Die globale Landschaft der kritischen Mineralien erlebt 2026 einen tiefgreifenden Wandel: Ressourcenreiche Nationen des Globalen Südens – von Indonesien und Chile bis zur Demokratischen Republik Kongo (DRC) und Simbabwe – geben sich nicht mehr mit der Rolle passiver Lieferanten von Lithium, Kobalt, Nickel, Seltenen Erden und Kupfer zufrieden. Stattdessen nutzen sie ihre geologischen Schätze aggressiv, um heimische Verarbeitung, lokale Veredelung und höhere Gewinnanteile zu erzwingen, bevor sie Bergbaurechte vergeben. Diese strategische Neuausrichtung gestaltet die Lieferketten für saubere Energie grundlegend um und zwingt Washington und Peking dazu, um Infrastruktur, Technologietransfer und Industriepolitik zu konkurrieren.
Der Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums stuft geowirtschaftliche Konfrontation als das größte globale Risiko ein, wobei 18% der befragten Führungskräfte es als den wahrscheinlichsten Auslöser einer globalen Krise in diesem Jahr betrachten. Laut S&P Global und LSE-Analysen hat sich der Kampf um kritische Mineralien eindeutig zu den Produzentennationen des Globalen Südens verlagert.
Indonesiens Nickel-Downstreaming-Modell als Vorlage
Indonesien, der weltgrößte Nickelproduzent mit 65% der globalen Förderung, hat seine Wirtschaft durch ein Verbot von Rohrerzexporten und die Vorschrift heimischer Verarbeitung transformiert. Seit 2020 lockte diese Politik über 30 Milliarden US-Dollar an Downstream-Investitionen an, hauptsächlich von chinesischen Firmen. Die Nickelproduktion soll 2026 2,9 Millionen Tonnen erreichen. Allerdings führte das Überangebot zu Preisverfall und Antidumpingzöllen. Als Reaktion führt Indonesien ab 2026 wieder jährliche RKAB-Abbaugenehmigungen ein und erwägt Produktionsquoten und Exportzölle. Die