Trump beim UN: Boykottaufruf gegen den ICC 2026

Trumps ICC-Boykottaufruf bei der UN-Generalversammlung 2026 erklärt: 125 Mitglieder zum Austritt aufgefordert, US-Sanktionen und Reaktion der Niederlande.

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Ausgabe: DE

Trump erneuert Boykottaufruf gegen den Internationalen Strafgerichtshof

US-Präsident Donald Trump nutzte seine Rede vor der UN-Generalversammlung in New York am 22. September 2026, um seinen Aufruf zu einem internationalen Boykott des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) zu erneuern und alle 125 Mitgliedstaaten aufzufordern, aus dem Tribunal auszutreten. Der Trump-ICC-Boykottaufruf dauerte nur 30 Sekunden einer fast 40-minütigen Rede, doch die harte Wortwahl unterstrich die wachsende Konfrontation Washingtons mit dem Gericht in Den Haag. Seine Äußerungen kamen zwei Tage, nachdem Berichte des Wall Street Journal und von Reuters darauf hindeuteten, dass neue US-Sanktionen gegen den ICC bereitstünden – angekündigt wurden sie jedoch nicht.

Was ist der ICC und warum fordert Trump einen Boykott?

Der Internationale Strafgerichtshof ist das einzige ständige Tribunal, das Einzelpersonen wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Aggression verfolgt. 2002 durch das Römische Statut gegründet, hat er heute 125 Vertragsstaaten. Die USA sind kein Mitglied – ebenso wenig Russland, China, Indien, Israel und der Iran. Da Amerikaner für Taten auf dem Territorium eines Mitgliedstaats weiterhin verfolgt werden können, argumentiert Trump seit Langem, das Gericht habe keine Jurisdiktion über US-Personal. Eine ausführliche Erklärung bietet dieser Internationaler Strafgerichtshof erklärt Leitfaden.

Trumps UN-Rede: 30 Sekunden harte Worte

Vor der UN-Generalversammlung sagte Trump: 'Wir werden niemals zulassen, dass amerikanische Soldaten oder andere von einem antiamerikanischen Tribunal ohne Jurisdiktion untersucht werden oder an Schauprozessen teilnehmen müssen.' Nur 30 Sekunden widmete er dem ICC. Zudem kritisierte er die Vereinten Nationen selbst, lobte Budgetkürzungen, kündigte eine große Militärpräsenz in Grönland im Rahmen des jüngsten US-Dänemark-Grönland-Abkommens an und verteidigte den Krieg mit dem Iran.

Welche US-Sanktionen gegen den ICC gelten derzeit?

Die bestehenden Sanktionen richten sich gegen den ICC als Institution sowie gegen einzelne Richter und Mitarbeiter. Sie verhindern die Nutzung bestimmter amerikanischer Software und untersagen US-verbundenen Unternehmen Geschäfte mit den Betroffenen. Auslöser waren der Haftbefehl gegen Israels Premier Benjamin Netanyahu und die Untersuchung zu US-Soldaten in Afghanistan.

Wichtige Fakten zu den US-ICC-Sanktionen

  • Richten sich gegen die Institution und einzelne Richter und Mitarbeiter
  • Sperren den Zugang zu bestimmter US-Software und US-verbundenen Geschäften
  • Ausgelöst durch den Netanyahu-Haftbefehl und die Afghanistan-Ermittlung
  • Berichtete neue Sanktionen waren bereit, wurden am 22. September aber nicht verkündet

Die Folgen sind gravierend: US-Sanktionen gegen ICC-Richter haben viele Beamte handlungsunfähig gemacht.

Reaktionen: Niederlande und internationale Antwort

Die Niederlande als Gastgeberland des ICC in Den Haag haben sich gegen die Sanktionen ausgesprochen. Außenminister Caspar Berendsen nannte die Maßnahmen inakzeptabel und verwies auf die Verantwortung seines Landes als Gastnation. Berendsen, der mit Premier Dick Jetten in New York ist, sagte: 'Wie erwartet hat der amerikanische Präsident gegen den Internationalen Strafgerichtshof ausgeteilt. Es blieb ein Aufruf an alle Mitglieder, ihre Mitgliedschaft zu kündigen.' Die Regierung setzt auf stille Diplomatie, auch andere Länder lobbyieren gegen weitere Sanktionen. Dass Trump keine neuen Sanktionen ankündigte, war eine vorläufige Erleichterung – doch Berendsen betonte: 'Bei Trump hat Aufschub in der Vergangenheit keineswegs Streichung bedeutet.' Die Rolle der Niederlande als ICC-Gastgeber bleibt zentral.

Auswirkungen und Folgen

Der erneute Boykottaufruf wirft Fragen zur Zukunft der internationalen Justiz auf. Ziehen mehr Länder ab, könnte die Reichweite des Gerichts deutlich schrumpfen. Zugleich signalisierte Trumps Rede eine Abkehr der USA von multilateralen Institutionen.

USA vs. ICC: Zentrale Unterschiede

AspektUSAInternationaler Strafgerichtshof
MitgliedschaftKein Mitglied125 Mitgliedstaaten
Jurisdiktion über AmerikanerLehnt jede Jurisdiktion abBeansprucht sie für Taten auf Mitgliedsterritorium
Haltung zum Netanyahu-HaftbefehlAblehnendHaftbefehl erlassen

FAQ: Trump, ICC-Boykott und UN-Rede

Was sagte Trump zum ICC bei der UN?

Er forderte alle Mitgliedstaaten zum Austritt auf und nannte das Gericht ein 'antiamerikanisches Tribunal ohne Jurisdiktion'.

Kündigte Trump neue ICC-Sanktionen an?

Nein. Trotz entsprechender Berichte wiederholte er nur den Boykottaufruf.

Warum lehnen die USA den ICC ab?

Die USA sind kein Mitglied und sehen keine Jurisdiktion über Amerikaner.

Wie reagierten die Niederlande?

Als Gastgeberland lehnen sie die Sanktionen ab und setzen auf stille Diplomatie.

Wie viele Länder sind ICC-Mitglieder?

2026 sind 125 Staaten Vertragsparteien des Römischen Statuts.

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