Untersuchung zu Rauchvorfall an Bord des neuen belgischen Minenjägers
Die belgischen Behörden untersuchen, was Verteidigungsminister Theo Francken einen 'bemerkenswerten' Vorfall an Bord des nagelneuen Minenjägers M940 Oostende in Zeebrügge nennt. Am Dienstagabend wurde Rauch aus der Selective Catalytic Reduction (SCR)-Anlage des Schiffes beobachtet, die überhitzt war. Die Feuerwehr von Brügge wurde gegen 19:30 Uhr alarmiert und kühlte das System erfolgreich ab, obwohl kein tatsächlicher Brand gemeldet wurde.
'Es gab keinen Brand an Bord, aber wir mussten einige überhitzte Bereiche kühlen,' sagte Francken Reportern. 'Es scheint sich um einen technischen Defekt in einem Teil des Abgassystems zu handeln. Wir erwarten in den kommenden Tagen mehr Klarheit.'
Bedenken hinsichtlich Sabotage
Der Vorfall hat Sicherheitsbedenken aufkommen lassen, nur wenige Tage nachdem in Deutschland zwei Männer wegen des Verdachts auf versuchte Sabotage an Marineschiffen im Hafen von Hamburg festgenommen wurden. Als Parlamentsabgeordnete nach möglicher Sabotage fragten, räumte Francken die Parallele ein. 'In Deutschland gibt es Sabotageaktionen, das haben wir gesehen,' erklärte er, vermied jedoch Spekulationen über ähnliche Aktivitäten in Zeebrügge.
Die M940 Oostende war erst am Montag nach ihrer Auslieferung im November 2025 aus dem Trockendock gekommen. Das Schiff ist Teil eines gemeinsamen belgisch-niederländischen Programms zur Beschaffung von zwölf Minenjägern der neuen Generation – sechs für jedes Land. Das erste niederländische Schiff, die Vlissingen, wird später in diesem Monat in den Niederlanden erwartet.
Fortschrittliche Drohnentechnologie
Diese neuen Minenjäger stellen einen bedeutenden technologischen Sprung nach vorne dar, produziert vom Belgium Naval & Robotics-Konsortium. Sie sind sowohl mit fliegenden als auch mit schwimmenden Drohnen zur Minenerkennung und -neutralisierung ausgestattet. Neben traditionellen Minenräumaufgaben werden die Schiffe auch zum Schutz von Unterwasserkabeln eingesetzt – kritische Infrastruktur, die zunehmend anfällig für Sabotage wird.
Das niederländische Verteidigungsministerium verfolgt die belgische Untersuchung aufmerksam. Ein Sprecher sagte dem NOS, dass es bei der Vlissingen noch keine ähnlichen Vorfälle gegeben habe, die 2023 in Frankreich zu Wasser gelassen wurde und diesen Monat in den Niederlanden ankommt. Die übrigen fünf Schiffe für jedes Land werden in den kommenden Jahren ausgeliefert.
Kostenüberschreitungen belasten das Projekt
Das Minenjägerprogramm leidet unter erheblichen Budgetproblemen. Ursprünglich mit 883 Millionen Euro für die sechs niederländischen Schiffe veranschlagt, sind die Kosten laut AD-Berichten um mehr als eine Viertelmilliarde Euro gestiegen. Verteidigungsbeamte führen die Steigerungen hauptsächlich auf steigende Materialpreise zurück.
In Belgien ist die Situation noch dramatischer. Der belgische Rechnungshof berichtete, dass die Kosten für die sechs belgischen Schiffe durch die Inflation von 0,97 auf 1,57 Milliarden Euro gestiegen sind, wie in ihrem Bericht beschrieben. Zusätzliche Anpassungen zur Erfüllung neuer Anforderungen für den Schutz der Unterwasserinfrastruktur haben die Kosten weiter in die Höhe getrieben.
Der Vorfall kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt für die europäische maritime Sicherheit, mit zunehmenden Bedenken hinsichtlich des Schutzes maritimer Infrastruktur nach jüngsten Sabotageversuchen in Deutschland und verstärkten Drohnenüberwachungsaktivitäten bei Militäreinrichtungen in ganz Europa. Die strategische Bedeutung der Nordsee als Knotenpunkt für Daten- und Energieinfrastruktur unterstreicht die Dringlichkeit, solche hochmodernen Plattformen einsatzbereit zu halten.
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