Stellantis erleidet 26-Milliarden-Dollar-Schlag durch gescheiterte EV-Strategie

Stellantis kündigt eine enorme Abschreibung von 26 Milliarden Dollar an, weil seine Elektrofahrzeug-Strategie gescheitert ist, wobei die Aktien um mehr als 25 % fallen. Der Autogigant schließt sich Ford und GM bei der Zurücknahme von EV-Ambitionen an.

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Autogigant Stellantis erleidet Schlag von 26 Milliarden Dollar

Stellantis, der multinationale Autokonzern hinter Marken wie Jeep, Chrysler, Peugeot und Fiat, hat eine verblüffende Abschreibung von 22 Milliarden Euro (26 Milliarden Dollar) angekündigt, weil seine Elektrofahrzeug-Strategie gescheitert ist. Die Aktien des Unternehmens fielen nach der Ankündigung an den europäischen Börsen um mehr als 25 %, was einen der größten finanziellen Rückschläge im Übergang der Autoindustrie zur Elektrifizierung markiert.

CEO Antonio Filosa räumte ein, dass das Unternehmen 'das Tempo der Energiewende überschätzt hat' und 'sich von den tatsächlichen Bedürfnissen vieler Autokäufer entfernt hat.' Die enorme Abschreibung spiegelt wider, was Filosa als 'frühere schlechte operative Umsetzung, deren Auswirkungen schrittweise von unserem neuen Team angegangen werden' beschrieb.

Branchenweite EV-Rechnung

Stellantis steht mit seinen Elektrofahrzeug-Problemen nicht allein da. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund eines breiteren industriellen Rückzugs von aggressiven EV-Zielen. Ford verbuchte kürzlich eine Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Verkleinerung seiner Elektrofahrzeug-Operationen, während General Motors einen Schlag von 7,1 Milliarden Dollar hinnehmen musste. Auch europäische Autobauer spüren den Schmerz: Jaguar Land Rover meldete einen Verlust von 343 Millionen Euro, und Volvo Cars erlebte seinen schlechtesten Handelstag aller Zeiten nach einem Verlust von 200 Millionen Dollar.

Die Herausforderungen sind vielschichtig: Die Verbrauchernachfrage hat sich in wichtigen Märkten deutlich verlangsamt, chinesische Konkurrenten bieten günstigere Alternativen, und regulatorische Umgebungen bleiben unsicher. 'Dieser Prozess wird in einem Tempo weitergehen, das von der Nachfrage und nicht von Befehlen bestimmt wird,' betonte Filosa und deutete damit einen vorsichtigeren Ansatz bei der Elektrifizierung an.

Strategischer Reset und Zukunftspläne

Stellantis plant, im Mai 2026 eine neue strategische Vision vorzustellen, wobei die enorme Abschreibung Teil eines breiteren Unternehmens-Resets ist. Das Unternehmen erwartet, für 2025 einen Nettoverlust zu melden, und hat Dividendenzahlungen für 2026 ausgesetzt. Trotz der Rückschläge bleibt Stellantis Elektrofahrzeugen verpflichtet, wenn auch in einem gemäßigteren Tempo.

Das Unternehmen kündigte eine Investition von 13 Milliarden Dollar in US-Operationen über die nächsten vier Jahre an, was etwa 5.000 amerikanische Arbeitsplätze schaffen wird. Es streicht jedoch auch unrentable Produkte und restrukturiert Produktionsabläufe, um sich an die aktuellen Marktrealitäten anzupassen.

Analysten weisen darauf hin, dass die Probleme von Stellantis eine breitere Fehleinschätzung der Branche widerspiegeln. 'Autobauer sind mit EV-Investitionen auf der Grundlage optimistischer Prognosen vorangeprescht, die sich nicht erfüllt haben,' sagte Autoindustrie-Analystin Maria Rodriguez. 'Jetzt zahlen sie den Preis dafür, der tatsächlichen Verbrauchernachfrage vorausgeeilt zu sein.'

Marktauswirkungen und Anlegerreaktion

Stellantis-Aktien stehen schon länger unter Druck, wobei italienische Aktien im letzten Jahr um fast 25 % und im Jahr davor um über 40 % fielen. Seit Anfang 2026 ist der Aktienwert um mehr als 13 % gesunken. Die jüngste Ankündigung löste Schockwellen an den Automärkten aus, wobei Anleger die Tragfähigkeit aggressiver Elektrifizierungszeitpläne in Frage stellten.

Das Unternehmen plant, 5 Milliarden Euro über Hybrid-Anleihen aufzunehmen, um seine Bilanz zu stärken. Stellantis kündigte auch an, seine 49%-Beteiligung an der Batterie-Joint-Venture NextStar Energy an LG Energy Solution zu verkaufen, als Teil seiner strategischen Neuausrichtung.

Während die Autoindustrie diese Übergangsphase bewältigt, dient die Erfahrung von Stellantis als warnendes Beispiel für die Herausforderungen, ehrgeizige Umweltziele mit Marktrealitäten und Verbraucherpräferenzen in Einklang zu bringen.

Quellen

CNBC: Stellantis kündigt Abschreibung von 22 Milliarden Euro an

New York Times: Stellantis erleidet enorme Abschreibung

AutoGuide: Weltweite Autobauer verbuchten 55 Mrd. Dollar an EV-Verlusten

Electrive: Stellantis schreibt 22,2 Milliarden Euro ab

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