Die Straße von Hormus, eine nur 33 Kilometer breite Meerenge, ist seit dem 28. Februar 2026 praktisch blockiert. Dies hat laut FAO einen der schwersten Schocks für globale Warenströme ausgelöst. Der Tankerverkehr brach um über 90% ein, was die Lieferketten für Rohöl, Erdgas und Düngemittel unterbricht – Waren, die 20-35% des globalen Seehandels ausmachen. Die Düngemittelpreise stiegen Anfang 2026 um bis zu 28%, und die FAO warnt vor massiven Ernteausfällen bei Weizen und Reis, was eine Hungerkrise in importabhängigen Ländern auslösen könnte.
Hintergrund: Die Straße von Hormus als globaler Engpass
Vor der Krise passierten täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl (25% des globalen Seetransports), 20% des verflüssigten Erdgases (LNG) und bis zu 30% der international gehandelten Düngemittel die Meerenge. Der Krieg im Iran 2026 und die anschließenden Militäroperationen der USA und Israels führten dazu, dass der Iran die Straße am 28. Februar 2026 blockierte, Seeminen legte und Handelsschiffe angriff. Die Ölausfuhren brachen um 95% ein, LNG um 99% und Düngemitteltransporte um 87%.
Der Düngemittelschock: Preise steigen, Lieferketten zerbrechen
Harnstoffpreise steigen um 80%
Der Düngemittelpreisindex der Weltbank stieg im ersten Quartal 2026 um über 12% auf den höchsten Stand seit Oktober 2022. Harnstoff (Urea) verteuerte sich um 80% auf über 850 Dollar pro Tonne, da die Ammoniakproduktion im Iran und die Harnstoffproduktion in Katar eingestellt wurden. Die Preise für DAP (Diammoniumphosphat) stiegen im April um über 10%, MOP (Kaliumchlorid) um 5%.
Verwundbare Länder erleben einen 'Doppelschock'
FAO-Chefökonom Máximo Torero warnte von einem 'Doppelschock' für Landwirte durch steigende Dünger- und Treibstoffpreise. Am stärksten betroffen sind Sri Lanka, Bangladesch, Indien, Ägypten, Sudan und mehrere afrikanische Länder südlich der Sahara. Bangladesch bezieht 53,3% seiner Düngemittel aus der Golfregion, der Sudan 54%. Sogar Brasilien importiert 20% seiner Düngemittel aus dieser Region. Die globale Düngemittellieferkette erweist sich als alarmierend fragil.
Energiekrise verschärft landwirtschaftlichen Druck
Die Blockade ließ die Ölpreise von 61 auf 138 Dollar pro Barrel steigen, bevor sie nach einem fragilen Waffenstillstand unter 100 Dollar fielen. Der IWF prognostiziert in seinem Weltwirtschaftsausblick vom April 2026 drei Szenarien: Basis (Öl bei 82 Dollar, Wachstum 3,1%), negativ (Öl bei 100 Dollar, Wachstum 2,5%, Inflation 5,4%) und schwer (Öl bei 110-125 Dollar, Wachstum 2,0%, Inflation über 6%). Die Verbindung zwischen Energie, Dünger und Nahrungsmitteln bedeutet, dass höhere Ölpreise direkt die Kosten für Stickstoffdünger erhöhen.
Auswirkungen auf die globale Ernährungssicherheit
Die FAO prognostiziert für 2025 eine globale Getreideproduktion von 3.040 Millionen Tonnen (plus 6%). Für 2026 droht jedoch ein Rückgang der Weizenernte um 2%, falls die Düngerknappheit anhält. Importabhängige Länder in Südasien und Afrika sind am verwundbarsten. Indien und China importieren rund 20% ihrer Düngemittel aus der Golfregion.
Expertenmeinungen und politische Reaktionen
Máximo Torero, FAO-Chefökonom, sagte bei den Vereinten Nationen: 'Dies ist nicht nur eine Schifffahrtskrise, sondern eine sich anbahnende Ernährungssicherheitskrise. Die Landwirte erleben einen Doppelschock aus höheren Treibstoff- und Düngerkosten.' Er fordert alternative Handelskorridore, Unterstützung für die Zahlungsbilanz und die Diversifizierung der Düngemittelquellen.
FAQ
Welcher Anteil des globalen Düngemittelhandels passiert die Straße von Hormus?
Etwa 30% der weltweit gehandelten Düngemittel, darunter Harnstoff, Ammoniak und Phosphate, werden durch die Meerenge transportiert. Die Blockade hat diese Transporte um 87% reduziert.
Wie stark sind die Düngemittelpreise gestiegen?
Der Preisindex der Weltbank stieg im 1. Quartal 2026 um über 12%. Harnstoff verteuerte sich um 80% auf über 850 Dollar pro Tonne. Die Preise für nahöstlichen Harnstoff stiegen im März um 19%, für ägyptischen um 28%.
Welche Länder sind am stärksten von Ernährungsunsicherheit bedroht?
Zu den am stärksten gefährdeten Ländern gehören Sri Lanka, Bangladesch, Indien, Ägypten, Sudan und mehrere afrikanische Staaten. Bangladesch bezieht 53,3% seiner Düngemittel aus der Golfregion, der Sudan 54%.
Wie lange kann die Störung andauern, bevor die Ernten beeinträchtigt werden?
Die FAO warnt, dass bei einer Dauer von mehr als drei Monaten die Erträge von Weizen, Reis und Mais sinken werden. Globale Nahrungsmittelpreisschocks sind innerhalb von 6 bis 12 Monaten zu erwarten.
Welche wirtschaftlichen Szenarien hat der IWF?
Der IWF stellt drei Szenarien vor: Basisszenario (Öl 82 $, Wachstum 3,1%), Negativszenario (Öl 100 $, Wachstum 2,5%, Inflation 5,4%) und Schockszenario (Öl 110-125 $, Wachstum 2,0%, Inflation >6%). Die Welt driftet derzeit in Richtung des Negativszenarios.
Fazit: Ein Wendepunkt für die globalen Nahrungsmittelsysteme
Die Krise in der Straße von Hormus hat die Verwundbarkeit der globalen Ernährungssysteme gegenüber Störungen in den Energie- und Düngemittellieferketten offengelegt. Während sich die globale Nahrungsmittelkrise 2026 entwickelt, müssen politische Entscheidungsträger dringend über alternative Lieferwege, Investitionen in heimische Düngemittelproduktion und strategische Reserven nachdenken. Die kommenden Monate werden die Widerstandsfähigkeit der globalen Nahrungsmittelsysteme auf eine harte Probe stellen.
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