Trump eskaliert Spannungen mit Kanada nach kritischer Davos-Rede
In einer dramatischen Eskalation diplomatischer Spannungen hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Einladung Kanadas zur Teilnahme an seinem neu gegründeten 'Board of Peace' (auch Friedensrat genannt) zurückgezogen. Dies folgte auf die kritische Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Aktion, über Trumps Truth-Social-Plattform angekündigt, stellt eine signifikante Verschlechterung der amerikanisch-kanadischen Beziehungen während Trumps zweiter Amtszeit dar.
Die Rede, die den Konflikt auslöste
Premierminister Carneys Rede am Dienstag in Davos warnte vor einem 'Bruch der Weltordnung' und kritisierte, was er als autoritäre Führer beschrieb, die das internationale Recht untergraben. 'Die Starken tun, was sie können, und die Schwachen müssen es hinnehmen,' sagte Carney und bezog sich dabei auf die berühmte Beobachtung des Thukydides über Machtdynamiken in den internationalen Beziehungen. Obwohl er Trump nicht namentlich nannte, wurde die Rede allgemein als direkte Kritik an Trumps Außenpolitik interpretiert, insbesondere im Kontext der anhaltenden Spannungen um Grönland.
Carney, ein ehemaliger Gouverneur der Bank of Canada und der Bank of England, der 2025 der 24. Premierminister Kanadas wurde, rief mittlere Mächte dazu auf, sich gegen das zu vereinen, was er als einen Zusammenbruch der regelbasierten internationalen Ordnung sieht. 'Dieses kleine Abkommen gilt nicht mehr,' warnte er und bezog sich auf traditionelle Machtstrukturen.
Trumps Vergeltung und die Ambitionen des Friedensrats
Trump reagierte schnell, zunächst mit verbalen Angriffen, in denen er behauptete, Kanada 'verdanke seine Existenz' den Vereinigten Staaten und sollte dankbarer für amerikanische militärische und wirtschaftliche Unterstützung sein. Der Rückzug der Friedensrat-Einladung stellt eine konkretere Bestrafung dar. Der Friedensrat, Trumps internationales Vorzeigeprojekt, wurde offiziell am 22. Januar 2026 gegründet, mit Trump als Vorsitzendem.
Ursprünglich konzipiert, um den Wiederaufbau des Gazastreifens zu überwachen, hat der Rat seine Ambitionen erweitert. Laut Erklärungen des Weißen Hauses will er 'Gaza von einem Konfliktgebiet in eine Region verwandeln, die durch Chancen, Hoffnung und Vitalität definiert ist.' Trump hat sogar angedeutet, dass der Rat letztendlich die Vereinten Nationen 'überflüssig' machen könnte.
Internationale Reaktionen und Ratsmitgliedschaft
Die Zusammensetzung des Rats verrät viel über Trumps diplomatische Prioritäten. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Trump-freundliche Führer wie Ungarns Viktor Orbán und Argentiniens Javier Milei, neben Vertretern aus Pakistan, Paraguay und Armenien. Bemerkenswerterweise hat Russland eine Einladung erhalten, möchte aber zunächst 'mit strategischen Partnern beraten', bevor es sich verpflichtet.
Mehrere wichtige amerikanische Verbündete haben eine Teilnahme abgelehnt. Großbritannien und Frankreich haben bereits angegeben, kein Teil davon sein zu wollen, während Polen und Italien zunächst parlamentarische Zustimmung einholen möchten. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hat kürzlich höflich mit einem 'Danke, aber nein danke.' abgelehnt. Wie NBC News berichtete, nannte Großbritannien speziell Trumps Einladung an den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Grund zur Sorge.
Breitere Implikationen für die amerikanisch-kanadischen Beziehungen
Dieser Vorfall stellt nur die jüngste Verschlechterung der amerikanisch-kanadischen Beziehungen während Trumps zweiter Amtszeit dar. Trump hat Kanada zuvor als '51. Bundesstaat' bezeichnet und Zölle auf kanadische Waren verhängt. Unterdessen hat Carneys Regierung die Beziehungen zu China gestärkt und kürzlich ein Handelsabkommen unterzeichnet, das Zölle auf kanadische Agrarprodukte senkt, während die Einfuhr chinesischer Elektrofahrzeuge nach Kanada zunimmt.
Der Friedensrat selbst bleibt umstritten, wobei ein permanenter Sitz angeblich 1 Milliarde Dollar kostet – ein Betrag, den Kanada bereits zu zahlen abgelehnt hatte. Trump hat sich selbst zum lebenslangen Leiter des Rats ernannt und sagte Reportern in Davos, dass 'in der Theorie ist es lebenslang, aber ich weiß nicht, ob ich das will.'
Bisher hat Carneys Büro keine formelle Antwort auf die zurückgezogene Einladung gegeben, aber die diplomatische Kluft zwischen diesen nordamerikanischen Nachbarn scheint sich in einem entscheidenden Moment der internationalen Beziehungen zu vergrößern.
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