Ein bisher unbekanntes Gemälde des französischen Malers Jean-Léon Gérôme, das sein Modell Emma Dupont darstellt, wurde in einem Pariser Dachboden entdeckt. Das Werk mit dem Titel L'Odalisque au Narcisse wurde am 28. Juli 2026 im Stadtteil Montmartre gefunden und vom Musée d'Orsay authentifiziert. Der Fund fügt dem Oeuvre des Künstlers ein neues Kapitel hinzu und wirft Licht auf die rätselhafte Frau, die viele seiner Werke inspirierte.
Die Entdeckung: Ein glücklicher Fund
Das Gemälde wurde in verblasste Seide gehüllt hinter einer falschen Wand auf dem Dachboden eines Gebäudes an der Rue des Martyrs gefunden. Das Anwesen gehörte Nachkommen eines Kunsthändlers aus Gérômes Umfeld. Die Auktionatorin Claire Fontaine hielt es zunächst für eine Kopie. Unter UV-Licht wurde jedoch die Signatur J.L. GÉROME sichtbar.
Die Arbeit misst 73 mal 92 Zentimeter und zeigt eine junge Frau – unverkennbar Dupont – auf einem Diwan in einem opulenten Harem-Interieur, eine Narzisse haltend. Sie ähnelt Gérômes Meisterwerk Pool in a Harem (1876) und wird auf 1877–1878 datiert. Der Markt für französische akademische Kunst des 19. Jahrhunderts hat zuletzt an Interesse gewonnen.
Wer war Emma Dupont?
Emma Dupont (fl. 1876–1890) ist eine rätselhafte Figur der Pariser Kunstszene. Als Teenager ausgesetzt, wurde sie vom Maler Alfred Stevens entdeckt und kam in die Ateliers von Montmartre. Sie wurde eines von Gérômes Lieblingsmodellen und erscheint in mindestens vier Hauptwerken: Pool in a Harem, Omphale, Tanagra und Pygmalion und Galatea.
Dr. Amélie Rousseau, Kuratorin am Musée d'Orsay, sagt: 'Dupont ist in der Kunstgeschichte allgegenwärtig, aber persönlich unsichtbar. Dieses Gemälde gibt uns einen intimeren Blick auf das Modell, das Gérôme offensichtlich bewunderte.' Die Entdeckung hat das Interesse an Wiederentdeckungen orientalistischer Gemälde neu entfacht.
Authentifizierung und wissenschaftliche Reaktion
Das Musée d'Orsay nutzte Pigmentanalyse, Leinwandvergleich und Stilbewertung. Die Pigmente, darunter das von Gérôme verwendete Lapislazuli-Ultramarin, stimmen mit anderen Werken überein. Infrarotreflektografie zeigte typische Unterzeichnungen.
Dr. Rousseau bestätigte: 'Es ist zweifellos ein echter Gérôme. Die Lichtbehandlung auf der Haut der Odaliske ist charakteristisch.' Eine kleine Kameebrosche mit den Initialen E.D. auf dem Turban ist ein persönliches Detail, das Forscher fasziniert.
Marktauswirkungen und Auktionsprognose
Christie's Paris versteigert das Gemälde im November 2026. Der Schätzwert liegt bei 4–7 Millionen Euro, könnte aber aufgrund der Provenienz und der starken Trends auf dem Kunstauktionsmarkt höher ausfallen.
| Gérôme-Gemälde | Jahr | Auktionspreis (falls verkauft) |
|---|---|---|
| Pool in a Harem | 1876 | Im Eremitage-Museum |
| Omphale | 1886 | Im Musée d'Orsay |
| Das Ende der Sitzung | 1886 | 3,1 Mio. $ (2019, Sotheby's) |
| L'Odalisque au Narcisse | ca. 1877–1878 | Schätzung 4–7 Mio. € (Nov. 2026) |
Das französische Kulturministerium erwägt, das Werk als trésor national einzustufen, was den Export blockieren und Museen ein Vorkaufsrecht einräumen würde. Eine Entscheidung wird für September 2026 erwartet.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde das verlorene Gérôme-Gemälde entdeckt?
Es wurde hinter einer falschen Wand in einem Pariser Dachboden während einer Haushaltsauflösung am 28. Juli 2026 gefunden. Zunächst für eine Kopie gehalten, enthüllte UV-Licht die Signatur.
Wer war Emma Dupont und warum ist sie wichtig?
Emma Dupont war ein Modell des 19. Jahrhunderts, das für Gérôme und andere Maler posierte. Sie erscheint in mehreren seiner berühmtesten orientalistischen Werke und ist eines der meistgesehenen Gesichter der akademischen Kunst.
Wie wurde das Gemälde authentifiziert?
Experten des Musée d'Orsay nutzten Pigmentanalyse, Leinwandvergleich und Infrarotreflektografie. Die Pigmente und Unterzeichnungen entsprechen Gérômes Technik der 1870er Jahre.
Wann und wo wird das Gemälde versteigert?
Christie's Paris bietet es im November 2026 bei der Auktion "Maîtres Anciens et Art du XIXe Siècle" an, mit einer Schätzung von 4–7 Millionen Euro.
Könnte das Gemälde von einem französischen Museum erworben werden?
Ja. Das Kulturministerium prüft die Einstufung als nationales Kulturgut, was französischen Institutionen ein Vorkaufsrecht einräumen würde.
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