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EU verhängt 890-Millionen-Strafe gegen Google

Die EU verhängte 890 Mio. € Strafe gegen Google wegen DMA-Verstößen: 460 Mio. für Selbstbevorzugung in der Suche, 430 Mio. für Anti-Steering auf Play. Google muss binnen 60 Tagen nachkommen.

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Die Europäische Kommission hat gegen Google eine Rekordstrafe von 890 Millionen Euro (etwa 1 Milliarde US-Dollar) wegen Verstößen gegen das Digital Markets Act (DMA) verhängt – die erste Strafe gegen den Tech-Riesen nach dem EU-Gesetz. Angekündigt am 23. Juli 2026, zielen die Strafen auf zwei Praktiken: Selbstbevorzugung in der Google-Suche und Anti-Steering-Beschränkungen auf Google Play. Die Entscheidung signalisiert eine Verschärfung der EU-Bemühungen, die Marktmacht von Big Tech zu begrenzen.

Was ist das Digital Markets Act (DMA)?

Das DMA ist eine EU-Verordnung, die im November 2022 in Kraft trat und ab Mai 2023 gilt. Es richtet sich an große digitale Plattformen, die als 'Gatekeeper' eingestuft werden – darunter Alphabet (Google), Apple, Amazon, Meta, ByteDance und Microsoft. Das DMA verbietet unfaire Praktiken wie Selbstbevorzugung, Datenkombination ohne Zustimmung und Beschränkungen alternativer Zahlungssysteme. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 10 % des globalen Jahresumsatzes, bei Wiederholung bis zu 5 % des täglichen Umsatzes.

460 Millionen Euro Strafe: Selbstbevorzugung in der Google-Suche

Die Kommission stellte fest, dass Google eigene Dienste wie Google Shopping, Google Hotels, Google Flights und Google Sports in den Suchergebnissen bevorzugt. Diese erscheinen prominenter mit verbesserten Darstellungen, was gegen DMA-Artikel 6(5) verstößt. Die Kommission ordnete an, dass Google innerhalb von 60 Drittvergleichsdienste gleich behandeln muss.

Auswirkungen auf europäische Unternehmen und Verbraucher

Das Urteil betrifft Unternehmen, die auf Sichtbarkeit angewiesen sind. Die EU-Digitalmarktregulierung zwingt Google nun, gleiche Bedingungen zu schaffen. Googles Präsident für globale Angelegenheiten, Kent Walker, kritisierte die Entscheidung als 'Produktverschlechterung, die von einer kleinen Gruppe eigennütziger Beschwerdeführer vorangetrieben wird' und warnte vor dem Verlust von Echtzeit-Funktionen.

430 Millionen Euro Strafe: Anti-Steering auf Google Play

Die zweite Strafe betrifft Googles Beschränkungen für App-Entwickler beim sogenannten 'Steering' – der Möglichkeit, Nutzer über alternative, günstigere Kaufkanäle außerhalb des Google Play Stores zu informieren. Die Kommission fand, dass Google Entwicklern verbot, mit Nutzern über Drittanbieter-App-Stores oder Direktkäufe zu kommunizieren, und verstieß gegen DMA-Artikel 5(4). Entwickler können nun Kunden direkt zu externen Zahlungsoptionen führen und Googles Provisionen umgehen.

Was ändert sich für App-Entwickler?

Entwickler können jetzt Links in ihren Apps zu externen Websites einfügen, E-Mails über Alternativen versenden und Transaktionen außerhalb von Google Play abschließen. Google argumentiert, dies untergrabe die Sicherheit: 'Das DMA zerstört Alltagsprodukte, indem es uns zwingt, Funktionen zu entfernen, die Nutzer vor Betrug schützen', so Walker.

Googles Reaktion und nächste Schritte

Google prüft die Entscheidung und erwägt Berufung beim Europäischen Gerichtshof. Das Unternehmen muss innerhalb von 60 Tagen die Auflagen erfüllen, sonst drohen Strafzahlungen von bis zu 5 % des weltweiten Tagesumsatzes. Bereits 2018 wurde Google mit 4,1 Milliarden Euro belegt – das 2025-Google-Android-Kartellurteil schuf einen Präzedenzfall für die aggressive Durchsetzung.

Weitere Auswirkungen auf Big Tech und transatlantische Beziehungen

Die Strafen kommen inmitten steigender Spannungen zwischen der EU und den USA. Der US-Handelsbeauftragte kritisierte die Strafe als risikobehaftet für den transatlantischen Handel. Dennoch wird die Kommission das DMA weiterhin energisch durchsetzen. Branchenanalysten erwarten, dass das Urteil ähnliche EU-Kartellverfahren gegen Big Tech beschleunigt. Für Verbraucher könnte dies mehr Auswahl und niedrigere Preise bedeuten, aber auch eine Verschlechterung integrierter Suchfunktionen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist das Digital Markets Act (DMA)?

Das DMA ist ein EU-Gesetz, das große digitale Plattformen (Gatekeeper) reguliert, um fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Es verbietet Selbstbevorzugung, Anti-Steering und Datenkombination ohne Zustimmung.

Warum wurde Google mit 890 Millionen Euro bestraft?

Google erhielt zwei Strafen: 460 Mio. € für Selbstbevorzugung eigener Dienste in der Suche und 430 Mio. € für die Behinderung von App-Entwicklern, Nutzer auf alternative Kaukanäle hinzuweisen.

Wie lange hat Google Zeit für die Umsetzung?

Google hat 60 Tage ab dem 23. Juli 2026, um die DMA-Vorgaben zu erfüllen. Bei Nichteinhaltung drohen Strafzahlungen von bis zu 5 % des Tagesumsatzes.

Kann Google gegen die Strafen vorgehen?

Ja. Google kann die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten. Die rechtlichen Schritte können Jahre dauern, aber das Unternehmen muss die Auflagen während des Verfahrens dennoch erfüllen, es sei denn, es wird eine Aussetzung gewährt.

Was bedeutet das für Android-App-Entwickler?

Entwickler können nun frei mit Nutzern außerhalb des Google Play Stores kommunizieren und Transaktionen abschließen, auch über Drittanbieter-Stores und Direktkäufe, was Provisionen spart.

Quellen

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