Von Chloe Nowak
Die Schließung der Straße von Hormus im Februar 2026, ausgelöst durch US-amerikanisch-israelische Militäroperationen gegen den Iran, hat die größte Ölversorgungsstörung seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht. Fast 20% des globalen Ölangebots verschwanden vom Markt, Brent-Rohöl stieg um 65% auf einen Höchststand von 126 US-Dollar pro Barrel. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert nun ein globales Wachstum von 2% in negativen Szenarien und eine Inflation von über 6% – das prägende Wirtschaftsereignis 2026.
Was geschah: Die Krise in der Straße von Hormus 2026
Am 28. Februar 2026 starteten US- und israelische Streitkräfte die Operation Epic Fury gegen den Iran und töteten den obersten Führer Ali Khamenei. Der Iran reagierte mit der Verminung der Meerenge und Angriffen auf Tanker, wodurch der wichtigste Energiekorridor der Welt faktisch geschlossen wurde. Normalerweise passieren etwa 20 Millionen Barrel pro Tag (bpd) – 25% des weltweiten seegebundenen Öls und 20% des LNG – die Meerenge, wovon rund 80% für Asien bestimmt sind. Die Lieferketten für Öl aus dem Nahen Osten brachen innerhalb weniger Tage zusammen; laut Federal Reserve Bank of Dallas kam der Tankerverkehr zum Erliegen.
Wirtschaftliche Folgen: Ölpreise, Inflation und Geldpolitik
Der Weltwirtschaftsausblick des IWF vom April 2026 skizziert drei Szenarien. Im schweren Szenario sinkt das Wachstum auf 2,0% – nahe einer Rezession – bei Ölpreisen von 110–125 US-Dollar und Inflation über 6%. Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas warnte, dass die Welt zwischen Referenz- und Negativszenario liege und zum letzteren tendiere. Die Dallas Fed schätzt, dass eine einquartalige Schließung WTI auf 98 US-Dollar treiben und das annualisierte globale reale BIP-Wachstum um 2,9 Prozentpunkte senken würde. Eine zwei- bis dreiquartalige Schließung könnte Preise auf 115–132 US-Dollar treiben und das negative Wachstum bis 2026 verlängern. Die Weltbank prognostiziert einen Energiepreisanstieg von 24%, Düngemittelpreise steigen um 31%, und bis zu 45 Millionen weitere Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Diese Kaskadeneffekte stellen die Reaktionen der Zentralbanken auf Ölschocks auf die Probe, da die Entscheidungsträger Zinssenkungen gegen hartnäckige Inflation abwägen.
Alternative Energierouten und geopolitische Neuordnung
Produzenten versuchen, Hormus zu umgehen, doch die vorhandenen Pipelines sind völlig unzureichend. Die Ost-West-Petroline Saudi-Arabiens kann bis zu 5 Millionen bpd transportieren, die Habshan-Fujairah-Leitung der VAE ergänzt 1,5 Millionen bpd – zusammen 6,5 Millionen bpd gegenüber den 17 Millionen bpd, die zuvor die Meerenge passierten. Es bleibt eine Lücke von 10,5 Millionen bpd; Tanker müssen um das Kap der Guten Hoffnung fahren, was 10–14 Tage und 2–4 US-Dollar pro Barrel Frachtkosten bedeutet. Beide Pipelines wurden bereits angegriffen, was die Fragilität der globalen Energiesicherheit 2026 offenbart. Analysten argumentieren jedoch, dass der Einfluss Irans schwindet, da Exporteure dauerhaft umleiten. IEA-Chef Fatih Birol nannte es die größte Bedrohung der Energiesicherheit der Geschichte und forderte eine Diversifizierung der Routen. Die Krise beschleunigt die Verlagerung hin zu regionalem Nearshoring und Friendshoring und formt geopolitische Allianzen und Handelsrouten neu.
Ausblick: Szenarien und Entwicklung
Die IEA senkte ihre Ölnachfrageprognose für 2026 um 1,6 Millionen bpd und stellte fest, dass die globalen Vorräte im Juli unter 7,9 Milliarden Barrel fielen – der niedrigste Stand seit April 2025. Trotz Signalen einer möglichen Einigung zwischen Washington und Teheran zur Wiedereröffnung der Wasserstraße bleibt ein Abkommen unerreichbar. Der IWF hat das globale Wachstum seit Kriegsbeginn bereits von 3,3% auf 3% gesenkt. Sollte die Meerenge nach einem Quartal wieder öffnen, zeigen Dallas-Fed-Modelle einen Preisrückgang auf 68 US-Dollar und eine Erholung des Wachstums. Eine längere Schließung – ab Mitte 2026 wahrscheinlich – hält die Inflation hoch und birgt das Risiko eines synchronisierten globalen Abschwungs. Das Ergebnis hängt von den Atomverhandlungen mit dem Iran 2026 ab und davon, ob alternative Korridore schnell genug gesichert werden können.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Öl passiert die Straße von Hormus?
Etwa 20 Millionen Barrel pro Tag – rund 20% der globalen Ölversorgung und 25% des seegebundenen Ölhandels – plus 20% des globalen LNG passieren die Meerenge jährlich.
Warum wurde die Straße von Hormus 2026 geschlossen?
Der Iran schloss die Meerenge als Vergeltung für US-amerikanisch-israelische Militärschläge im Februar 2026 und setzte Seeminen sowie Angriffe auf Tanker ein, um die Schifffahrt zu stoppen.
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Ölschock 2026?
Brent-Rohöl stieg um 65% auf 126 US-Dollar pro Barrel, das globale Wachstum dürfte in schweren Szenarien auf 2% fallen, die Inflation liegt über 6% und die Düngemittelpreise stiegen um 31%.
Können alternative Pipelines die Straße von Hormus ersetzen?
Nein. Die Umgehungspipelines Saudi-Arabiens und der VAE bieten zusammen nur 6,5 Millionen bpd gegenüber den zuvor durch Hormus transportierten 17 Millionen bpd – eine große Angebotslücke bleibt.
Wann wird die Straße von Hormus wieder geöffnet?
Mitte 2026 bleibt die Meerenge faktisch geschlossen. Diplomatische Bemühungen dauern an, aber es wurde noch keine Wiedereröffnungsvereinbarung erzielt.
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