US-Beamte trafen kanadische Separatisten: 'Das ist Landesverrat'

US-Beamte hielten geheime Treffen mit kanadischen Separatisten ab, die Alberta unabhängig machen wollen, was zu Vorwürfen des Landesverrats und Souveränitätsbedenken führte.

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Geheime Treffen zwischen US-Beamten und kanadischen Separatisten lösen diplomatische Krise aus

Hohe Beamte des US-Außenministeriums haben mehrere geheime Treffen mit Führern einer kanadischen separatistischen Bewegung abgehalten, die Alberta von Kanada abspalten möchte. Die Treffen zwischen US-Offiziellen und Vertretern des Alberta Prosperity Project (APP) fanden in den letzten neun Monaten dreimal in Washington D.C. statt und werfen ernste Fragen zur US-Einmischung in kanadische innere Angelegenheiten auf.

Die Agenda des Alberta Prosperity Project

Das Alberta Prosperity Project ist eine separatistische Organisation, die für die Unabhängigkeit Albertas von Kanada eintritt. Die Gruppe, die nach den Bundeswahlen 2025, die zu einem vierten aufeinanderfolgenden liberalen Sieg führten, an Schwung gewonnen hat, will ein Referendum über die Souveränität Albertas abhalten. Laut Firstpost hat die APP detaillierte Pläne für den Übergang zu einem unabhängigen Staat, einschließlich der Ausarbeitung einer eigenen Verfassung und der Verwaltung von Bereichen wie Energie, Einwanderung und Verteidigung.

Jeffrey Rath, Rechtsberater der APP, behauptete, die Treffen hätten "sehr, sehr hochrangige Beamte" betroffen, die "direkt ins Oval Office gingen". Rath sagte Reportern: 'Wir diskutierten die Möglichkeit einer 500-Milliarden-Dollar-Kreditfazilität der USA, um Alberta zu unterstützen, falls ein Unabhängigkeitsreferendum erfolgreich ist. Die US-Beamten waren äußerst begeistert von einem freien und unabhängigen Alberta.'

Kanadische Führer reagieren wütend

Die Enthüllungen haben starke Reaktionen kanadischer politischer Führer ausgelöst. Der Premierminister von British Columbia, David Eby, hielt sich nicht zurück: 'Ausländische Hilfe suchen, um das Land auseinanderbrechen zu lassen – dafür gibt es ein ganz altmodisches Wort. Und das ist Landesverrat.'

Premierminister Mark Carney nahm eine gemäßigtere, aber feste Haltung ein: 'Ich erwarte, dass die Vereinigten Staaten die kanadische Souveränität respektieren,' erklärte er, ohne weiter auf das einzugehen, was er einen "kleinen diplomatischen Vorfall" nannte.

Die Premierministerin von Alberta, Danielle Smith, die in der Vergangenheit Sympathie für separatistische Gefühle gezeigt hat, erkannte die Treffen an, spielte aber ihre Bedeutung herunter. 'Dies waren routinemäßige Treffen mit der Zivilgesellschaft,' sagte sie und merkte an, dass Albertaner "legitime Beschwerden" mit Ottawa über Energiepolitik und Ausgleichszahlungen hätten.

US-Reaktion und breiterer Kontext

Das US-Außenministerium bestätigte die Treffen, betonte aber, dass "keine Zusagen gemacht wurden" während der Gespräche. Ein Sprecher erklärte: 'Wir sprechen regelmäßig mit Menschen aus der Zivilgesellschaft und machen bei solchen Treffen niemals Versprechungen.'

Die Treffen passen jedoch in ein breiteres Muster US-amerikanischer Einbindung in populistische Bewegungen im Ausland. Wie von The New Republic berichtet, hat US-Finanzminister Scott Bessent öffentlich die albertinische Unabhängigkeit gelobt und die ölreiche Provinz als "einen natürlichen Partner für die USA" bezeichnet. Dies kommt weniger als ein Jahr, nachdem Vizepräsident JD Vance europäische Verbündete schockierte, indem er in München offen Unterstützung für die deutsche rechtsextreme AfD-Partei äußerte.

Juristische und politische Implikationen

Nach kanadischem Recht, speziell dem Clarity Act von 2000, können Provinzen nicht einseitig aus Kanada austreten. Selbst wenn ein Referendum erfolgreich wäre, würde dies komplexe verfassungsrechtliche Verhandlungen in Gang setzen, die die Zustimmung der Bundesregierung und anderer Provinzen erfordern. Laut Al Jazeera zeigen Umfragen, dass etwa 30 % der Albertaner die Einleitung des Unabhängigkeitsprozesses unterstützen, obwohl viele Analysten dies eher als symbolischen Protest denn als echten Wunsch nach Abspaltung sehen.

Das Alberta Prosperity Project sammelt derzeit Unterschriften, um ein bürgergeführtes Referendum zu starten, während eine Gegenpetition namens "Alberta Forever Canada", die sich der Abspaltung widersetzt, bereits mehr als 438.000 Unterschriften gesammelt hat.

Diplomatische Folgen

Die Treffen riskieren, die US-kanadischen Beziehungen zu verschlechtern, die bereits durch jüngste Handelsstreitigkeiten und politische Spannungen unter Druck stehen. Einige Analysten deuten an, dass dies eine Verschiebung der US-Außenpolitik hin zu einer direkteren Einbindung in separatistische Bewegungen in Verbündetenländern darstellt. Die Situation bleibt fließend, wobei beide Regierungen versuchen, die Bedeutung der Treffen herunterzuspielen, während sie die sensible Natur der Gespräche anerkennen.

Wie ein kanadischer Diplomat, der anonym bleiben wollte, Reportern sagte: 'Hier geht es nicht nur um Alberta – es geht darum, ob die USA die Souveränität seiner engsten Verbündeten respektiert. Wenn sie das Kanada antun, was bedeutet das dann für andere Länder?'

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