Ehemalige First Lady Kim Keon Hee in Luxusgeschenk-Skandal verurteilt
Kim Keon Hee, die Ehefrau des abgesetzten südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol, wurde wegen Korruption zu 20 Monaten Haft verurteilt. Das Zentralbezirksgericht in Seoul befand die 53-jährige ehemalige First Lady für schuldig, Luxusgeschenke – darunter Chanel-Taschen und eine Diamantkette – im Austausch für politische Gefälligkeiten zwischen April und Juli 2022 angenommen zu haben.
Der Richter stellte fest, dass Kim 'ihre Position für persönliche Bereicherung missbraucht habe' und es versäumt habe, Bitten eines Funktionärs der Vereinigungskirche, der die Geschenke bereitstellte, abzulehnen. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft gefordert, doch das Gericht verhängte eine deutlich mildere Strafe und ordnete an, dass Kim die Diamantkette zurückgeben und 12,85 Millionen Won (etwa 7.500 Euro) zurückzahlen muss.
Von schwereren Anklagen freigesprochen
In einem Teilerfolg für die Verteidigung wurde Kim von separaten Vorwürfen der Aktienmanipulation und des Verstoßes gegen das südkoreanische Gesetz zur politischen Finanzierung freigesprochen. Das Gericht sah nicht genügend Beweise, um ihre Beteiligung an dem Aktienmanipulationsschema mit Deutsche Motors zwischen 2010 und 2012 nachzuweisen, von dem die Staatsanwaltschaft behauptete, es sei Teil eines breiteren Musters finanziellen Fehlverhaltens gewesen.
'Das Gericht hat die Beweise sorgfältig abgewogen und ist zu dem Schluss gekommen, dass zwar die Bestechungsvorwürfe erwiesen sind, die schwereren Anklagen jedoch nicht ausreichend belegt sind,' sagte der Rechtsanalyst Park Ji-hoon in einem Kommentar für The Independent.
Historischer Moment für die südkoreanische Politik
Dieses Urteil markiert einen historischen Moment in der südkoreanischen Politik, da nun beide Mitglieder des ehemaligen Präsidentenpaares inhaftiert sind. Yoon Suk Yeol, der von 2022 bis zu seiner Absetzung 2025 Präsident war, erhielt Anfang dieses Monats eine fünfjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs, Behinderung der Justiz und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit seiner gescheiterten Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 2024.
Laut The Korea Times stellte das Gericht fest, dass Yoon verfassungsrechtliche Verfahren verletzt habe, indem er nur einige Kabinettsmitglieder über die Kriegsrechtsversammlung informierte und eine 'gefälschte Proklamation' erstellte, um die Erklärung rechtmäßig erscheinen zu lassen.
Breiterer politischer Kontext
Die Verurteilungen erfolgen vor dem Hintergrund einer breiteren politischen Krise in Südkorea. Yoons Präsidentschaft war von Beginn an von Kontroversen geprägt, mit durchweg niedrigen Zustimmungswerten und einer schweren Niederlage für seine Partei bei den Parlamentswahlen 2024. Sein Versuch, im Dezember 2024 das Kriegsrecht zu verhängen – die erste solche Erklärung seit dem Militärregime von Chun Doo-hwan im Jahr 1980 – löste massive Proteste in Seoul aus und führte zu seiner Absetzung.
Wie auf Wikipedia vermerkt, wurde Yoon der erste amtierende Präsident in der südkoreanischen Geschichte, gegen den ein Haftbefehl erlassen wurde, und der erste, der während seiner Amtszeit festgenommen und inhaftiert wurde.
Rechtliche Verfahren dauern an
Sowohl Kim als auch Yoon können gegen ihre Verurteilungen Berufung einlegen, und die Staatsanwaltschaft kann ebenfalls Berufung einlegen, um längere Strafen zu fordern. Kim sitzt seit August 2025 in Untersuchungshaft, nachdem das Gericht ihren Haftbefehl genehmigt hatte, aus Sorge, sie könne Beweise vernichten.
Yoon steht in einem separaten Aufstandsverfahren noch schwereren Anklagen gegenüber, bei denen die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe fordert. Dieser Prozess dauert an, wobei Rechtsexperten anmerken, dass dies bei einer Verurteilung zu lebenslanger Haft führen könnte.
Die Fälle stellen einen dramatischen Sturz aus der Macht für ein Paar dar, das 2022 mit Versprechen von Reformen und Anti-Korruptionsmaßnahmen in das Präsidenten-Blaue Haus einzog. Ihre Verurteilungen unterstreichen Südkoreas anhaltendes Engagement, selbst die höchsten Amtsträger gesetzlich zur Verantwortung zu ziehen.
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