USA-EU-Plan: Kann der Westen Chinas Seltene-Erden-Monopol brechen?

Der USA-EU-Plan für kritische Mineralien zielt auf Chinas 90% Kontrolle bei Seltenen Erden. Mit FORGE, Project Vault und Preisuntergrenzen – kann der Westen bis 2030 Autonomie erreichen?

USA-EU-Plan: Kann der Westen Chinas Seltene-Erden-Monopol brechen?
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Am 24. April 2026 unterzeichneten US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer und EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič den Aktionsplan für kritische Mineralien zwischen den USA und der EU in Washington, D.C. Ziel ist es, Chinas Kontrolle über Seltene-Erden-Lieferketten zu brechen. Mit über 30 Milliarden Dollar und dem FORGE-Rahmenwerk mit 54 Nationen soll Chinas geschätzte 90% Kontrolle über die weltweite Verarbeitung seltener Erden angegangen werden. Die Frage bleibt, ob der Westen bis 2030 eine sinnvolle Autonomie erreichen kann.

Was ist der USA-EU-Aktionsplan für kritische Mineralien?

Der Plan ist ein verbindlicher Rahmen zur Koordinierung der Handelspolitik für kritische Mineralien. Er zielt darauf ab, eine plurilaterale Handelsinitiative mit gleichgesinnten Partnern zu entwickeln, einschließlich Preisuntergrenzen für Kobalt (25,20 $/lb) und Lithium (15.200 $/Tonne) sowie strategische Reserven.

FORGE: Ersatz für die Minerals Security Partnership

Am 4. Februar 2026 kündigte Außenminister Rubio FORGE (Forum on Resource Geostrategic Engagement) als Nachfolger der MSP an. Unter Vorsitz Südkoreas bringt FORGE 54 Nationen zusammen, um einen breiteren Handels- und Investitionsraum mit koordinierten Politiken zu schaffen, einschließlich Preisuntergrenzen. Das FORGE-Rahmenwerk für kritische Mineralien zielt darauf ab, ein alternatives Ökosystem zu Chinas integrierter Lieferkette aufzubauen.

Project Vault: Eine strategische Reserve von 12 Milliarden Dollar

Project Vault ist eine von Präsident Trump im Februar 2026 angekündigte strategische Reserve. Die Export-Import-Bank genehmigte einen Kredit von bis zu 12 Milliarden Dollar zur Lagerung von Rohstoffen wie Seltenen Erden, Lithium, Kobalt und Graphit. Partner sind unter anderem Clarios, GE Vernova, Western Digital und Boeing.

11 neue bilaterale Abkommen

Im Februar 2026 unterzeichneten die USA 11 neue bilaterale Rahmenwerke mit Ländern wie Argentinien, Marokko, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Abkommen sollen die Beschaffung von China wegdiversifizieren. Allerdings fehlt es vielen Partnerländern an eigener Verarbeitungskapazität, was neue Abhängigkeiten schaffen könnte. Die bilaterale Abkommen zu kritischen Mineralien 2025-2026 stehen vor Herausforderungen.

Chinas 15. Fünfjahresplan: Verstärkung der Dominanz

Chinas 15. Fünfjahresplan (2026-2030) priorisiert die globale Führung bei Seltenen Erden. Seit 2025 gelten Exportkontrollen für 12 von 17 Seltene-Erden-Elementen. Die Lizenzgenehmigungsrate für europäische Firmen liegt unter 25%, was Preissprünge von bis zum Sechsfachen auslöste. China investierte seit 2000 über 57 Milliarden Dollar in vertikal integrierte Lieferketten. Die Chinas Exportkontrollen für Seltene Erden 2026 zielen darauf ab, Preisgestaltungsmacht zu erhalten.

Strukturelle Engpässe: Verarbeitungslücke

China kontrolliert etwa 90% der weltweiten Verarbeitung seltener Erden. Es wird geschätzt, dass 5-7 Jahre vergehen, bis neue Kapazitäten außerhalb Chinas online gehen. Westliche Projekte in Australien, den USA und Europa leiden unter Genehmigungsverzögerungen und hohen Kosten.

Preisuntergrenzen: Ein zweischneidiges Schwert

FORGE führt koordinierte Preisuntergrenzen für Kobalt und Lithium ein, um die heimische Produktion zu fördern. Kritiker warnen vor Marktverzerrungen und höheren Kosten für die Energiewende. Die Auswirkungen der Preisuntergrenzen für kritische Mineralien sind ungewiss.

Expertenmeinungen

„Der Rest Asiens muss wohl weiterhin von China nehmen“, sagte Minenmanager Mick McMullen. Eine Analyse von 2026 warnt, dass China Kontrolle – nicht Knappheit – als Waffe einsetzt.

Kann der Westen bis 2030 Autonomie erreichen?

Wahrscheinlich nicht vollständig. Strukturelle Engpässe und Chinas Vorsprung machen eine Autonomie vor 2035 unwahrscheinlich. Teilerfolge wie diversifizierte Rohstoffquellen und strategische Reserven sind jedoch möglich.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der USA-EU-Aktionsplan für kritische Mineralien?

Ein strategischer Rahmen zur Koordinierung von Handelspolitik und Investitionen, um die Abhängigkeit von China zu verringern.

Was ist FORGE und wie unterscheidet es sich von der MSP?

FORGE (Forum on Resource Geostrategic Engagement) ist der Nachfolger der Mineral Security Partnership mit 54 Nationen, der einen breiteren Handelsraum mit Preisuntergrenzen schafft.

Was ist Project Vault?

Eine 12-Milliarden-Dollar-Reserve der USA zur Lagerung kritischer Rohstoffe, finanziert durch die Export-Import-Bank.

Wie viel Kontrolle hat China über die Verarbeitung seltener Erden?

China kontrolliert etwa 90% der weltweiten Verarbeitung und 99% der Verarbeitung schwerer seltener Erden.

Kann der Westen Chinas Monopol bis 2030 brechen?

Die meisten Analysten halten eine vollständige Autonomie vor 2035 für unwahrscheinlich, aber Teilerfolge sind möglich.

Fazit

Der Aktionsplan ist der ambitionierteste Vorstoß des Westens gegen Chinas Dominanz. Mit über 30 Milliarden Dollar, 54 Nationen und strategischen Reserven besteht Potenzial. Chinas Fünfjahresplan und die Verarbeitungslücke bleiben jedoch große Hürden.

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