Vier Haiangriffe in 48 Stunden führen zu Strandschließungen

Vier Haiangriffe innerhalb von 48 Stunden an der australischen Ostküste führen zu Strandschließungen. Starker Regen spült Abwasser ins Meer, lockt Köderfische und Bullenhaie an.

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Vier Haiangriffe in 48 Stunden führen zu Strandschließungen

Die Ostküste Australiens verzeichnet einen alarmierenden Anstieg von Haiangriffen mit vier separaten Vorfällen innerhalb von nur 48 Stunden. Der jüngste Angriff betraf einen Surfer bei Point Plomer, etwa 450 Kilometer nördlich von Sydney, der mit nur leichten Verletzungen entkam, nachdem ein Hai sein Surfbrett getroffen hatte. 'Es scheint, dass das Surfbrett den größten Teil des Aufpralls abgefangen hat,' berichtete ein örtlicher Rettungsschwimmer.

Mehrere Verletzte und weitreichende Strandschließungen

Zwei der vier Opfer erlitten bei den Angriffen schwere Verletzungen, was die Behörden veranlasste, Dutzende von Stränden nördlich von Sydney für mindestens zwei Tage zu schließen. Da Australien derzeit in der Sommerzeit ist, treffen die Schließungen beliebte Schwimm- und Surfplätze in der Hochsaison. 'Wenn Sie überlegen zu schwimmen, gehen Sie einfach in ein Schwimmbad,' riet ein Sprecher der Rettungsbrigade.

Starker Regen schafft ideale Bedingungen für Haie

Experten verweisen auf extreme Wetterbedingungen als Hauptursache für die erhöhte Haiaktivität. Letzten Sonntag erlebte Sydney seinen regenreichsten Tag seit 1988 mit 127 Millimeter Regen in 24 Stunden. Laut Haiexperte Chris Pepin-Neff von der Universität Sydney ist 'Schwimmen im Sydney Harbour nach starkem Regen eine schreckliche Idee wegen des erhöhten Haigefahrenrisikos.' Der starke Regen führt dazu, dass Abwasser aus dem städtischen Gebiet in den Ozean fließt, was Köderfische anlockt, die wiederum Haie näher an die Küste ziehen.

Bullenhaie: Die Hauptverdächtigen

Die Behörden vermuten, dass Bullenhaie (Carcharhinus leucas) für die Angriffe verantwortlich sind. Diese aggressiven Raubtiere gedeihen sowohl in Salz- als auch in Süßwasserumgebungen und werden häufig in flachen Küstengewässern und Flussmündungen angetroffen. 'Bullenhaie werden besonders von trübem, brackigem Wasser angezogen, das die Sicht verringert,' erklärte ein Meeresökologe. Zusammen mit Weißen Haien und Tigerhaien gelten Bullenhaie als die gefährlichsten Haiarten für Menschen.

Australische Haiangriffs-Statistiken

Australien verzeichnet typischerweise etwa 20 Haiangriffe pro Jahr, von denen durchschnittlich drei tödlich sind. Laut dem International Shark Attack File hat Australien die zweithöchste Anzahl von Haiangriffen weltweit, führt aber bei den Todesfällen und macht in den letzten Jahren 40% der weltweiten Haisterbefälle aus. Der aktuelle Höhepunkt stellt eine ungewöhnliche Konzentration von Vorfällen in einem kurzen Zeitraum dar.

Sicherheitsmaßnahmen und Zukunftsperspektive

Die Behörden haben Drohnen, Hubschrauber und Jetskis eingesetzt, um die Küstengewässer zu überwachen, während Experten raten, mindestens 72 Stunden nach erheblichem Regenfall nicht im Meer zu schwimmen. Die Bedrohung wird voraussichtlich anhalten, bis das Wasser wieder klar ist, was bis zu einer Woche dauern kann. 'Dies liegt nicht an zunehmenden Haipopulationen, sondern eher an mehr Mensch-Hai-Interaktionen aufgrund von Entwicklung, die Lebensräume eindringt, und zunehmender Strandnutzung,' bemerkte ein Spezialist für Meeresschutz.

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