Strategischer Inselkonflikt verursacht transatlantische Spannungen
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat einen scharfen Angriff auf die Entscheidung des Vereinigten Königreichs gestartet, die Souveränität der strategisch wichtigen Chagos-Inseln an Mauritius zu übertragen, was einen diplomatischen Bruch zwischen den beiden NATO-Verbündeten verursacht. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump den Schritt als 'einen Akt großer Dummheit', der die nationalen Sicherheitsinteressen der USA gefährdet.
'Schockierenderweise plant unser 'brillianter' NATO-Verbündeter, das Vereinigte Königreich, die Insel Diego Garcia, auf der sich eine wichtige amerikanische Militärbasis befindet, an Mauritius zu geben, und das OHNE JEDEN GRUND,' schrieb Trump und unterstrich damit seinen Widerstand gegen das im Mai 2025 unterzeichnete Übertragungsabkommen.
Strategische Bedeutung von Diego Garcia
Diego Garcia, die größte Insel des Chagos-Archipels, beherbergt eine entscheidende gemeinsame britisch-amerikanische Militärbasis, die seit den 1970er Jahren in Betrieb ist. Die Basis dient als eines der wichtigsten strategischen Vermögenswerte Amerikas im Indischen Ozean und unterstützt Operationen im Nahen Osten, Afrika und Südasien. Etwa 2.500 Militärangehörige sind auf der abgelegenen Insel stationiert, die etwa 3.500 Kilometer östlich von Tansania liegt.
Die Basis wird als entscheidend für die nationale Sicherheit der USA beschrieben und fungiert als wichtige logistische Drehscheibe und Bomberbasis in der indopazifischen Region, zusammen mit der Andersen Air Force Base in Guam.
Das umstrittene Übertragungsabkommen
Im Mai 2025 unterzeichneten das Vereinigte Königreich und Mauritius ein Abkommen, das die Souveränität der Chagos-Inseln übertrug, während ein 99-jähriger Pachtvertrag für die Militärbasis auf Diego Garcia festgelegt wurde. Der Deal, der um weitere 40 Jahre verlängert werden kann, verpflichtet Großbritannien, Mauritius etwa 101 Millionen Pfund pro Jahr zu zahlen, was über die gesamte Pachtzeit bis zu 30 Milliarden Pfund betragen könnte.
Laut Analyse von Sky News wurde das Abkommen ausgehandelt, um zu verhindern, dass das Vereinigte Königreich die Kontrolle über die Inseln durch internationale gerichtliche Anfechtungen verliert. Der Internationale Gerichtshof entschied 2019, dass die britische Verwaltung des Chagos-Archipels illegal sei, und die Vereinten Nationen unterstützten diese Ansicht.
Historischer Kontext und Menschenrechtsfragen
Die Kontroverse reicht bis in die 1960er Jahre zurück, als das Vereinigte Königreich das Britische Territorium im Indischen Ozean schuf, indem es die Chagos-Inseln vor der Unabhängigkeit von Mauritius im Jahr 1968 abtrennte. Zwischen 1968 und 1973 vertrieb das Vereinigte Königreich gewaltsam etwa 2.000 Chagossianer, um Platz für die amerikanische Militärbasis zu schaffen.
Human Rights Watch hat diese Zwangsvertreibung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit dokumentiert und festgestellt, dass das Vereinigte Königreich fälschlicherweise behauptete, die Inseln hätten keine ständige Bevölkerung, trotz jahrhundertelanger chagossianischer Besiedlung. Die Ureinwohner wurden in Mauritius, den Seychellen und Großbritannien zurückgelassen, wo viele in Armut lebten.
Trumps Grönland-Verbindung
Trumps Kritik an der Übertragung von Diego Garcia scheint mit seinem langjährigen Interesse am Erwerb Grönlands von Dänemark zusammenzuhängen. Er deutete an, dass die Aktion des Vereinigten Königreichs zeige, warum die USA territoriale Erwerbungen wie Grönland anstreben sollten.
'Dies zeigt genau, warum Grönland von den Vereinigten Staaten eingenommen werden sollte,' soll Trump erklärt haben und verknüpfte dabei die beiden territorialen Fragen. Seine Bemerkungen erfolgen, nachdem der britische Premierminister Keir Starmer Trumps frühere Äußerungen zu Grönland als 'völlig falsch' kritisiert hatte.
Geopolitische Implikationen
Der Streit unterstreicht die wachsenden Spannungen in der Region des Indischen Ozeans, wo China seinen Einfluss ausgedehnt hat. Einige Analysten äußern die Sorge, dass Mauritius, das in den letzten Jahren engere Beziehungen zu China aufgebaut hat, letztendlich den Zugang zur Diego-Garcia-Basis einschränken könnte.
Trotz Trumps Kritik erhielt das Übertragungsabkommen Unterstützung von wichtigen amerikanischen Verbündeten, darunter Australien, Indien, Japan und Südkorea, die es als notwendig erachten, um die langfristige Zukunft der Basis zu sichern. Der Deal enthält auch Bestimmungen, die eine Wiederansiedlung von Chagossianern auf allen Inseln außer Diego Garcia ermöglichen, obwohl viele Chagossianer protestieren, dass sie nicht ausreichend konsultiert wurden.
Das Abkommen muss sowohl vom britischen als auch vom mauritischen Parlament ratifiziert werden, und seine Umsetzung wird von Militärstrategen und Menschenrechtsaktivisten genau beobachtet.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português