Deutscher Astronaut wird erster Europäer auf Mondmission

Die ESA bestätigt, dass ein deutscher Astronaut der erste Europäer auf einer Mondmission im Rahmen des NASA-Artemis-Programms wird. Drei Plätze wurden Deutschland, Frankreich und Italien zugewiesen - den größten ESA-Beitragszahlern. Ein Rekordbudget von 22,1 Milliarden Euro unterstützt europäische Raumfahrtambitionen.

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Historischer Meilenstein für europäische Raumfahrt

In einer bahnbrechenden Ankündigung, die ein neues Zeitalter für die europäische Raumfahrt einläutet, hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bestätigt, dass ein deutscher Astronaut der erste Europäer wird, der im Rahmen des NASA-Artemis-Programms zum Mond fliegt. Diese historische Entscheidung wurde von ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher während eines kürzlichen Raumfahrtgipfels in Bremen, Deutschland, bekannt gegeben, wo er drei wertvolle Mondmissionsplätze Deutschland, Frankreich und Italien zuwies - den drei größten finanziellen Beitragszahlern des europäischen Raumfahrtprogramms.

Die Astronautenkandidaten

Die Ehre könnte einem von Deutschlands zwei erfahrenen Astronauten zuteilwerden: Alexander Gerst (45), ein Geophysiker, der fast ein Jahr im Weltraum während zwei International Space Station-Missionen verbrachte und als erster deutscher Kommandant der ISS diente, oder Matthias Maurer (55), ein Materialwissenschaftler, der 2021 eine 177-tägige Mission an Bord der ISS abschloss. 'Der Mond ist ein riesiger Traum für jeden Astronauten,' erzählte Maurer deutschen Medien und sprach damit die Begeisterung aus, die von Raumfahrtprofis in ganz Europa geteilt wird.

Artemis-Programm Zeitplan

Die Reise zum Mond folgt einer sorgfältig geplanten Abfolge. Das NASA-Artemis-Programm schloss seinen ersten unbemannten Testflug 2022 erfolgreich ab, und der nächste große Meilenstein - Artemis II - ist für einen Start spätestens im April 2026 geplant. Diese Mission wird drei amerikanische Astronauten und einen Kanadier auf einen Mondvorbeiflug mitnehmen, bei dem sie den Mond umkreisen, aber nicht landen werden. Die tatsächliche Mondlandung ist für Artemis III geplant, derzeit vorgesehen für 2028, was die erste Rückkehr der Menschheit zur Mondoberfläche seit mehr als 50 Jahren markieren würde.

Europäische Teilnahme an diesen Missionen wird ermöglicht durch ESAs bedeutende technologische Beiträge, insbesondere die Entwicklung des Europäischen Servicemoduls, das Strom, Antrieb und Lebenserhaltung für NASAs Orion-Raumschiff bereitstellt. Wie die ESA kürzlich bestätigte, wurde das dritte Europäische Servicemodul im September 2025 offiziell an die NASA übergeben und wird das Orion-Raumschiff während der Artemis III-Mission mit Strom versorgen.

Rekordbudgeterhöhung

Die Ankündigung fällt mit einer enormen finanziellen Verpflichtung europäischer Länder zusammen. Die ESA erhielt eine Budgeterhöhung von 30%, wodurch die dreijährige Finanzierung auf 22,1 Milliarden Euro steigt. Deutschland führt die Beiträge mit etwa 5,4 Milliarden Euro an, gefolgt von Frankreich und Italien, die jeweils mehr als 3 Milliarden Euro zusagten. 'Dies stellt einen Paradigmenwechsel dar, der unsere Souveränität im Weltraum gewährleistet und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärkt,' erklärte die deutsche Forschungsministerin Dorothee Bär in einem Kommentar gegenüber Reuters.

Die Niederlande erhöhten ebenfalls ihren Beitrag und sagten 453 Millionen Euro zu statt der ursprünglich geplanten 344 Millionen Euro, was die wachsende Anerkennung der strategischen Bedeutung der Weltraumforschung widerspiegelt. Belgien, das mehr als 1 Milliarde Euro beiträgt, wird seinen Astronauten Raphaël Liégeois für ISS-Missionen statt für Mondflüge trainieren sehen.

Weltweites Weltraumrennen intensiviert sich

Generaldirektor Aschbacher betonte die Dringlichkeit der erhöhten europäischen Investition und merkte an, dass 'Europa aufzuholen hat' im sich schnell entwickelnden Raumfahrtsektor. Die Budgeterhöhung kommt inmitten sich verschärfender Konkurrenz zwischen etablierten Raumfahrtmächten und aufstrebenden kommerziellen Raumfahrtunternehmen. Wie von Euronews berichtet, plant die ESA die Einrichtung neuer Raumfahrtzentren in Norwegen und Polen und gleichzeitig die Stärkung von Partnerschaften mit Kanada, Japan, Südkorea und Australien.

Die Auswahl eines deutschen Astronauten für die erste europäische Mondmission stellt nicht nur eine persönliche Leistung für die gewählte Person dar, sondern auch einen symbolischen Sieg für europäische Zusammenarbeit in der Weltraumforschung. Wie Alexander Gerst in kürzlichen Interviews bemerkte, ist das Ziel nachhaltige Mondforschung, die letztendlich zu Forschungsstationen ähnlich denen in der Antarktis führen könnte, was neue Grenzen für wissenschaftliche Entdeckung und internationale Zusammenarbeit eröffnet.

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