Ex-Premier Han Duck-soo für Rolle in Notstandskrise 2024 verurteilt
In einem wegweisenden Urteil, das Schockwellen durch die südkoreanische Politik schickte, wurde der ehemalige Premierminister Han Duck-soo zu 23 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand ihn für schuldig, die Notstandserklärung vom Dezember 2024 durch den damaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol erleichtert zu haben. Das Bezirksgericht Seoul Central verkündete das Urteil heute und verurteilte den 76-jährigen Ex-Premier wegen Aufruhr, Meineids und der Fälschung offizieller Dokumente.
'Aufruhr von oben', der die Demokratie bedrohte
Das Gericht bezeichnete die Notstandserklärung als einen 'Aufruhr von oben', der Südkorea in eine Diktatur zurückzustürzen drohte. 'Die Handlungen des Angeklagten bedrohten die grundlegenden Rechte des Volkes und die freiheitlich-demokratische Grundordnung,' stellte der vorsitzende Richter im Urteil fest. 'Er spielte eine entscheidende Rolle in dem, was einem Selbstputschversuch gleichkam.'
Die Strafe lag acht Jahre über der 15-jährigen Forderung der Staatsanwaltschaft, was nach Ansicht des Gerichts die Schwere von Hans Handlungen widerspiegelt. Er wurde unmittelbar nach der Urteilsverkündung in Haft genommen und kann Berufung einlegen, wobei der Fall voraussichtlich vor den Obersten Gerichtshof gelangen wird.
Die Notstandskrise von 2024
Die Krise entfaltete sich am 3. Dezember 2024, als Präsident Yoon Suk Yeol in einer Fernsehansprache den Notstand ausrief, die Oppositionspartei Demokratische Partei der 'anti-staatlichen Aktivitäten' beschuldigte und das Parlament auflöste. Laut historischen Aufzeichnungen wurde diese Aktion allgemein als Versuch eines Selbstputschs zur Errichtung einer autoritären Herrschaft charakterisiert.
Politische Folgen und breitere Implikationen
Dieses Urteil markiert das erste Mal, dass ein ehemaliger Kabinettsminister wegen strafrechtlicher Anklagen verurteilt wurde, die direkt mit der Notstandserklärung zusammenhängen. Der Fall wird voraussichtlich einen erheblichen Einfluss auf den bevorstehenden Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten Yoon haben, der mit ähnlichen Aufruhr-Vorwürfen konfrontiert ist, die möglicherweise die Todesstrafe nach sich ziehen könnten.
Yoon wurde vom Parlament am 14. Dezember 2024 des Amtes enthoben, im Januar 2025 verhaftet und schließlich am 4. April 2025 vom Verfassungsgericht seines Amtes enthoben. Er wurde vorige Woche zu fünf Jahren Haft verurteilt wegen Amtsmissbrauchs, Behinderung der Justiz und Dokumentenfälschung im Zusammenhang mit dem gescheiterten Notstandsversuch.
'Dieses Urteil sendet ein klares Signal, dass niemand über dem Gesetz steht, selbst ehemalige hochrangige Amtsträger nicht,' sagte die Politikanalystin Kim Min-ji. 'Es zeigt die Widerstandsfähigkeit der demokratischen Institutionen Südkoreas trotz der ernsten Bedrohung, der sie ausgesetzt waren.'
Hans Verteidigung und politische Karriere
Während des Prozesses beharrte Han auf seiner Unschuld in allen Anklagepunkten außer Meineid und behauptete, er sei gegen Yoons Notstandsplan gewesen. Der ehemalige Premierminister, der nach Yoons Amtsenthebung auch als Interimspräsident diente, blickt auf eine lange politische Karriere von Jahrzehnten zurück, darunter das Amt des Premierministers unter Präsident Roh Moo-hyun von 2007 bis 2008 und als südkoreanischer Botschafter in den USA von 2009 bis 2012.
Laut lokalen Berichten wies das Gericht Hans Verteidigung zurück und befand, dass er aktiv an dem teilgenommen habe, was es einen 'Aufruhr von oben' nannte, der die verfassungsmäßige Ordnung Südkoreas zu untergraben drohte.
Breiterer Kontext der südkoreanischen Demokratie
Die Notstandskrise von 2024 stellte die bedeutendste Bedrohung für die südkoreanische Demokratie seit dem Übergang zur demokratischen Herrschaft im Jahr 1987 dar. Die schnelle Reaktion der Gesetzgeber – die militärische Blockaden überwanden, um innerhalb weniger Stunden einstimmig für die Aufhebung des Notstands zu stimmen – zeigte die Stärke der demokratischen Institutionen des Landes.
'Was wir im Dezember 2024 sahen, war eine Bewährungsprobe für unsere Demokratie, und glücklicherweise hielten unsere Institutionen stand,' bemerkte der Verfassungsrechtsexperte Professor Park Ji-hoon. 'Diese Verurteilung bekräftigt, dass Versuche, demokratische Prozesse zu untergraben, ernste Konsequenzen haben werden.'
Der Fall entwickelt sich weiter, mit erwarteten Berufungen und den breiteren politischen Implikationen, die das südkoreanische politische Landschaft wahrscheinlich noch Jahre lang beeinflussen werden.
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