Die globalen Militärausgaben erreichten 2025 mit 2,89 Billionen US-Dollar einen Rekord. Die europäischen NATO-Mitglieder verzeichneten das schnellste Wachstum seit 1953: Ihre Verteidigungsausgaben stiegen um 14% auf 864 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine und wachsende Unsicherheit über US-Sicherheitsgarantien. Dies markiert eine historische Verschiebung in der transatlantischen Verteidigungslandschaft.
Rekord bei globalen Militärausgaben
Die weltweiten Militärausgaben stiegen 2025 real um 2,9% auf 2,887 Billionen US-Dollar (2,5% des BIP). USA, China und Russland machten 51% der Gesamtausgaben aus. US-Ausgaben fielen um 7,5%, während das Pentagon einen Rekordhaushalt von 1,5 Billionen US-Dollar für 2027 beantragte. Die globalen Verteidigungsausgabentrends zeigen einen Rückgang des US-Anteils an den NATO-Ausgaben von 64% auf 59%.
Europas historische Aufrüstung
Europäische NATO-Mitglieder gaben fast 500 Mrd. US-Dollar aus, Deutschland mit 114 Mrd. (+24%) erstmals über 2% BIP. Weitere Anstiege: Belgien (+59%), Spanien (+50%), Polen (über 4%). SIPRI bezeichnete dies als größten jährlichen Anstieg seit 1953. NATO-Generalsekretär Rutte bestätigte, dass erstmals alle 32 Mitglieder das 2%-Ziel erreichten. Neue Ziele von 5% BIP bis 2035 wurden beschlossen.
Wettrüsten in Asien-Pazifik
Asien und Ozeanien verzeichneten das schnellste regionale Wachstum seit 2009: +8,1% auf 681 Mrd. US-Dollar. China erhöhte um 7,4% auf 336 Mrd., Japan um 9,7% auf 62,2 Mrd. (höchster BIP-Anteil seit 1958). Taiwans Ausgaben stiegen um 14% auf 18,2 Mrd., Indien gab 92,1 Mrd. aus.
Krieg in der Ukraine treibt Ausgaben
Russlands Militärausgaben stiegen um 5,9% auf geschätzte 190 Mrd. (7,5% des BIP), die Ukraine um 20% auf 84,1 Mrd. (40% des BIP). SIPRI-Forscher betonten die enorme wirtschaftliche Belastung beider Länder.
Naher Osten und weitere Regionen
Die Militärausgaben im Nahen Osten blieben mit 218 Mrd. US-Dollar stabil. Israels Ausgaben fielen nach dem Waffenstillstand um 4,9% auf 48,3 Mrd. Afrika verzeichnete einen Anstieg von 3,2%.
Boom der Verteidigungsindustrie
Rüstungsaktien legten stark zu: Rheinmetall +154%, Hanwha Aerospace +193%, Mitsubishi Heavy Industries +72,7%. Die Börsenrallye der Verteidigungsindustrie spiegelt die Erwartung anhaltend hoher Ausgaben wider.
Ausblick 2026 und darüber hinaus
SIPRI erwartet weiter steigende Ausgaben. Der US-Haushalt könnte 1 Billion US-Dollar überschreiten. Der NATO-Gipfel in Ankara im Juli 2026 soll neue Ziele festlegen. Dr. Tian sprach von einer strukturellen Verschiebung der globalen Verteidigungsausgaben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist SIPRI?
Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI) analysiert Militärausgaben und Abrüstung.
Wie stark stiegen die globalen Militärausgaben 2025?
Real um 2,9% auf 2,887 Billionen US-Dollar, der höchste Stand seit 2009 gemessen am BIP.
Warum stiegen die europäischen NATO-Ausgaben so stark?
Wegen des Ukraine-Krieges, neuer NATO-Ziele und Unsicherheit über US-Garantien. Alle 32 Mitglieder erreichten erstmals das 2%-BIP-Ziel.
Welches Land gab 2025 am meisten für Verteidigung aus?
Die USA (954 Mrd.), gefolgt von China (336 Mrd.), Russland (190 Mrd.), Deutschland (114 Mrd.) und Indien (92,1 Mrd.).
Wie ist der Ausblick für 2026?
SIPRI erwartet weiteres Wachstum, das Pentagon beantragte 1,5 Billionen US-Dollar für 2027. Europäische und asiatische Länder planen weitere Erhöhungen.
Quellen
- SIPRI Pressemitteilung, 27. April 2026: SIPRI Globaler Militärausgabenbericht
- CNN, 27. April 2026: Weltweiter Militärausgabenbericht
- CNBC, 27. April 2026: Rekord der globalen Militärausgaben
- DW, 27. März 2026: Europäische NATO-Verteidigungsausgaben
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