. Vor seiner Abreise nach China hatte der Premierminister erklärt, dass sein Hauptziel sei, Kanada weniger abhängig von den Vereinigten Staaten, seinem Nachbarland und wichtigsten Handelspartner, zu machen, 'in einer Zeit globaler Handelschaos.'

Historischer Kontext und diplomatischer Neustart

Die Beziehung zwischen Kanada und China hatte sich unter dem ehemaligen Premierminister Justin Trudeau erheblich verschlechtert. Die beiden Länder verhängten erhebliche Einfuhrzölle auf die Exportprodukte des jeweils anderen und nahmen Bürger des anderen Landes fest. Während Trumps erster Amtszeit nahm Kanada die Huawei-CFO Meng Wanzhou unter dem Verdacht der Verletzung amerikanischer Embargos gegen Iran fest, was eine diplomatische Krise auslöste, die Jahre dauerte.

Der liberale Ex-Banker Carney gewann letztes Jahr Wahlen teilweise aufgrund seines Versprechens, sich entschieden gegen Trump zu stellen. Sein aktueller Besuch stellt einen kalkulierten Versuch dar, die Bande zu China zu verbessern, während er komplexe globale Handelsdynamiken navigiert.

Strategische Implikationen

Carney betonte, dass, obwohl die kanadischen Bindungen zu den Vereinigten Staaten 'viel vielschichtiger, tiefer und breiter als die mit China sind,' die aktuelle geopolitische Landschaft Diversifizierung notwendig macht. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat Trump Handelsbarrieren mit praktisch jedem Land der Welt unter dem Banner von 'America First' errichtet.

Das Abkommen kommt, während das Kanada-USA-Mexiko-Abkommen (CUSMA) 2026 eine obligatorische Überprüfung durchläuft, wobei Trump den Deal als 'Übergang' bezeichnet und andeutet, dass er ihn auslaufen lassen könnte. Kanada bereitet sich auf Verhandlungen mit hohem Einsatz vor, während es aktiv daran arbeitet, alternative Handelsbeziehungen zu stärken.

Dieser diplomatische Neustart stellt einen pragmatischen Ansatz Kanadas dar, eine zunehmend komplexere globale Handelsumgebung zu navigieren, wobei historische Allianzen mit aufkommenden wirtschaftlichen Realitäten in Einklang gebracht werden.

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