Technische Probleme verursachen Monatsverzögerung für historischen Mondflug
Die NASA hat den Start der Artemis-II-Mission offiziell auf März 2026 verschoben, nachdem bei einer kritischen Generalprobe mehrere technische Probleme aufgetreten sind. Die mit Spannung erwartete Mission, die erstmals seit 1972 vier Astronauten auf einen Flug um den Mond schicken soll, war ursprünglich für Februar geplant. Nun verzögert sich der Start um mindestens einen Monat, während Ingenieure verschiedene besorgniserregende Probleme angehen.
Mehrere Probleme während der Generalprobe
Die sogenannte 'Wet Dress Rehearsal', die Anfang dieser Woche durchgeführt wurde, offenbarte ein anhaltendes Leck von flüssigem Wasserstoff in der Verbindung zwischen der Space-Launch-System-(SLS)-Rakete und ihrer Startplattform. Dieses wiederkehrende Problem, ähnlich den Schwierigkeiten, die den unbemannten Artemis-I-Start 2022 verzögerten, zwang zum Abbruch des Countdowns bei T-minus 5 Minuten und 15 Sekunden, als die Wasserstoffwerte das Sicherheitslimit der NASA von 4 % überschritten.
Zusätzliche Komplikationen umfassten Probleme mit dem Druckregelsystem der Orion-Kapsel, bei denen ein Ventilausfall einen korrekten Kabinendruck verhinderte. Auch die Bodenkommunikationssysteme erlebten Unterbrechungen, und das kalte Wetter in Florida beeinträchtigte die Kamerafunktionalität während des Tests.
'Sicherheit bleibt unsere oberste Priorität,' erklärte NASA-Administrator Jared Isaacman während einer Pressekonferenz. 'Wir werden nur starten, wenn wir für diese historische bemannte Mondmission vollständig bereit sind.'
März-Startfenster und Crew-Status
Die NASA zielt nun auf den 6.-9. März oder den 11. März für den nächsten Startversuch ab, mit Ersatzterminen im April falls nötig. Die Artemis-II-Crew – Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Missionsspezialistin Christina Koch und der kanadische Astronaut Jeremy Hansen – wurde aus der Quarantäne entlassen, während Ingenieure Daten auswerten und eine neue Generalprobe planen.
Diese 10-tägige Mission stellt einen entscheidenden Test der Tiefraumfähigkeiten der NASA dar, da die Crew etwa 370.000 Kilometer von der Erde reisen und mehrere Tage in einer Mondumlaufbahn verbringen wird, bevor sie zurückkehrt. Die Mission dient als Vorläufer für Artemis III, das bis 2028 Astronauten auf der Mondoberfläche landen lassen soll.
Intensivierendes Weltraumrennen mit China
Die Verzögerung erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Wettbewerbs in der Monderkundung, bei dem China stetig Fortschritte in Richtung seiner eigenen bemannten Mondlandung vor 2030 macht. Laut einer Analyse der RAND Corporation hat Chinas Raumfahrtprogramm seit dem Start seines ersten Astronauten im Jahr 2003 bemerkenswerte Fortschritte erzielt, mit einem Budget von 19 Milliarden US-Dollar und zuverlässigen Long-March-Raketen mit einer Erfolgsquote von 97 %.
'Es sei denn, es ändert sich etwas, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten Chinas vorhergesagten Zeitplan schlagen werden,' warnte der ehemalige NASA-Administrator Jim Bridenstine kürzlich und betonte die geopolitischen Einsätze dieses neuen Weltraumrennens.
Chinas geplante Mission würde die neue Long-March-10-Rakete und die Mengzhou-Besatzungskapsel nutzen, die bis zu sechs Astronauten befördern kann, verglichen mit Orions vier. Das Land strebt eine permanente Mondforschungsstation an, was ihm möglicherweise erheblichen Einfluss auf die zukünftige Nutzung von Mondressourcen und die Raumfahrtgovernance geben könnte.
Historischer Kontext und zukünftige Implikationen
Das Artemis-Programm, das 2017 offiziell ins Leben gerufen wurde, stellt die ambitionierteste Monderkundungsanstrengung der NASA seit der Apollo-Ära dar. Laut Wikipedia umfasst das langfristige Ziel des Programms die Etablierung einer nachhaltigen menschlichen Präsenz auf dem Mond, um letztendlich Missionen zum Mars zu ermöglichen.
Der Erfolg von Artemis II ist entscheidend, nicht nur für den Zeitplan der NASA, sondern auch für die Aufrechterhaltung internationaler Partnerschaften durch die Artemis-Abkommen, die derzeit mehr als 30 Unterzeichnerstaaten umfassen. Die Mission wird Lebenserhaltungssysteme, Strahlenschutz und Kommunikationsfähigkeiten testen, die für die zukünftige Tiefraumerkundung wesentlich sind.
Während Ingenieure daran arbeiten, die technischen Probleme zu lösen, beobachtet die Welt genau – in dem Bewusstsein, dass das Ergebnis nicht nur die Zukunft der Monderkundung prägen wird, sondern auch die geopolitische Landschaft des Weltraums für die kommenden Jahrzehnte.
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