Pelicot 2.0: Österreicher nach Drogenmissbrauch verhaftet

Pelicot 2.0 Österreich: Polizei verhaftet einen 51-jährigen Mann, der seine Frau betäubt und von anderen Männern missbraucht haben soll. Die 39-Jährige starb.

Pelicot 2.0: Österreicher nach Drogenmissbrauch verhaftet
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Ausgabe: DE

Die österreichische Polizei hat einen 51-jährigen Mann im Fall Pelicot 2.0 Österreich festgenommen, nachdem seine 39-jährige Ehefrau nach einem laut Staatsanwaltschaft ein Jahr andauernden Muster von Betäubung und sexuellem Missbrauch durch mehrere Männer gestorben war. Die Festnahme in Marchtrenk bei Linz erschüttert das Land und wird direkt mit dem Massenvergewaltigungsprozess um Gisèle Pelicot in Frankreich verglichen.

Was ist Pelicot 2.0?

Der Begriff Pelicot 2.0 bezieht sich auf die Ähnlichkeit des Falls Marchtrenk mit dem französischen Verfahren gegen Dominique Pelicot. Dieser wurde im Dezember 2024 zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er seine damalige Frau Gisèle betäubt und über fast ein Jahrzehnt Dutzende Männer online rekrutiert hatte, um sie zu vergewaltigen. 50 Mitangeklagte wurden verurteilt; Gisèle wurde nach dem Verzicht auf ihre Anonymität zu einer globalen feministischen Symbolfigur. Österreichische Staatsanwälte sollen laut lokalen Medien dieselbe Bezeichnung verwendet haben. Der Gisèle-Pelicot-Massenvergewaltigungsprozess bleibt eine zentrale Referenz für Ermittler in ganz Europa.

Was geschah in Marchtrenk?

Rettungskräfte fanden die Frau in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 2026 schwer verletzt in ihrem Haus. Ihre jugendliche Tochter entdeckte sie bewusstlos und blutend auf dem Bett, wie österreichische Medien berichten. Der Ehemann gab zunächst an, seine Frau sei bei rauem Sex gestorben, und er habe das Blut an ihrem Körper nicht bemerkt. Beide wiesen laut Berichten hohe Alkoholwerte auf.

Der 51-Jährige galt zunächst nicht als Verdächtiger. Später wurde er festgenommen, nachdem er das Bett entsorgt und eine App von seinem Telefon gelöscht hatte. Eine Autopsie ergab innere Blutungen durch Gewalt. Ermittler fanden zudem, dass der Mann am Tag vor ihrem Tod online gesucht hatte, wie man jemanden mit Haushaltsmitteln betäubt. Die Schwester des Verdächtigen sagte der Polizei, ihr Bruder habe den Mord an seiner Frau gestanden und 500 Euro verlangt, damit andere Männer sie missbrauchen durften. Die Staatsanwaltschaft Wels prüft, wie viele weitere Männer beteiligt waren. Ein 51-jähriger Nachbar wurde ebenfalls festgenommen.

Vorwürfe und Ermittlungen

Dem Ehemann droht in Österreich lebenslange Haft wegen Vergewaltigung einer wehrlosen Person mit Todesfolge. Der Nachbar sitzt in Haft, nachdem er gestanden haben soll, die Frau sexuell missbraucht zu haben, auch in der Nacht ihres Todes, und sich beim Ehemann dafür bedankt haben soll, dass er sie benutzen durfte. Ob ein größeres Netzwerk beteiligt war, ist unklar. Anders als im französischen Pelicot-Fall sollen bisher keine Geldzahlungen geflossen sein, ein Netzwerk ist laut CNN und anderen Medien nicht bestätigt.

Der Fall lenkt erneut Aufmerksamkeit auf die Gesetze zu drogenunterstützter sexueller Gewalt in Österreich und der EU. Aktivisten fordern stärkeren Schutz für handlungsunfähige Opfer.

Auswirkungen und nächste Schritte

Interessenvertretungen sehen in dem Fall Lücken im Umgang der Behörden mit häuslichen Todesfällen. Dass der Ehemann nicht sofort als Verdächtiger galt, wird kritisiert. Ermittler prüfen digitale Beweise, darunter gelöschte Nachrichten und Suchverläufe, und schließen weitere Festnahmen nicht aus. Die österreichische Reaktion auf häusliche Gewalt steht unter Beobachtung.

In Frankreich führte der Pelicot-Prozess zu einer Debatte darüber, Zustimmung in die rechtliche Definition von Vergewaltigung aufzunehmen. Österreichische Aktivisten erwarten ähnliche Diskussionen im Jahr 2026.

FAQ

Was ist Pelicot 2.0?

Eine Bezeichnung von Staatsanwaltschaft und Medien für den Fall Marchtrenk, in dem ein Ehemann seine Frau betäubt und andere Männer sie missbraucht haben sollen – analog zum Fall Gisèle Pelicot.

Wo ereignete sich der Fall?

In Marchtrenk bei Linz in Oberösterreich. Die Frau wurde in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 2026 in ihrem Haus gefunden.

Wie viele Verdächtige sind in Haft?

Zwei Männer: der 51-jährige Ehemann und ein 51-jähriger Nachbar. Weitere Beteiligte werden geprüft.

Welche Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft?

Vergewaltigung einer wehrlosen Person mit Todesfolge – darauf steht in Österreich möglicherweise lebenslange Haft.

Warum heißt der Fall Pelicot 2.0?

Wegen der angeblichen Betäubung, des vom Ehemann organisierten Missbrauchs und der Handlungsunfähigkeit des Opfers.

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