Britischer Premier balanciert auf diplomatischem Seil über Grönland-Spannungen
Der britische Premierminister Keir Starmer hat eine sorgfältig abgewogene Rede gehalten, in der er neue amerikanische Zölle kritisierte, gleichzeitig aber die entscheidende Bedeutung des britisch-amerikanischen Bündnisses betonte. In einer Sondererklärung am 19. Januar 2026 verurteilte Starmer die 10% Einfuhrzölle, die der ehemalige Präsident Donald Trump für acht europäische Länder, darunter das Vereinigte Königreich, angekündigt hat, vermied jedoch eine direkte Konfrontation mit Washington.
Kritik balancieren mit Bündniserhalt
'Ein Handelskrieg liegt in niemandes Interesse,' erklärte Starmer zu den eskalierenden Spannungen um Grönland. 'Die USA und das Vereinigte Königreich sind wichtige Verbündete und enge Partner.' Der Premierminister gab an, entschlossen zu sein, eine 'starke, konstruktive und ergebnisorientierte' Beziehung zu den Vereinigten Staaten aufrechtzuerhalten, wobei er anerkannte, dass die USA hunderte Milliarden Dollar in das Vereinigte Königreich investiert haben.
Die Zölle, die planmäßig am 1. Juni 2026 auf 25% steigen sollen, wurden von Trump als Reaktion auf europäische militärische Aufklärungsaktivitäten in Grönland angekündigt. Laut ABC News sind die betroffenen Länder Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland.
Grönland: Der geopolitische Zankapfel
Grönland, die größte Insel der Welt und ein autonomes Gebiet Dänemarks, ist durch schmelzendes arktisches Eis zu einem strategischen Schauplatz geworden, das neue Schifffahrtsrouten eröffnet und wertvolle Mineralquellen offenbart. Wie Wikipedia anzeigt, macht die strategische Position Grönlands zwischen Eurasien, Nordamerika und der Arktis es zunehmend wichtiger für die NATO und die Europäische Union.
Starmer wiederholte, dass die Zukunft Grönlands eine Angelegenheit der Grönländer und Dänen sei: 'Dieses Recht ist fundamental und das unterstützen wir.' Er erkannte jedoch das Sicherheitsinteresse an Grönland an, insbesondere angesichts der 'zunehmenden strategischen Konkurrenz' in der Arktis.
Europäische Einheit und mögliche Vergeltungsmaßnahmen
Die Europäische Union bereitet Berichten zufolge ein Gegenpaket von 93 Milliarden Euro an Zöllen gegen die USA vor. Ein außerordentlicher EU-Gipfel ist für Donnerstag geplant, um die Grönland-Krise zu besprechen. Europäische Führungspersönlichkeiten haben die Maßnahmen Trumps nahezu einhellig verurteilt, wobei die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte, dass die Spannungen Russland und China zugutekommen.
NATO-Chef Mark Rutte, der Kritik für sein anfängliches Schweigen zu Trumps Drohungen erhielt, hat nun Gespräche über 'die Sicherheitslage in Grönland und der Arktis' geführt. Rutte ist für später in dieser Woche geplant, Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu treffen.
Diplomatische Kalkulationen und zukünftige Implikationen
Der UK-Korrespondent Arjen van der Horst beobachtete: 'Premierminister Starmer hat im vergangenen Jahr keine Kosten und Mühen gescheut, um Trump zufriedenzustellen in der Hoffnung auf einen günstigen Handelsdeal... aber jetzt sehen wir - sehr vorsichtig - eine Wende.'
Auf die Frage, ob das Vereinigte Königreich Vergeltungszölle einführen würde, gab Starmer keine klare Antwort, wiederholte aber, dass Verbündete sich keine Zölle auferlegen sollten. Er wollte auch nicht auf die Frage eingehen, ob der geplante Staatsbesuch von König Charles in den USA im April überdacht werden müsse.
Die Situation stellt einen wichtigen Test für Starmers Amtszeit als Premierminister dar, die 2024 nach dem Wahlsieg der Labour-Partei begann. Wie seine Biografie zeigt, hat Starmer sich als ein zentrumsorientierter Führer positioniert, der sich auf internationale Zusammenarbeit konzentriert, was diese diplomatische Herausforderung für die Außenpolitik seiner Regierung besonders bedeutsam macht.
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