Rekord: 45% der Zentralbanken erhöhen Goldreserven 2026

Laut WGC-Umfrage planen rekordverdächtige 45% der Zentralbanken, ihre Goldreserven 2026 zu erhöhen. Goldpreis steigt über 5.100 $, getrieben von Entdollarisierung und geopolitischer Unsicherheit.

Rekord: 45% der Zentralbanken erhöhen Goldreserven 2026
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Einleitung

Der World Gold Council (WGC) hat seine Umfrage 2026 zu Zentralbankgoldreserven veröffentlicht. Demnach planen rekordverdächtige 45% der Zentralbanken, ihre Goldbestände in diesem Jahr aufzustocken – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2018. Durchgeführt von YouGov unter 76 Zentralbanken, unterstreicht die Umfrage die wachsende Bedeutung von Gold als strategisches Währungsvermögen angesichts geopolitischer Unsicherheit und Entdollarisierungstrends.

Schlüsselergebnisse der Umfrage 2026

89% der Reservemanager erwarten steigende Goldbestände in den nächsten 12 Monaten, und kein Befragter plant Reduzierungen. Während Schwellenländer die Käufe anführen, wollen auch 18% der Industrieländer zulegen. Hauptmotive: Diversifikation (91%), Krisenperformance (Rekord 90%), Inflationsschutz (78%) und Bedenken zu Reservewährungen (65%). 73% rechnen mit einem Rückgang des USD-Anteils in fünf Jahren. Aktives Goldreservenmanagement stieg von 37% (2024) auf 44% (2025).

Wichtige Zentralbankkäufer 2025–2026

Zentralbanken kauften drei Jahre in Folge über 1.000 Tonnen Gold pro Jahr (2022–2024). 2025 beliefen sich die Nettoankäufe auf 863 Tonnen, immer noch deutlich über dem Durchschnitt von 473 Tonnen (2010–2021). Die Goldkäufe der polnischen Nationalbank führten mit 102 Tonnen (Gesamtbestand 550 Tonnen, Ziel 700 Tonnen). Weitere große Käufer: Kasachstan (+57 Tonnen), Brasilien (+43 Tonnen, nach Wiederaufnahme), China (+27 Tonnen), Türkei (+26 Tonnen), Aserbaidschan (+38 Tonnen). Nicht gemeldete Käufe machten 57% der Jahresmenge aus – die tatsächliche Akkumulation dürfte deutlich höher liegen. Singapur verkaufte 26,5 Tonnen, um von den hohen Preisen zu profitieren.

Goldpreisanstieg und Marktauswirkungen

Gold erreichte Rekordniveaus, getrieben durch anhaltende Zentralbankkäufe und sichere-Hafen-Nachfrage. 2025 legte Gold um 64% zu – der größte Jahresanstieg seit 1979 – und kletterte Anfang 2026 auf über 5.100 Dollar pro Feinunze. Mitte 2026 notiert Gold bei rund 4.800 Dollar, Analysten von Goldman Sachs, ICBC Standard Bank und MKS PAMP prognostizieren Kurse zwischen 4.900 und 7.150 Dollar. Der Aufschwung wird durch schwachen Dollar, geopolitische Spannungen (Handelskriege, Nahost-Konflikt, Ukraine) und Rekord-ETF-Zuflüsse befeuert. Die Investmentnachfrage stieg 2025 um 84% im Jahresvergleich.

Geopolitische Treiber und Entdollarisierung

Die Umfrage zeigt eine strategische Neuausrichtung der Reservenverwaltung. Zentralbanken lagern Gold zunehmend im Inland (9% vs. 5% im Vorjahr) und verteilen Bestände auf mehrere Standorte. Politische Faktoren wie Sanktionen und geopolitische Brennpunkte spielen eine entscheidende Rolle. Der Entdollarisierungstrend unter Zentralbanken beschleunigt sich. Ein WGC-Sprecher betonte: „Zentralbanken überdenken ihre Reservestrategien angesichts geopolitischer Unsicherheit und des sich wandelnden Währungsumfelds.“ Die Auswirkungen von Sanktionen auf russische Goldreserven haben ebenfalls das Denken der Zentralbanken verändert – Russland begann Ende 2025 mit Goldverkäufen aus seinem Nationalvermögensfonds.

Ausblick für Gold und Zentralbanknachfrage

Anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit dürfte die Zentralbanknachfrage nach Gold auch 2027 stützen. Der WGC weist darauf hin, dass die Verbreiterung der Käuferbasis – von Schwellen- auf Industrieländer – auf einen strukturellen Wandel hindeutet. Zu den Risiken zählen eine mögliche Trendwende bei den Käufen und die Auswirkungen hoher Preise auf die Schmucknachfrage. Da Gold inzwischen US-Staatsanleihen als größtes Reservevermögen überholt hat und eine Rekordzahl von Zentralbanken die Aufstockung plant, scheint die Dynamik jedoch gefestigt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die WGC-Umfrage zu Zentralbankgoldreserven?

Die jährliche Umfrage des WGC erfasst Goldbestände, Kaufabsichten und Einschätzungen von Zentralbankreservemanagern. Die Umfrage 2026 verzeichnete mit 76 Teilnehmern einen Rekordwert.

Warum kaufen Zentralbanken so viel Gold?

Hauptgründe sind Diversifikation, Krisenperformance, Inflationsschutz und Absicherung gegen den US-Dollar. Geopolitische Spannungen und Sanktionen haben den Trend beschleunigt.

Wie viel Gold kauften Zentralbanken 2025?

Die Nettokäufe beliefen sich 2025 auf 863 Tonnen – weniger als die über 1.000 Tonnen der drei Vorjahre, aber deutlich über dem historischen Durchschnitt von 473 Tonnen.

Wie hoch ist der aktuelle Goldpreis?

Mitte 2026 notiert Gold bei rund 4.800–5.100 Dollar pro Feinunze, mehr als doppelt so viel wie Anfang 2024.

Welche Länder halten die größten Goldreserven?

Die USA (über 8.100 Tonnen), gefolgt von Deutschland (3.355), dem IWF (2.814), Italien (2.452), Frankreich (2.436), China (2.307) und Russland (2.333).

Quellen

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