Weltweit geteilte Reaktionen auf Trumps Friedensinitiative

Weltpolitiker reagieren gespalten auf Trumps Einladung zu seinem 1-Milliarden-Dollar 'Board of Peace' für den Gaza-Wiederaufbau. Während einige Länder wie Russland und Belarus Interesse zeigen, lehnen andere wie Frankreich ab und äußern Bedenken hinsichtlich der Autorität der Vereinten Nationen.

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Internationale Reaktionen auf Trumps ambitionierte Friedensinitiative

Weltpolitiker reagieren mit einer Mischung aus Enthusiasmus und Skepsis auf Einladungen des US-Präsidenten Donald Trump, seinem neu angekündigten 'Board of Peace' beizutreten. Die Initiative, Teil von Phase Zwei von Trumps 20-Punkte-Plan für Gaza, hat Einladungen an rund 60 Länder verschickt, darunter Australien, Kanada, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Russland, Belarus, Paraguay, Zypern und Albanien.

Kontroverse Mitgliedschaften und finanzielle Forderungen

Der Rat, den Trump persönlich leiten wird, kommt mit beispiellosen finanziellen Anforderungen. Länder, die eine permanente Mitgliedschaft anstreben, müssen 1 Milliarde US-Dollar beisteuern, während eine Standardmitgliedschaft drei Jahre dauert und eine Verlängerung nach Trumps Ermessen erfolgt. 'Dies repräsentiert den größten und prestigeträchtigsten Rat, der je zusammengestellt wurde, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort auch immer,' erklärte Trump in den sozialen Medien.

Gemischte internationale Reaktionen

Die Reaktionen sind scharf gespalten. Russland und Belarus, die von westlichen Ländern aufgrund des Krieges in der Ukraine üblicherweise gemieden werden, haben bestätigt, Einladungen erhalten zu haben. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, 'die Einladung wird geprüft,' während der belarussische Führer Alexander Lukaschenko die Einladung 'begrüßt' hat.

Frankreich hat jedoch Berichten zufolge die Einladung abgelehnt, wobei Quellen gegenüber Reuters sagten, die Initiative 'wirft viele Fragen zur Rolle der Vereinten Nationen auf, eine Rolle, die nicht zur Diskussion stehen kann.' Anonyme westliche Diplomaten äußerten Bedenken, dass Trumps Rat die Autorität der UN untergraben könnte.

Prominente Persönlichkeiten und unterstützende Räte

Das Board of Peace wird von zwei unterstützenden Räten flankiert. Der Founding Executive Board umfasst hochrangige Persönlichkeiten wie den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, den US-Außenminister Marco Rubio und den Sondergesandten für den Nahen Osten, Steve Witkoff.

Der Gaza Executive Board beinhaltet die ehemalige niederländische Vizepremierministerin und UN-Gesandte Sigrid Kaag, die die Übergangsverwaltung in Gaza überwachen soll. Weitere eingeladene Führungspersönlichkeiten sind der ungarische Premierminister Viktor Orbán, der jordanische König Abdullah, der argentinische Präsident Javier Milei und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Gaza-Fokus und breitere Ambitionen

Obwohl sich der Rat zunächst auf den Wiederaufbau und die Verwaltung in Gaza konzentriert, erwähnt eine von The New York Times eingesehene Satzungsentwurf auffälligerweise kein Wort über Gaza, was auf breitere Ambitionen hindeutet. Der Plan sieht die Einrichtung einer palästinensischen technokratischen Verwaltung namens National Committee for the Administration of Gaza (NCAG) vor, geleitet von Dr. Ali Sha'ath, um während des Übergangs zu regieren.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat Unmut über die Abwesenheit israelischer Funktionäre in der Führung des Rates geäußert, obwohl Katar und die Türkei vertreten sind. Der kanadische Premierminister Mark Carney hat 'grundsätzlich' akzeptiert, betont aber, dass ungehinderte humanitäre Hilfe für Gaza eine Bedingung bleibt.

UN-Reaktion und internationale Bedenken

UN-Generalsekretär António Guterres reagierte vorsichtig und erklärte, 'Mitgliedstaaten sind frei, sich in verschiedenen Gruppen zusammenzuschließen,' während er bestätigte, dass 'die Vereinten Nationen immer ihr Mandat weiter ausführen werden.' Die Initiative kommt inmitten des anhaltenden Konflikts in Gaza, mit mehr als 450 Toten seit Beginn eines brüchigen Waffenstillstands vor drei Monaten.

Während Weltpolitiker ihre Antworten abwägen, steht Trumps ambitionierte Friedensinitiative vor erheblichen diplomatischen Herausforderungen und balanciert zwischen ehrgeizigen Wiederaufbauzielen und Bedenken über die Untergrabung etablierter internationaler Institutionen.

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