Massive KI-Investition erschüttert die Wall Street
Amazon hat diese Woche mit der Ankündigung einer verblüffenden Investition von 200 Milliarden US-Dollar in künstliche Intelligenz-Infrastruktur für dieses Jahr eine Schockwelle an der Wall Street ausgelöst. Die Aktie des E-Commerce-Riesen fiel daraufhin um 9% im After-Hours-Handel. Der kolossale Ausgabenplan, der weit über die Analystenerwartungen von etwa 150 Milliarden Dollar hinausgeht, hat bei Anlegern weit verbreitete Unruhe ausgelöst, ob solche enormen Kapitalausgaben im wettbewerbsintensiven KI-Umfeld ausreichende Renditen erzielen können.
CEO verteidigt Strategie trotz Marktskepsis
Amazon-CEO Andy Jassy bleibt angesichts der Anlegerbedenken unnachgiebig und argumentiert, dass die Größe des Unternehmens einen einzigartigen Vorteil bietet. 'Es ist etwas ganz anderes, ein Wachstum von 24% auf einem jährlichen Umsatz von 142 Milliarden Dollar zu haben, als prozentuales Wachstum auf einer deutlich kleineren Basis, was bei unseren Wettbewerbern der Fall ist,' sagte Jassy gegenüber Investoren während der Ergebnispräsentation. Der CEO betonte, dass Amazons Investitionen strategisch und nicht spekulativ seien und sich auf den Ausbau der Kapazitäten von Amazon Web Services (AWS) konzentrieren, um der wachsenden Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten gerecht zu werden.
Starke Finanzergebnisse überschattet von Capex-Sorgen
Ironischerweise meldete Amazon solide Ergebnisse für das vierte Quartal, die Investoren normalerweise erfreut hätten. Der Umsatz stieg um 14% auf 213,4 Milliarden Dollar, während AWS – die Cloud-Sparte, in die die meisten KI-Investitionen fließen – ein beeindruckendes Jahr-auf-Jahr-Wachstum von 24% auf 35,6 Milliarden Dollar verzeichnete, deutlich über den Analystenerwartungen. Diese positiven Zahlen wurden jedoch vollständig von der Ankündigung der Kapitalausgaben überschattet.
Der wettbewerbsintensive KI-Wettlauf
Amazon befindet sich in einem intensiven Wettbewerb mit den Tech-Konkurrenten Microsoft und Google. Während Google Cloud im letzten Quartal ein Wachstum von 48% meldete, bleibt dessen Umsatzbasis von 17,75 Milliarden Dollar deutlich kleiner als die von AWS. Microsoft Azure, fast genauso groß wie AWS, wuchs im gleichen Zeitraum um 39%. 'Wir glauben nicht, dass sie im Geschäftsjahr 2026 200 Milliarden Dollar ausgeben würden, wenn sie nicht über die richtigen Nachfrageindikatoren verfügten, aber die Fehlermarge wird immer kleiner,' bemerkten Analysten von MoffettNathanson und beschrieben damit die heikle Balance, die Amazon halten muss.
Bedeutung für den gesamten Tech-Sektor
Die Marktreaktion spiegelt eine wachsende Anlegerskepsis gegenüber den KI-Ausgaben der großen Tech-Konzerne wider. Laut Reuters werden Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft allein in diesem Jahr fast 660 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben. Diese beispiellose Kapitalintensität hat Erinnerungen an die Dotcom-Ära wachgerufen, in der enorme Infrastrukturinvestitionen oft enttäuschende Renditen brachten.
Langfristige Vision versus kurzfristiger Schmerz
Jassys Strategie scheint langfristige Marktdominanz über kurzfristige Rentabilität zu stellen. Das Unternehmen hat bekannt gegeben, dass es im vergangenen Jahr 3,9 Gigawatt an Rechenleistung hinzugefügt hat und erwartet, die Rechenleistung bis 2027 erneut zu verdoppeln. Amazons KI-Einkaufsassistent Rufus wurde 2025 bereits von 300 Millionen Kunden genutzt, wobei diese Nutzer laut Business Insider eine 60% höhere Wahrscheinlichkeit hatten, Einkäufe abzuschließen. Der freie Cashflow ist jedoch aufgrund gestiegener KI-Investitionen auf 11,2 Milliarden Dollar von 38,2 Milliarden Dollar gesunken, was den finanziellen Druck unterstreicht.
Quellen
Reuters: Amazon-Aktien sinken wegen Sorgen über KI-Ausgaben von Big Tech
Business Insider: Amazon Q4 2026 Ergebnisbericht
Wikipedia: Amazon Web Services
Economic Times: Analystenkommentar zur Fehlermarge
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