Microsoft: 92,3 Mrd. Umsatz, Azure wächst 48 %

Microsoft meldet 92,3 Mrd. Dollar Umsatz und 36,6 Mrd. Gewinn im Q2 FY26 und schlägt Erwartungen. Azure wächst 48 % – trotz Buyout für 60.000 Mitarbeiter.

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Ausgabe: DE

Microsoft-Zahlen über den Erwartungen

Microsoft hat für das Septemberquartal einen Umsatz von 92,3 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 36,6 Milliarden Dollar gemeldet – und damit die Schätzungen der Wall Street übertroffen. Die am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Zahlen befeuern erneut die Debatte über Rekordgewinne der großen Tech-Konzerne bei gleichzeitig massiven Stellenstreichungen. Nur zwei Tage zuvor hatte das Unternehmen rund 60.000 Beschäftigten – etwa 27 Prozent der globalen Belegschaft – freiwillige Abfindungen angeboten.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar, der Nettogewinn erreichte 36,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten laut FactSet mit 90,6 Milliarden Dollar Umsatz und 35,1 Milliarden Dollar Gewinn gerechnet. Das operative Ergebnis legte um 21 Prozent zu, der Gewinn je Aktie profitierte von einem Effekt von 1,02 Dollar aus OpenAI-Investitionen. Die Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne sind in diesem Jahr von starken KI-getriebenen Cloud-Ergebnissen geprägt.

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

  • Umsatz: 92,3 Mrd. Dollar (+17 % im Jahresvergleich)
  • Nettogewinn: 36,6 Mrd. Dollar (über Konsens von 35,1 Mrd.)
  • Azure-Wachstum: 48 % im Jahresvergleich
  • Operatives Ergebnis: +21 % (+6,6 Mrd. Dollar)
  • Bruttomarge Microsoft Cloud: 67 %, leicht rückläufig wegen KI-Infrastrukturkosten

Azure-Wachstum treibt das Ergebnis

Das Plus von 48 Prozent bei Azure war der Anker des Quartals. Das Segment Intelligent Cloud profitierte davon, dass Unternehmen die Migration in die Cloud-Infrastruktur beschleunigen und KI-Dienste einführen. CEO Satya Nadella sagte, Kunden schätzten auf Azure mehr Leistungsfähigkeit, Auswahl, Kontrolle und Kosteneffizienz. Erstmals wies Microsoft den Azure-Umsatz in Dollar aus – mehr Transparenz über die Ausgaben für KI-Rechenzentren.

60.000 Abfindungsangebote: die Kehrseite

Am 26. Oktober 2026 kündigte Microsoft ein freiwilliges Ausstiegsprogramm für Beschäftigte der internen Stufe 70 und darunter in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien an. Rund 60.000 Mitarbeiter sind berechtigt, etwa 27 Prozent der 223.000 Beschäftigten. Das Paket umfasst Abfindungen nach Betriebszugehörigkeit und Stufe, befristete Krankenversicherung und Outplacement-Leistungen; entschieden werden muss bis Anfang Dezember, der Austritt erfolgt bis 31. Dezember. CFO Amy Hood rechnet mit sehr wenigen Annahmen – etwa 5 bis 6 Prozent der Berechtigten. Zuvor gab es im April ein Freiwilligenprogramm für den Ruhestand und im Juli den Abbau von 4.800 Stellen – ein Muster, das sich auch bei anderen Stellenstreichungen im Tech-Sektor 2026 zeigt.

Warum Ergebnis und Abfindungen zusammenhängen

Die Zahlen zeigen die zentrale Spannung des KI-Booms: Die Investitionsausgaben dürften im Septemberquartal 50 Milliarden Dollar überstiegen haben, nach 34,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der freie Cashflow sank zuletzt um 23 Prozent auf 19,64 Milliarden Dollar; Analysten erwarten einen weiteren Rückgang auf rund 8 Milliarden. Das Abfindungsangebot ist ein Instrument, um teure KI-Infrastrukturinvestitionen mit Kapitaleffizienz auszubalancieren. Die Belegschaft schrumpfte von 228.000 Ende 2025 auf 223.000 im Juni 2026.

Expertenstimmen

Nadella betonte erneut die Vorteile von Azure bei Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz. Hood erwartet, dass nur 5 bis 6 Prozent der Berechtigten das Angebot annehmen. Analysten bei Reuters werteten das Cloud-Ergebnis als Entlastung für Anleger, die hohe KI-Ausgaben kritisch sehen. Arbeitsmarktexperten geben zu bedenken, dass freiwillige Abfindungen die Stimmung erhalten können, aber den Verlust von Leistungsträgern und ungleiche Abgänge in Teams riskieren – eine Spannung, die auch bei früheren Umstrukturierungen der Tech-Branche zu beobachten war.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch waren die Q2-Zahlen?

Microsoft meldete 92,3 Mrd. Dollar Umsatz und 36,6 Mrd. Dollar Gewinn – über den Schätzungen von 90,6 und 35,1 Mrd.

Wie stark wuchs Azure?

Azure wuchs um 48 Prozent im Jahresvergleich und trieb das Segment Intelligent Cloud.

Warum Abfindungen für 60.000 Beschäftigte?

Das Programm richtet sich an Stufe 70 und darunter in USA, Kanada, Indien und Großbritannien, um KI-Investitionen und Personalkosten auszubalancieren.

Bis wann müssen Beschäftigte entscheiden?

Bis Anfang Dezember 2026, der Austritt erfolgt bis 31. Dezember 2026.

Handelt es sich um Entlassungen?

Microsoft bezeichnet das Angebot nicht als Entlassung; Hood erwartet nur 5 bis 6 Prozent Annahmequote.

Fazit und Ausblick

Das Septemberquartal zeigt, wie KI-getriebene Cloud-Nachfrage Rekordgewinne erzeugt, während der Konzern seine Belegschaft umbaut. Mit dem nun in Dollar ausgewiesenen Azure-Umsatz und der Prognose von rund 45 Prozent Wachstum zu konstanten Wechselkursen im kommenden Quartal richtet sich der Blick der Anleger auf den Cashflow. Die Abfindungsentscheidungen im Dezember zeigen, wie viele der 60.000 Berechtigten gehen.

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