Nanotyrannus-Skelett erzielt 47,3 Mio. USD

Ein seltenes Nanotyrannus-Skelett erzielt bei Sotheby’s 47,3 Mio. USD – das zweitwertvollste Dinosaurierfossil. Rekordauktion und Debatte um Privatbesitz.

Nanotyrannus-Skelett erzielt 47,3 Mio. USD
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Ausgabe: DE

Ein seltenes Nanotyrannus-Skelett namens „Jodi“ wurde bei Sotheby’s in New York für 47,3 Millionen US-Dollar (42 Millionen Euro) verkauft. Damit ist es das zweitwertvollste Dinosaurierfossil, das je versteigert wurde. Der zwölfminütige Bieterkampf mit sechs Sammlern online und per Telefon übertraf die Schätzung von 6 bis 9 Millionen Dollar deutlich und entfachte die Debatte über privaten Fossilbesitz neu. Der Verkauf wirft erneut Fragen nach dem Zugang der Forschung zu solchen Funden auf.

Was ist Nanotyrannus?

Nanotyrannus ist eine Gattung tyrannosauroider Dinosaurier aus dem späten Kreidezeitalter Nordamerikas, vor etwa 67 Millionen Jahren. Lange stritten Forscher, ob es eine eigene Art oder ein juveniles Tyrannosaurus-rex-Fossil war. Eine Revision von 2025 stützt den Status als eigene Gattung mit über 150 morphologischen Unterschieden, etwa schmalerem Schädel, längeren Beinen und ungesägten Vorderzähnen.

„Jodi“ ist außergewöhnlich vollständig: 4,7 Meter lang, etwa 2,7 Meter hoch, mit rund 191 Knochenelementen und nahezu vollständigem Schädel. Nur drei substanzielle Nanotyrannus-Skelette sind wissenschaftlich bekannt.

Rekordauktion bei Sotheby’s

2019 entdeckte Rancher Jodi Pierson das Skelett auf Privatland in Montanas Hell-Creek-Formation. Sotheby’s erwartete 6 bis 9 Millionen Dollar; die 47,3 Millionen platzieren es hinter dem T.-rex-„Gus“ (50,1 Millionen Dollar).

„Wissenschaftlich potenziell wichtige Fossilien können Forschung und Öffentlichkeit verloren gehen, wenn sie in Privatbesitz sind“, sagte ein Universitätsdozent dem Guardian. Die Ausgrabungs- und Montagekosten lägen wohl bei höchstens einer Million Dollar.

Der Käufer ist unbekannt. Der schnelle Verkauf spiegelt den Markt für Auktionen seltener Dinosaurierfossilien, bei denen private Sammler Museen zunehmend überbieten.

Warum Wissenschaftler besorgt sind

Der Rekordverkauf stößt bei Paläontologen auf Kritik: Aufsehenerregende Auktionen entzögen wissenschaftlich wertvolle Stücke öffentlichen Sammlungen. Museen und Universitäten können mit wohlhabenden Käufern oft nicht mithalten. Die Kontroverse gehört zur Debatte über Ethik des kommerziellen Fossiliensammelns und die Rolle von Auktionshäusern. Zwar gehören Funde auf Privatland in den USA rechtlich den Landbesitzern, doch Forscher argumentieren, einzigartige Stücke wie Jodi gehörten in Institutionen.

FAQ

Für wie viel wurde das Nanotyrannus-Skelett verkauft?

Für 47,3 Millionen US-Dollar (42 Millionen Euro) bei Sotheby’s in New York.

Wo wurde das Fossil gefunden?

2019 von Rancher Jodi Pierson auf Privatland in Montanas Hell-Creek-Formation.

Warum ist das Skelett so selten?

Nur drei substanzielle Nanotyrannus-Skelette sind bekannt; Jodi ist mit rund 191 Knochen und fast vollständigem Schädel besonders komplett.

War Nanotyrannus ein juveniler T. rex?

Lange umstritten; neuere Forschung stützt eine eigene Gattung mit über 150 Unterschieden zu Tyrannosaurus rex.

Wer kaufte das Skelett?

Der Käufer wurde nicht öffentlich genannt, wie bei hochpreisigen Fossilauktionen üblich.

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