Tesla streicht Autopilot-Funktionen, führt monatliche Kosten ein

Tesla streicht den Basis-Autopilot als Standardfunktion und verlangt ein $99/Monat-Abonnement für den Spurhalteassistent. Europäische Modelle sind vorerst noch nicht betroffen, aber das Abonnementmodell könnte sich weltweit ausweiten.

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Teslas große Politikänderung: Basis-Autopilot nicht mehr Standard

Tesla hat eine tiefgreifende Änderung in seinem Fahrzeugangebot in Nordamerika durchgeführt, die Kontroversen unter Elektroauto-Enthusiasten und Sicherheitsbefürwortern auslöst. Das Unternehmen hat den Basis-Autopilot als Standardfunktion von neuen Model 3 und Model Y Fahrzeugen entfernt, was bedeutet, dass Käufer jetzt monatlich für das zahlen müssen, was zuvor inklusive Funktionalität war.

Jahrelang kam der Basis-Autopilot – inklusive Verkehrsabhängiger Tempomat und Autosteer (Spurhalteassistent) – standardmäßig bei jedem Tesla. Dieses System repräsentierte, was viele als grundlegende Fahrassistenzfunktionen betrachten, die in der Autoindustrie immer üblicher werden. Seit Januar 2026 hat Tesla diese Funktionen jedoch stillschweigend aus dem Standardpaket entfernt.

Das Abonnementmodell übernimmt die Kontrolle

Der einzige Weg für neue Käufer, wieder Zugang zu diesen Fahrassistenzfunktionen zu erhalten, ist über Teslas Full Self-Driving (Supervised) Abonnement, das $99 pro Monat kostet. Dies stellt eine wichtige Verschiebung in Teslas Geschäftsmodell hin zu wiederkehrenden Einnahmequellen dar.

Was diese Veränderung besonders kontrovers macht, ist, dass Tesla auch die Option eliminiert hat, Full Self-Driving als Einmalkauf zu erwerben. Ab Februar 2026 wird der einzige Weg, auf FSD-Funktionalitäten zuzugreifen, über das monatliche Abonnementmodell sein.

'Das fühlt sich wie ein Lockvogel-Trick an,' sagte Autoanalyst Michael Chen. 'Funktionen, die jahrelang als Standard-Sicherheitsausstattung beworben wurden, stehen plötzlich hinter einer Paywall. Es ist besonders besorgniserregend, weil der Spurhalteassistent als grundlegende Sicherheitsfunktion betrachtet wird, die heutzutage bei vielen Wirtschaftsautos Standard ist.'

Sicherheitsbedenken und Industriekritik

Die Entscheidung hat Kritik von Sicherheitsbefürwortern auf sich gezogen, die behaupten, dass das Entfernen des Spurhalteassistenten aus der Standardausstattung die Fahrzeugsicherheit möglicherweise verringern könnte. Laut Daten der National Highway Traffic Safety Administration ist gezeigt worden, dass Fahrassistenzfunktionen wie der Spurhalteassistent bestimmte Arten von Unfällen reduzieren.

'Wir sehen einen besorgniserregenden Trend, bei dem grundlegende Sicherheitsfunktionen monetarisiert werden,' bemerkte Sarah Johnson, Direktorin des Automotive Safety Institute. 'Obwohl Tesla nicht der erste ist, der Abonnementmodelle für Fahrzeugfunktionen implementiert, wirft das Entfernen dessen, was viele als essentielle Sicherheitsausstattung betrachten, aus dem Grundpreis ethische Fragen auf.'

Europäische Implikationen

Für europäische Kunden, insbesondere in den Niederlanden, ist die Situation anders – vorerst. Der Basis-Autopilot bleibt Standard auf neuen Tesla-Fahrzeugen in Europa, und Full Self-Driving hat noch keine Genehmigung von der niederländischen Fahrzeugbehörde RDW erhalten.

Tesla zielt jedoch auf Februar 2026 für die FSD-Genehmigung in den Niederlanden ab, was als Tor für eine breitere EU-Übernahme dienen könnte. Wenn das Unternehmen sein Abonnementmodell weltweit ausweitet, könnten europäische Kunden bald ähnliche monatliche Kosten für Funktionen haben, die derzeit in ihrem Fahrzeugkauf enthalten sind.

Die RDW hat bestätigt, dass Februar 2026 Teslas Zielmonat bleibt, um regulatorische Compliance zu demonstrieren, betonte aber, dass Sicherheit, nicht öffentlicher Druck, bestimmen wird, ob FSD eine Autorisierung erhält. 'Wir haben einen Zeitplan für Tesla festgelegt, um zu demonstrieren, dass FSD den erforderlichen Standards entspricht,' erklärte ein RDW-Sprecher, 'aber ob sie diese Bedingungen innerhalb des Zeitplans erfüllen können, muss sich noch zeigen.'

Breiterer Industriekontext

Teslas Zug kommt inmitten zunehmenden Wettbewerbs auf dem Elektrofahrzeugmarkt und der eigenen finanziellen Herausforderungen des Unternehmens. Während traditionelle Autohersteller bei der EV-Technologie aufholen und chinesische Hersteller wettbewerbsfähige Alternativen bieten, scheint Tesla sich hin zu Software- und Abonnementeinnahmen zu verschieben, um die Rentabilität aufrechtzuerhalten.

Dieser Trend ist nicht einzigartig für Tesla – andere Hersteller haben mit Abonnementmodellen für Funktionen wie beheizte Sitze, Fernbedienung und Premium-Audio experimentiert. Teslas Entscheidung, das zu entfernen, was viele als grundlegende Fahrassistenzfunktionen betrachten, stellt jedoch eine der aggressivsten Bewegungen hin zu abonnementbasierten Einnahmen in der Autoindustrie dar.

Während die Autowelt Teslas Strategie sich entfalten sieht, bleibt die Frage: Werden Verbraucher akzeptieren, dass sie monatlich für Funktionen zahlen, die sie früher als Standard erhielten, oder wird dieser Zug Käufer zu Konkurrenten drängen, die diese Technologien noch immer in ihren Grundpreisen enthalten?

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