Wegweisendes Urteil in Digne-les-Bains
Ein französisches Gericht verurteilte Guillaume Bucci, 51, ehemaliger Bankmanager, zu 25 Jahren Haft wegen schwerer Vergewaltigung, Folter und Zwangsprostitution seiner Ex-Partnerin Laetitia R. über sieben Jahre. Das Urteil vom 23. Mai 2026 ist einer der erschütterndsten Fälle häuslicher sexualisierter Gewalt der letzten Jahre. Der Fall ähnelt stark dem Gisèle Pelicot Massenvergewaltigungsfall, der Laetitia R. dazu inspirierte, auf Anonymität zu verzichten und einen öffentlichen Prozess zu fordern. 'Er muss aufhören, sich hinter Sadomasochismus zu verstecken. Dies war pure Gewalt', sagte sie vor Gericht.
Sieben Jahre systematischer Missbrauch
Von 2015 bis 2022 unterzog Bucci Laetitia R. einer eskalierenden Kampagne aus Schlägen, Verbrennungen, Strangulation, einem entwürdigenden Tattoo, Sodomie und erzwungenem Sex mit Hunderten Männern – sie zählte 487. Bucci, von Psychiatern als 'sadistischer Perverser' beschrieben, behauptete Einvernehmen, doch das Gericht wies dies zurück. Er zwang sie, eine Liste ihrer Sexkontakte zu führen und sich an einer Tankstelle Fremden anzubieten, während er telefonisch mithörte. 'Ich fühlte mich, als würde ich innerlich sterben', sagte sie. Der Fall kam durch eine Freundin ans Licht; Bucci wurde im Juni 2022 verhaftet. Das Opfer leidet an dauerhaften Behinderungen (50-80% Verlust der Funktionsfähigkeit).
Inspiriert von Pelicot, ein Wendepunkt
Laetitia R.s öffentlicher Prozess wurde von Gisèle Pelicots Kampf gegen sexualisierte Gewalt inspiriert. Pelicot wurde 2024 zur feministischen Ikone, nachdem sie auf einem öffentlichen Prozess bestanden hatte. Vor dem Gericht standen Unterstützer mit Schildern 'Wir glauben dir, Laetitia'. Die Staatsanwaltschaft forderte lebenslang, doch das Gericht verhängte 25 Jahre mit Sicherungsverwahrung (mindestens 16 Jahre und 8 Monate). Bucci verlor das Sorgerecht für seine Tochter, Kontaktverbot zu Laetitia und ihren Kindern sowie Tierhaltungsverbot.
Auswirkungen auf die französische Justiz
Der Fall entfachte die Debatte über Strafen für sexualisierte Gewalt neu. Obwohl 25 Jahre eine der längsten Strafen ist, bedauerten Frauenrechtsgruppen, dass keine lebenslange Haft verhängt wurde. Ähnlich wie die Auswirkung des Pelicot-Prozesses auf das französische Recht, könnte dieser Fall Gesetzesverschärfungen zur Einwilligung und zum Opferschutz vorantreiben.
FAQ
Wofür wurde Guillaume Bucci verurteilt?
Zu 25 Jahren Haft wegen schwerer Vergewaltigung, Folter und Zuhälterei gegenüber seiner Ex-Partnerin.
Wie viele Männer waren beteiligt?
Mindestens 487 Männer, einige mehrfach.
Warum ein öffentlicher Prozess?
Inspiriert von Gisèle Pelicot, um Bewusstsein zu schaffen und andere Opfer zu ermutigen.
Welche Mindeststrafe muss Bucci verbüßen?
16 Jahre und 8 Monate vor Bewährung.
Bezug zum Fall Pelicot?
Beide Fälle betreffen Partner, die Vergewaltigungen durch Fremde ermöglichten. Pelicot inspirierte Laetitia R.
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