US-Botschafter rüffelt Jetten: IStGH muss Hände weg von USA

US-Botschafter Popolo kontert Jetten: Der IStGH müsse sich aus den USA heraushalten, nach dessen UN-Rede «Hände weg vom IStGH». Der Streit um Sanktionen eskaliert.

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Ausgabe: DE

Jettens UN-Warnung und Popolos scharfe Antwort

Der diplomatische Zusammenstoß zwischen Den Haag und Washington verschärfte sich am Freitag: US-Botschafter Joe Popolo erklärte gegenüber Ministerpräsident Rob Jetten, der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) müsse die Hände von den Vereinigten Staaten lassen. Popolos Rüge auf X folgte einen Tag, nachdem Jetten in seiner Antrittsrede vor der UN-Generalversammlung in New York „Hände weg vom IStGH“ gefordert und damit Applaus von Staats- und Regierungschefs erhalten hatte.

Am Donnerstag nannte Jetten weder Präsident Donald Trump noch die USA direkt, doch die Botschaft war unmissverständlich: Der in Den Haag ansässige Gerichtshof müsse geschützt werden. „Wie kann man gegen die Verfolgung der schlimmsten Verbrechen sein?“, fragte er. Einen Tag zuvor hatte Trump den IStGH als „Schurkeninstitution“ und „bösartige Gruppe von Leuten“ bezeichnet.

Popolo antwortete auf X mit den Worten, er habe „enormen Respekt“ vor Jetten, machte die amerikanische Position aber klar: Die USA seien bereit, die Hände vom IStGH zu lassen, „solange der Gerichtshof die Hände von den USA lässt“. Er nannte das Tribunal eine „politisierte Institution“ und betonte, amerikanische Truppen, die Europa seit über 80 Jahren schützten, dürften ihr nicht unterworfen werden. Der US-IStGH-Sanktionsstreit ist zu einer der schärfsten transatlantischen Bruchlinien des Jahres 2026 geworden.

Warum die USA den IStGH „Stein für Stein“ abwickeln wollen

Die Feindseligkeit Washingtons ist nicht neu, hat sich unter Trump aber deutlich verschärft. Im Februar 2025 unterzeichnete der Präsident eine Executive Order mit Finanzsanktionen und Visa-Beschränkungen gegen IStGH-Bedienstete, die in Ermittlungen mit US-Bezug involviert sind. Bis August 2026 sanktionierten die USA laut Human Rights Watch 13 Mitarbeiter des Gerichts.

Haftbefehle gegen Netanyahu und Gallant

Zentraler Auslöser sind die Haftbefehle des IStGH vom 21. November 2024 gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg. Alle 125 Vertragsstaaten sind verpflichtet, die beiden bei Einreise festzunehmen. Weder die USA noch Israel sind Vertragsparteien des Römischen Statuts.

Afghanistan-Ermittlungen und amerikanische Truppen

Washington erzürnt zudem die Untersuchung zu Handlungen von US-Militärs und CIA-Beamten in Afghanistan. Außenminister Marco Rubio drohte, die USA würden das Gericht nötigenfalls „Stein für Stein“ abwickeln. Die IStGH-Haftbefehle gegen israelische Führungspersonen und die Afghanistan-Ermittlung bedrohen Washingtons Interessen am direktesten.

Was der IStGH-Streit für die US-Niederlande-Beziehungen bedeutet

Die Niederlande beherbergen den IStGH in Den Haag, was dem Disput eine besondere bilaterale Note gibt. Jetten zufolge setzt die Regierung alle diplomatischen Mittel ein, um das Gericht zu schützen, denn Straflosigkeit sei inakzeptabel. Popolo, Geschäftsmann und langjähriger republikanischer Spender, im Oktober 2025 als Botschafter bestätigt, nennt Handel, Sicherheit und NATO-Verteidigungsausgaben als Prioritäten. Der Streit könnte die Zusammenarbeit von ASML-Exportkontrollen bis zur europäischen Sicherheit erschweren. Experten für internationale Strafjustiz warnen, anhaltender US-Druck könne die Funktionsfähigkeit des Gerichts schwächen.

Häufig gestellte Fragen

Was sagte Rob Jetten zum IStGH?

Am 24. September 2026 forderte er vor der UN-Generalversammlung „Hände weg vom IStGH“ und verteidigte das Gericht als unverzichtbar für die Verfolgung der schlimmsten Verbrechen. Die USA nannte er nicht direkt.

Wie reagierte der US-Botschafter?

Joe Popolo sagte, die USA ließen die Hände vom IStGH, „solange der Gerichtshof die Hände von den USA lässt“, und nannte das Tribunal politisiert.

Warum lehnen die USA den IStGH ab?

Die USA stören sich an den Haftbefehlen gegen israelische Führungspersonen und an der Afghanistan-Ermittlung. Washington ist kein Mitglied und hat Sanktionen verhängt.

Wie viele IStGH-Bedienstete wurden sanktioniert?

Bis August 2026 sanktionierten die USA 13 Mitarbeiter, darunter Präsidentin Tomoko Akane und Anwalt Abdoulaye Seye, auf Grundlage der Executive Order von Februar 2025.

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