NASA's Artemis II: Erste bemannte Mondmission seit 1972 fast startklar

Die NASA bereitet Artemis II vor, die erste bemannte Mondmission seit 1972, mit einem Start, der für Februar 2026 geplant ist. Die Mission testet Orion-Systeme und umfasst eine internationale Zusammenarbeit mit der ESA.

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Historische Mondmission bereitet sich auf Start im Februar vor

Die NASA befindet sich in der finalen Vorbereitungsphase für die Artemis-II-Mission, die den ersten bemannten Flug zum Mond seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 markieren wird. Die Raumfahrtbehörde plant, die riesige, 98 Meter hohe Space-Launch-System-Rakete (SLS) vom Vehicle Assembly Building zur Startrampe 39B im Kennedy Space Center in Florida zu transportieren – eine Reise, die bis zu 12 Stunden dauern kann. „Dies ist ein entscheidender Moment für die bemannte Raumfahrt“, sagte NASA-Chef Bill Nelson in einer aktuellen Erklärung. „Wir kehren zum Mond zurück, um zu bleiben, und Artemis II ist der entscheidende erste Schritt.“

Missionsdetails und Zeitplan

Der Start der Artemis-II-Mission ist frühestens für den 6. Februar 2026 geplant, wobei mehrere Startfenster bis April zur Verfügung stehen. Die 10-tägige Mission wird vier Astronauten befördern – NASAs Reid Wiseman (Kommandant), Victor Glover (Pilot), Christina Koch (Missionsspezialistin) und den Astronauten der kanadischen Raumfahrtbehörde, Jeremy Hansen (Missionsspezialist) – auf eine Reise um den Mond ohne Landung. Die Besatzung wird etwa 8.889 Kilometer hinter die Rückseite des Mondes reisen und dabei kritische Systeme für zukünftige Mondlandungsmissionen testen.

Die Mission dient als entscheidender Test für NASAs Orion-Raumschiff, das während der vorherigen unbemannten Artemis-I-Mission im Jahr 2022 Probleme mit dem Hitzeschild hatte. Beim Wiedereintritt erreichten die Temperaturen mehr als 2.700 Grad Celsius, was zu stärkerer Erosion führte als erwartet. Die NASA hat seitdem Produktionsverbesserungen vorgenommen, betont jedoch, dass das System selbst während des Tests 2022 sicher war. „Wir haben wertvolle Lehren aus Artemis I gezogen und notwendige Anpassungen vorgenommen“, erklärte Howard Hu, NASAs Orion-Programmmanager.

Internationale Zusammenarbeit und europäischer Beitrag

Ein wichtiger Aspekt von Artemis II ist die umfangreiche internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Das European Service Module (ESM-2), gebaut von Airbus Defence & Space, stellt die kritische Lebenserhaltung für die Orion-Kapsel bereit, einschließlich Sauerstoff, Wasser, Strom, Antrieb und Temperaturregelung. Das Modul enthält vier 7-Meter-Solarpaneele, die in Airbus-Einrichtungen in Leiden, Niederlande, gefertigt wurden und 11,2 Kilowatt Strom erzeugen.

„Dies ist das erste Mal, dass die NASA einem europäisch gebauten System als kritischem Element für den Antrieb eines amerikanischen bemannten Raumfahrzeugs vertraut“, bemerkte Anthony Thirkettle, ESAs Produktionsmanager für das European Service Module. Die Zusammenarbeit erweitert die internationale Partnerschaft der Internationalen Raumstation auf die Tiefraumerkundung.

Technische Herausforderungen und Sicherheitsbedenken

Trotz der Aufregung um die Mission bleiben Sicherheitsbedenken bestehen. Der ehemalige Astronaut Charles Camarda, ein Hitzeschildspezialist, der die Columbia-Katastrophe überlebte, hat vor Risikobewertungsmustern gewarnt. „Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht die gleichen Fehler wiederholen, die zu früheren Unfällen führten“, erklärte Camarda in aktuellen Interviews. Zusätzliche Bedenken betreffen das ungetestete Umweltkontrollsystem und Notfall-Evakuierungsverfahren.

Die Mission erhält Konkurrenz durch Chinas Mondambitionen, wobei Peking seine eigene bemannte Mondlandung bis 2030 plant. Dies hat zu dem geführt, was viele als „neues Weltraumrennen“ zwischen den beiden Supermächten bezeichnen. Die NASA zielt auf eine Landung von Astronauten auf dem Mond mit Artemis III bis 2027-2028 ab, obwohl dieser Zeitplan von der Einsatzbereitschaft von SpaceX's Starship-Mondlander abhängt.

Historische Bedeutung und Zukunftspläne

Artemis II weist auffällige Ähnlichkeiten mit Apollo 8 im Jahr 1968 auf, das ebenfalls einen Mondorbit ohne Landung durchführte. Die Mission repräsentiert NASAs erneutes Engagement für die Monderkundung durch das Artemis-Programm, das offiziell 2017 gegründet wurde. Die langfristigen Ziele des Programms umfassen die Etablierung einer nachhaltigen menschlichen Präsenz auf dem Mond und die Vorbereitung auf eventuelle Missionen zum Mars.

Während die SLS-Rakete ihre langsame Reise zur Startrampe beginnt, bereiten sich Raumfahrtenthusiasten weltweit auf das vor, was einige als „das ultimative Slow-TV-Event“ bezeichnen. Mit 16 verfügbaren Startfenstern bis April bleibt die NASA flexibel, während die Sicherheit der Besatzung höchste Priorität behält. Die Mission verspricht, eine neue Generation von Raumfahrern zu inspirieren und die Rückkehr der Menschheit zur Tiefraumerkundung nach mehr als fünf Jahrzehnten zu markieren.

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