Federal Reserve beendet Klimarisiko-Verpflichtung in großer Politikwende
In einer bedeutenden regulatorischen Kehrtwende hat die Federal Reserve offiziell ihr Mandat beendet, das große US-Banken verpflichtete, Klima-Stresstests durchzuführen. Diese im Februar 2025 angekündigte Entscheidung markiert eine dramatische Verschiebung darin, wie Finanzinstitute mit Umweltrisikobewertungen umgehen. Die früheren Anforderungen an Banken, umfassende Klimarisikomanagementpläne zu entwickeln und zu implementieren, werden gestrichen.
Was dies für Banken und Finanzmärkte bedeutet
Die regulatorische Lockerung fällt mit günstigeren Stresstest-Szenarien für 2025 zusammen, die eine reduzierte Marktvolatilität, einen milderen BIP-Rückgang und geringere Rückgänge bei den Preisen für Gewerbeimmobilien im Vergleich zu den Vorjahren beinhalten. Laut Benzingas Bericht stellt diese Politik einen großen Sieg für den Bankensektor dar, der jahrelang gegen das gelobby hatte, was er als zu belastende Klimaanforderungen ansah.
'Dies ist ein Wendepunkt, der erhebliche Kapitalerleichterungen für große Finanzinstitute bieten kann,' merkten Analysten der Bank of America in ihrer Bewertung der Änderungen an. Der Markt reagierte umgehend, wobei Finanzaktien Rekordhöhen erreichten und Citigroup die Gewinne unter den großen Banken anführte.
Der Rahmen für die Stresstests 2026
Während die Klimaanforderungen entfernt wurden, hat die Federal Reserve gleichzeitig ihre Stresstest-Szenarien für 2026 vorgeschlagen, wobei öffentliche Kommentare bis zum 1. Dezember 2025 eingeladen werden. Diese traditionellen Stresstests bewerten, wie große Banken unter hypothetischen schweren Rezessionsbedingungen abschneiden würden, um sicherzustellen, dass sie ausreichend kapitalisiert bleiben, um während eines wirtschaftlichen Abschwungs Kredite vergeben zu können.
Das vorgeschlagene schwerwiegende nachteilige Szenario für 2026, detailliert auf der Website der Federal Reserve, basiert auf dem vorgeschlagenen Update des Szenario-Design-Rahmens von 2019. Der Rahmen zielt darauf ab, das Szenario-Design transparenter zu machen, indem die Bereiche potenzieller Werte verkleinert werden, was Banken mehr Vorhersehbarkeit in ihrer Kapitalplanung bietet.
Implikationen für Politik und Regulierung
Diese politische Kehrtwende spiegelt anhaltende Debatten über die angemessene Rolle von Finanzaufsichtsbehörden bei der Bewältigung des Klimawandels durch die Bankenaufsicht wider. Federal Reserve Governor Michelle Bowman hat sich für mehr Transparenz bei Stresstests und eine Überprüfung wichtiger Kapitalregeln ausgesprochen.
'Wir müssen sicherstellen, dass unser regulatorischer Rahmen keine unnötigen Belastungen schafft, während wir dennoch die Finanzstabilität aufrechterhalten,' erklärte Bowman in jüngsten Äußerungen. Die Entscheidung, Klima-Stresstests zu streichen, passt zu breiteren Bemühungen, Bankenregulierungen zu straffen, die seit der Finanzkrise 2008 die Kapitalplanung bestimmt haben.
Gemeinschafts- und Umweltbedenken
Umweltaktivisten haben erhebliche Bedenken hinsichtlich der Politikänderung geäußert. 'Die Entfernung von Klimarisikobewertungen aus der Bankenaufsicht ist kurzsichtig und gefährlich,' sagte Sarah Chen, Direktorin der Sustainable Finance Initiative. 'Der Klimawandel stellt reale finanzielle Risiken dar, die Banken verstehen und managen müssen. Diese Entscheidung gefährdet sowohl die Finanzstabilität als auch die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften.'
Der Schritt stellt eine Abweichung von internationalen Trends dar, bei denen Zentralbanken wie die Bank of England mit Klima-Stresstests fortfahren. Das Biennial Exploratory Scenario 2021 der Bank of England testete die Widerstandsfähigkeit britischer Banken und Versicherer gegen Klimarisiken unter drei Szenarien, wobei die Ergebnisse zeigten, dass Klimarisiken wahrscheinlich die Rentabilität verringern, wenn sie nicht effektiv gemanagt werden.
Marktreaktionen und Zukunftsperspektiven
Die unmittelbare Marktreaktion war für Finanzinstitute überwältigend positiv. Goldman Sachs und Morgan Stanley werden voraussichtlich aufgrund ihrer Exposition gegenüber den Kapitalmärkten am meisten profitieren, so Sektoranalysten. Einige Experten warnen jedoch davor, dass das Ignorieren von Klimarisiken langfristige Verwundbarkeiten schaffen könnte.
'Obwohl Banken kurzfristig möglicherweise regulatorische Erleichterungen genießen, setzen sie sich möglicherweise erheblichen unkontrollierten Risiken aus,' warnte Finanzrisikoberater Michael Rodriguez. 'Klimabedingte Ereignisse werden häufiger und schwerwiegender, und Banken müssen verstehen, wie sich diese auf ihre Portfolios auswirken werden.'
Die Stresstest-Szenarien der Federal Reserve für 2025, die noch in Kraft sind, umfassen eine schwere globale Rezession, bei der die US-Arbeitslosenquote von 4,1 % im Q4 2024 auf 10 % im Q3 2026 steigt, begleitet von einem Rückgang der Hauspreise um 33 % und einem Rückgang der Gewerbeimmobilienpreise um 30 %. Diese traditionellen wirtschaftlichen Stresstests bewerten weiterhin 28 Variablen, darunter Wirtschaftsaktivität, Preise, Zinssätze und Finanzmarktindikatoren.
Während der Bankensektor diesen regulatorischen Sieg feiert, bleiben die langfristigen Auswirkungen auf die Finanzstabilität und das Klimarisikomanagement ungewiss. Die Politikänderung wirft grundlegende Fragen darüber auf, wie sich Finanzinstitute auf klimabedingte wirtschaftliche Störungen vorbereiten sollten und ob freiwillige Maßnahmen ausreichen werden, um Systemrisiken anzugehen.
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