Die Rettungsmission für das NASA-Weltraumteleskop Swift ist offiziell gescheitert, und das 21 Jahre alte Gammastrahlen-Observatorium steuert nun ungebremst auf die Erdatmosphäre zu. Die kommerzielle Raumsonde LINK, gebaut von Katalyst Space Technologies, wird das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium nicht einfangen oder anheben können, wie die NASA am 19. August 2026 bestätigte. Grund ist ein anhaltendes Problem mit der Lageregelung. Wissenschaftler müssen nun den Verlust eines der reaktionsschnellsten Instrumente der Astronomie verkraften.
Was ist das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium?
Das am 20. November 2004 gestartete Neil-Gehrels-Swift-Observatorium ist ein Multispektral-Weltraumteleskop zur Untersuchung von Gammastrahlenausbrüchen – den stärksten Explosionen im Universum. Weit über die geplante Lebensdauer von zwei Jahren hinaus hat Swift jährlich rund 100 Ausbrüche entdeckt und dient Astronomen weltweit als schnelles Reaktionsinstrument. Wichtige Fakten:
- Start: 20. November 2004
- Ursprüngliche Umlaufbahn: ca. 600 km
- Aktuelle Umlaufbahn 2026: ca. 375 km
- Geplante Lebensdauer: 2 Jahre
- Erwarteter unkontrollierter Wiedereintritt: Ende 2026
Im Gegensatz zu vielen Satelliten verfügte Swift nie über einen eigenen Antrieb. Der atmosphärische Widerstand hat ihn stetig absinken lassen, und die erhöhte Sonnenaktivität 2024 und 2025 dehnte die obere Erdatmosphäre aus, was den Bahnverfall beschleunigte.
Die gescheiterte LINK-Rettungsmission
Im September 2025 vergab die NASA an Katalyst Space einen Auftrag über 30 Millionen US-Dollar im Rahmen von SBIR Phase III, um die Wartungsraumsonde LINK zu bauen und zu starten. Das Ziel war beispiellos: an Swift anzudocken, das keine Andockvorrichtung besitzt, und es in eine höhere Umlaufbahn zu heben. LINK startete am 3. Juli 2026 an Bord einer Pegasus-XL-Rakete vom Kwajalein-Atoll auf den Marshallinseln. Die ersten Tests verliefen vielversprechend, doch am 25. Juli begann LINK zu taumeln.
Was schiefging: Ausfall der Lageregelung
Ingenieure von Katalyst stellten fest, dass zwei der drei Reaktionsräder von LINK ausgefallen waren und die Kaltgastriebwerke nur teilweise funktionierten. Ein Software-Update stellte vorübergehend die Kontrolle wieder her und reduzierte die Drehrate, aber die Raumsonde erreichte nie die nötige Stabilität für ein präzises Einfangen. Am 19. August 2026 kamen NASA und Katalyst zu dem Schluss, dass die Mission nicht abgeschlossen werden kann. „LINK wird unser Swift-Observatorium nicht einfangen oder anheben“, meldete das NASA-Universe-Konto. Stattdessen wird LINK Rendezvous- und Annäherungsmanöver durchführen, um Fähigkeiten für künftige Wartungsmissionen zu demonstrieren.
Auswirkungen auf Astronomie und Raumfahrtindustrie
Der Verlust ist erheblich. „Swift ist der Ersthelfer des Himmels“, sagte Kevork Abazajian, Professor an der UC Irvine. Der Bau des Teleskops kostete rund 250 Millionen Dollar, sodass die 30-Millionen-Dollar-Rettung eine kluge finanzielle Wette war, die letztlich nicht aufging. Ohne Eingriff wird Swift voraussichtlich bis Ende 2026 unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Wissenschaftler, die auf Gammastrahlenausbrüche und Neutronenstern-Verschmelzungen angewiesen sind, haben bis zum Start von Teleskopen der nächsten Generation weniger schnelle Reaktionsinstrumente. Der Fehlschlag ist auch ein Rückschlag für die kommerzielle Satellitenwartungsindustrie, die beweisen will, dass Roboter-Raumschiffe die Lebensdauer alternder Satelliten verlängern können.
Häufig gestellte Fragen
Warum scheiterte die Swift-Rettungsmission?
Die Raumsonde LINK verlor die Lageregelung, nachdem zwei ihrer drei Reaktionsräder ausgefallen waren, und konnte Swift nicht sicher einfangen.
Wann wird das Swift-Teleskop verglühen?
Die NASA erwartet, dass Swift bis Ende 2026 in die Erdatmosphäre eintritt, da seine Umlaufbahn weiter absinkt.
Was macht das Swift-Observatorium?
Swift entdeckt und untersucht Gammastrahlenausbrüche, die energiereichsten Explosionen im Universum, in Gammastrahlen-, Röntgen-, Ultraviolett- und optischen Wellenlängen.
Wie viel kostete die Rettungsmission?
Die NASA vergab an Katalyst Space einen Auftrag über 30 Millionen US-Dollar, einschließlich des Starts an Bord einer Pegasus-XL-Rakete.
Wird LINK noch etwas Nützliches tun?
Ja, LINK wird Rendezvous- und Annäherungsmanöver um Swift versuchen, um Daten für künftige Satellitenwartungsmissionen zu sammeln.
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