EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nutzte ihre Rede zur Lage der Union am 16. September 2026, um einen Europäischen Sicherheitsrat zu fordern. Die EU müsse ihre eigene Sicherheit garantieren, da russische hybride Angriffe eskalieren und das US-Engagement in der NATO wankt. Der in Straßburg vorgestellte Plan würde EU-Mitglieder mit Kanada, dem Vereinigten Königreich, Norwegen und der Ukraine in einem Gremium zusammenbringen, das neben der NATO operiert, sie aber nicht ersetzt.
Was ist der Europäische Sicherheitsrat?
Von der Leyens Plan sieht ein Gremium vor, das die NATO ergänzt: Bei Bedrohung könnten teilnehmende Länder Notfallkonsultationen anfordern – ähnlich Artikel 4 des NATO-Vertrags. Der Vorstoß ist Teil der EU-Verteidigungszusammenarbeit, die durch die russische Bedrohung neue Dringlichkeit erhielt.
Sie verwies auf Drohnenzwischenfälle über Litauen und einen vereitelten Drohnenangriff in Leipzig als Beleg, dass die Gefahr nicht auf die Ukraine beschränkt bleibt. 'Die Europäische Union muss unabhängig handeln können, um ihre Bürger zu schützen', sagte sie laut dem niederländischen Sender NOS.
Warum baut die EU jetzt ihre eigene Sicherheitsstruktur auf?
Russische hybride Angriffe und NATO-Unsicherheit
Der Vorschlag kommt, während die NATO nach Antworten auf russische Aggression ringt und Präsident Donald Trump Zweifel an der Verlässlichkeit Washingtons nährt. Von der Leyen nannte die USA nicht namentlich, doch ihr Aufruf spiegelt die wachsende Sorge über die Abhängigkeit von amerikanischen Sicherheitsgarantien.
Kanadas Assoziierung und die Neuausrichtung der Mittelmächte
Zudem schlug sie vor, Kanada zum ersten 'assoziierten Mitglied' der EU zu machen – über das CETA-Abkommen hinaus hin zu einer gemeinsamen Wirtschafts- und Sicherheitsallianz. Premierminister Mark Carney war anwesend. Laut CNBC zeigt dies, wie Trumps Rückzug Bündnisse unter Mittelmächten umformt. 'Wir wollen die Beziehung auf die höchste Ebene heben', sagte sie.
Jenseits der Sicherheit: Migration, Hitzewellen und soziale Medien
Notfallrahmen für Migration
Von der Leyen schlug Gesetze vor, um große Migrantengruppen ohne Asylverfahren zurückzuführen, sowie einen 'Werkzeugkasten' für Krisen wie die Ankünfte in der spanischen Exklave Ceuta. Sie räumte Differenzen in Europa ein, bestand aber darauf, dass 'die einzige Lösung eine europäische Lösung ist', und verwies auf den europäischen Migrationspakt als Grundlage. Ihr Plan folgt einem gemeldeten Rückgang illegaler Ankünfte um 55 Prozent.
Hitzewellenplan und Social-Media-Regeln
Den vergangenen Sommer nannte sie 'den Sommer der Wahrheit' und kündigte einen Hitzewellenplan an, der 100 gefährdete Gebiete erfasst. Zudem bestätigte sie ein Social-Media-Paket: ein Verbot für Kinder unter 13 und eingeschränkte 'Mini-Konten' für 13- bis 15-Jährige mit elterlicher Aufsicht und Zeitlimits. 'Genug ist genug', sagte sie. Der Vorschlag folgt einem Brief von Präsident Emmanuel Macron, berichtet von Reuters.
Was bedeutet das für Europas Zukunft?
Die Rede markiert einen Wandel zur strategischen Autonomie. Mit dem Sicherheitsrat, der Assoziierung Kanadas und neuen Kinderschutzgesetzen im Netz will von der Leyen die Abhängigkeit von den USA verringern. Ob sich die Mitgliedstaaten über die Befugnisse des Rates einigen, bleibt laut Analysten die zentrale Frage.
FAQ
Was ist der Europäische Sicherheitsrat?
Ein vorgeschlagenes Gremium, das EU-Mitglieder mit Kanada, Großbritannien, Norwegen und der Ukraine verbindet, um Sicherheitsantworten neben der NATO zu koordinieren.
Ersetzt er die NATO?
Nein. Der Vorschlag positioniert den Rat ausdrücklich als Ergänzung zur NATO, nicht als Ersatz.
Welche Social-Media-Änderungen wurden angekündigt?
Ein Verbot für Kinder unter 13, überwachte 'Mini-Konten' und Zeitlimits für 13- bis 15-Jährige sowie ein Gesetz gegen süchtig machendes Design.
Was ist Kanadas Assoziierung?
Ein Status über CETA hinaus, der Wirtschafts- und Sicherheitskooperation vertieft; eine solche Kategorie existiert in den EU-Verträgen noch nicht.
Wann tritt das Social-Media-Gesetz in Kraft?
Der Plan wird am 17. September 2026 veröffentlicht, braucht aber die Zustimmung von Parlament und allen 27 Mitgliedstaaten.
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