Golders Green: Messerangriff auf Juden als Terror erklärt

Zwei jüdische Männer wurden am 29. April 2026 in London bei einem Terrorangriff niedergestochen. Der 45-jährige Verdächtige wurde festgenommen. Der Angriff ist der jüngste in einer Welle antisemitischer Vorfälle unter Operation Compertum.

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Zwei jüdische Männer in Golders Green erstochen: Angriff als Terrorakt erklärt

Zwei jüdische Männer wurden am Mittwoch, den 29. April 2026, bei einem brutalen Messerangriff am helllichten Tag in der Nähe einer Synagoge in London-Golders Green attackiert. Die Polizei hat den Vorfall offiziell als Terrorakt eingestuft. Der Angriff gegen 11 Uhr auf der Golders Green Road erschüttert die jüdische Gemeinde und verstärkt die Besorgnis über eine Welle antisemitischer Gewalt in der britischen Hauptstadt.

Die Opfer – ein Mann in seinen 70ern und ein weiterer in seinen 30ern – wurden nach der Behandlung durch Hatzola, den jüdischen Rettungsdienst, in stabilem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Ein 45-jähriger Verdächtiger wurde nach einem Taser-Einsatz durch die Polizei festgenommen und soll versucht haben, auch Beamte zu attackieren. Scotland Yard bestätigte, dass der Verdächtige eine Vorgeschichte schwerer Gewalt und psychischer Probleme hat.

Angriffsdetails und sofortige Reaktion

Laut Zeugen und der jüdischen Sicherheitsgruppe Shomrim rannte der Täter mit einem Messer die Golders Green Road entlang und versuchte, jüdische Passanten zu attackieren. Der Ort liegt etwa 300 Meter von der Stelle entfernt, an der vier Hatzola-Krankenwagen durch Brandstiftung zerstört wurden. Shomrim-Freiwillige reagierten sofort und überwältigten den Verdächtigen vor dem Eintreffen der Polizei.

Die Terrorabwehr hat die Ermittlungen unter der Operation Compertum übernommen, die als Reaktion auf die eskalierenden Angriffe auf jüdische Ziele in London ins Leben gerufen wurde. Die jüngste Londoner antisemitische Angriffswelle 2026 folgt einem beunruhigenden Muster, wobei diese Messerattacke der brutalste Vorfall in einer Reihe von Brandstiftungen und Anschlägen ist.

Politische Verurteilung und Reaktion der Gemeinde

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Tat im Unterhaus als 'zutiefst besorgniserregend' und sprach von 'zu vielen ähnlichen Vorfällen' in letzter Zeit. Oppositionsführerin Kemi Badenoch nannte die Gewalt eine 'Epidemie' und einen 'nationalen Notfall'. Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den 'abscheulichen Angriff' und kündigte verstärkte Polizeistreifen in jüdischen Vierteln an. Oberrabbiner Sir Ephraim Mirvis forderte: 'Worte der Verurteilung reichen nicht mehr. Tatenlosigkeit ist nicht hinnehmbar.'

Der Anstieg von Hassverbrechen gegen Juden in Großbritannien veranlasst Gemeindeführer zu dringenden Forderungen, die Situation als nationale Sicherheitspriorität zu behandeln.

Hintergrund: Eine Welle antisemitischer Angriffe in London

Der Golders-Green-Vorfall ist der jüngste in einer Serie von Angriffen seit März 2026. Die koordinierte Natur lässt die Behörden Verbindungen zu iranischen Stellvertretern prüfen. Eine Gruppe namens Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (HAYI), vermutlich ein Front der iranischen Revolutionsgarden, hat die Verantwortung für mehrere Anschläge beansprucht.

Zeitleiste wichtiger Vorfälle 2026

  • 23. März: Vier Hatzola-Krankenwagen wurden in Golders Green in Brand gesetzt. Vier Personen angeklagt.
  • 15. April: Brandbomben auf die Finchley Reform Synagogue. Zwei Verdächtige festgenommen.
  • 17. April: Brandanschlag auf ein ehemaliges jüdisches Wohltätigkeitsgebäude in Hendon.
  • 19. April: Brandbombenangriff auf die Kenton United Synagogue in Harrow. Zwei Teenager festgenommen.
  • 28. April: Verdacht auf Brandstiftung an einer Gedenkwand für Opfer des iranischen Regimes in Golders Green.
  • 29. April: Zwei jüdische Männer in Golders Green erstochen – als Terrorakt eingestuft.

Bis Ende April wurden 27 Verhaftungen unter Operation Compertum durchgeführt. Scotland Yard hat zusätzliche Hate-Crime-Teams im Nordwesten Londons eingesetzt.

Ermittlungen und Sicherheitsmaßnahmen

Die Ermittler prüfen die Vorgeschichte des Verdächtigen sowie mögliche Verbindungen zu Iran-bezogene Terroranschläge in Großbritannien. Polizeipräsident Sir Mark Rowley betonte, man prüfe, ob der Angriff gezielt gegen die jüdische Gemeinde gerichtet war. Israels Außenministerium kritisierte die britische Regierung und erklärte, Starmers Worte seien 'kein Ersatz für Taten'.

Auswirkungen auf die jüdische Gemeinde

Golders Green beherbergt eine der größten orthodoxen jüdischen Gemeinden Europas. Die jüngste Angriffswelle hat die Bewohner tief verunsichert. Gemeindeführer Mendy Rosenberg appellierte: 'Wir brauchen Schutz, nicht nur Worte.' Der Community Security Trust (CST) meldete, dass antisemitische Vorfälle 2025 Rekordhöhen erreichten und 2026 diese bereits übertroffen haben.

Häufig gestellte Fragen

Was geschah bei der Messerattacke in Golders Green?

Zwei jüdische Männer (70er und 30er) wurden am 29. April 2026 auf der Golders Green Road in der Nähe einer Synagoge erstochen. Der 45-jährige Verdächtige wurde festgenommen. Der Vorfall wurde als Terrorakt eingestuft.

Geht es den Opfern gut?

Beide wurden von Hatzola behandelt und ins Krankenhaus eingeliefert. Sie sind in stabilem Zustand.

Was ist die Operation Compertum?

Eine spezielle Anti-Terror-Operation der Metropolitan Police zur Untersuchung der antisemitischen Angriffsserie seit März 2026.

Gibt es eine Verbindung zum Iran?

Die Sicherheitsbehörden prüfen Verbindungen zu iranischen Stellvertretern. Die Gruppe HAYI, ein mutmaßlicher IRGC-Front, hat die Verantwortung für mehrere Anschläge beansprucht.

Was wird zum Schutz der jüdischen Gemeinde getan?

Zusätzliche Hate-Crime-Teams und Streifen wurden eingesetzt. Die Regierung hat Mittel für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen zugesagt.

Quellen

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