Wuppertal: Brandanschlag auf Synagoge vor Jom Kippur

Brandanschlag auf Wuppertaler Synagoge: Polizei nimmt 37-jährigen Afghanen fest. Tat am 17. September 2026, nur Tage vor Jom Kippur. Feuer schnell gelöscht.

Wuppertal: Brandanschlag auf Synagoge vor Jom Kippur
Teilen
Artikel teilen Wähle ein Netzwerk oder eine App auf deinem Gerät.
E-Mail

Ausgabe: DE

Die deutsche Polizei hat einen 37-jährigen afghanischen Staatsangehörigen festgenommen, nachdem es in der Bergischen Synagoge in Wuppertal nur wenige Tage vor Jom Kippur zu einem versuchten Brandanschlag gekommen war. Der Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge ereignete sich am frühen Donnerstagnachmittag des 17. September 2026, als ein Mann eine brennbare Flüssigkeit neben einem Seiteneingang ausgoss und anzündete.

Wie der niederländische Sender NOS berichtet, löschten Mitarbeiter der Synagoge die Flammen schnell und begrenzten den Schaden. Die Polizei erklärte, das Gebäude werde fast rund um die Uhr bewacht, sodass Beamte den Verdächtigen binnen Minuten in Tatortnähe festnehmen konnten. Deutschen Medien zufolge war der Mann den Behörden bereits bekannt und trug eine kleine Tasche mit Flüssigkeit bei sich — laut Bild handelte es sich um Urin.

Was geschah in der Wuppertaler Synagoge?

Die Wuppertaler Polizei und der Staatsschutz ermitteln wegen des Angriffs, der sich gegen 14:00 Uhr Ortszeit im Stadtteil Barmen ereignete. Der Verdächtige soll Behälter mit brennbarer Flüssigkeit auf den Seiteneingang geworfen, diese entzündet und die Flucht versucht haben. Niemand wurde verletzt, das Feuer war binnen Minuten gelöscht.

Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Mann allein handelte. Ein Motiv wurde bislang nicht öffentlich genannt, und der Vorfall wurde noch nicht als antisemitisch eingestuft. Die 2002 eröffnete Bergische Synagoge zählt mehr als 2.000 Mitglieder und ist ein Zentrum jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen.

Warum ist der Zeitpunkt vor Jom Kippur bedeutsam?

Der Angriff erfolgte drei Tage vor Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Die Gottesdienste gehören zu den bestbesuchten des Jahres, und die Vorbereitung auf Sicherheitsmaßnahmen zu Jom Kippur ist für Synagogen in ganz Deutschland eine Phase erhöhter Wachsamkeit.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, verurteilte den Vorfall und zeigte sich schockiert über „die Ruhe, mit der der Täter diesen Angriff am helllichten Tag verübt hat.“ Er forderte die Behörden auf, ein sicheres Begehen von Jom Kippur zu gewährleisten; die Synagogen würden trotz der Bedrohung voll sein.

Früherer Angriff und wachsender Antisemitismus

Die Bergische Synagoge war bereits Ziel eines Anschlags: Im Juli 2014 warfen drei palästinensische Jugendliche Molotowcocktails auf das Gebäude, zwei wurden später verurteilt. Nun spiegelt der Fall einen breiteren Trend. Laut der Monitoringstelle RIAS NRW stiegen die erfassten antisemitischen Vorfälle in Nordrhein-Westfalen 2025 um 17 Prozent auf 1.102. Der Antisemitismus in Deutschland 2025 ist für Polizei und Politik zu einem zentralen Thema geworden, jüdische Einrichtungen sind zunehmend auf dauerhaften Schutz angewiesen.

Was Behörden und Gemeindevertreter sagen

Vertreter der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert, aber dankbar für die schnelle Reaktion der Mitarbeiter. Die Synagoge bleibt geöffnet, zusätzliche Polizeipräsenz wird über die Feiertage erwartet. Die Behörden sichten Überwachungsvideos und befragen Zeugen; der Synagogenangriff von Wuppertal 2014 bleibt ein Referenzpunkt für mögliche Nachahmungsmotive. Schuster nannte die fehlende Scham des Täters ein Zeichen der „Normalisierung des Antisemitismus“ und drängte auf ein klares Signal, dass Angriffe auf jüdische Gotteshäuser nicht toleriert werden.

FAQ

Was geschah am 17. September 2026 in Wuppertal?

Ein 37-jähriger Mann goss brennbare Flüssigkeit an einem Seiteneingang der Bergischen Synagoge aus und zündete sie an. Mitarbeiter löschten das Feuer, niemand wurde verletzt, der Verdächtige wurde in Tatortnähe festgenommen.

Wer wurde festgenommen?

Die Polizei nahm einen 37-jährigen Mann mit afghanischem Hintergrund fest. Er war den Behörden bereits bekannt und handelte möglicherweise allein.

Wurde die Synagoge schon früher angegriffen?

Ja. Im Juli 2014 wurden Molotowcocktails auf die Synagoge geworfen; drei palästinensische Jugendliche wurden festgenommen, zwei verurteilt.

Warum wird der Vorfall so ernst genommen?

Die Tat geschah wenige Tage vor Jom Kippur und folgt auf einen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Nordrhein-Westfalen um 17 Prozent im Jahr 2025.

Ist die Synagoge an Jom Kippur geöffnet?

Ja. Gemeindevertreter erklärten, die Gottesdienste finden mit verstärktem Polizeischutz statt.

Eng verwandt