Ryanair-Chef fordert morgendliches Alkoholverbot an Flughäfen
Ryanair-CEO Michael O'Leary hat ein sofortiges Verbot des Alkoholverkaufs in Flughafenbars vor Morgenflügen gefordert, da die Zahl der Vorfälle mit störenden Passagieren drastisch gestiegen ist und die Fluggesellschaft nun fast täglich einen Flug umleiten muss. In einem Interview mit der Times fragte O'Leary, warum Flughafenbars bereits um 5 oder 6 Uhr morgens Alkohol ausschenken dürfen, und plädierte für die Anwendung der üblichen Ausschankzeiten. Die steigenden Kosten von Flugumleitungen aufgrund widerspenstiger Passagiere werden für europäische Fluggesellschaften zu einer erheblichen finanziellen Belastung.
Das Ausmaß des Problems
Laut O'Leary muss Ryanair heute fast täglich einen Flug umleiten – ein Anstieg von etwa einer Umleitung pro Woche vor zehn Jahren. Die International Air Transport Association (IATA) bestätigt den Trend: Vorfälle mit unruhigen Passagieren haben sich fast verdoppelt, von einem pro 835 Flüge im Jahr 2021 auf einen pro 480 Flüge im Jahr 2023. Besonders problematisch sind Strecken von Großbritannien nach Ibiza, Alicante und Teneriffa sowie von Irland und Polen nach England. O'Leary bemerkte zudem, dass die Kombination von Alkohol und Drogen zunehme: „Früher schliefen Betrunkene einfach ein. Jetzt sehen wir öfter Mischkonsum, der aggressiv oder hyperaktiv macht.“
Vorgeschlagene Zwei-Drink-Grenze und Boarding-Pass-System
O'Leary befürwortet maximal zwei alkoholische Getränke pro Passagier an Flughäfen, durchgesetzt mit einem Boarding-Pass-verknüpften Trackingsystem ähnlich wie bei Duty-Free-Kontrollen. Er argumentiert, dass Flughäfen von unbegrenztem Alkoholverkauf profitieren und „das Problem an die Fluggesellschaften exportieren“. Die Kritik des britischen Oppositionsverkehrsministers Richard Holden, der den Vorschlag als „drakonisch“ bezeichnete, und des ehemaligen DAA-CEO Kenny Jacobs, der einen Bedarf verneinte, wird erwähnt.
Ryanairs Null-Toleranz-Kurs
Ryanair hat bereits Maßnahmen ergriffen: Im Juni 2025 wurde eine automatische Geldstrafe von 500 £ für Passagiere eingeführt, die wegen Fehlverhaltens von Bord verwiesen werden. Die Airline hat zudem Zivilklagen eingereicht, darunter einen Fall mit Forderungen von 15.000 € nach einer Umleitung von Dublin nach Lanzarote im April 2024. Im Vereinigten Königreich ist Trunkenheit an Bord eines Flugzeugs strafbar mit Geldstrafen bis zu 5.000 £ und bis zu zwei Jahren Haft.
Branchenweite Auswirkungen
Das wachsende Problem unruhiger Flugpassagiere ist zu einer operativen und finanziellen Herausforderung geworden. Die IATA fordert einen globalen Rahmen, einschließlich der Ratifizierung des Montrealer Protokolls 2014 (MP14). O'Learys Forderung nach strengerer Regulierung hat die Debatte über Passagierrechte und Flugsicherheit neu entfacht, während die finanziellen Auswirkungen alkoholbedingter Flugunterbrechungen weiter steigen.
FAQ
Was schlägt Ryanair-CEO Michael O'Leary vor?
O'Leary will ein Alkoholverkaufsverbot vor 10 Uhr morgens und eine Beschränkung auf zwei Getränke pro Passagier, durchgesetzt über Boarding-Pass-Tracking.
Wie viele Flüge leitet Ryanair wegen störender Passagiere um?
Fast täglich eine Umleitung, vor zehn Jahren etwa eine pro Woche.
Welche Strafen drohen bei Trunkenheit an Bord im Vereinigten Königreich?
Geldstrafe bis zu 5.000 £ und bis zu zwei Jahre Haft; bei Gefährdung des Flugzeugs bis zu 80.000 £ und fünf Jahre.
Was hat Ryanair gegen Störungen unternommen?
Eine automatische Geldstrafe von 500 £ ab Juni 2025, Zivilklagen (z. B. 15.000 €) und Einschränkungen des Alkoholkonsums an Bord.
Warum servieren Flughafenbars so früh Alkohol?
Sie unterliegen Ausnahmegenehmigungen, die den Verkauf ab 5 Uhr morgens erlauben, anders als normale Pubs.
Quellen
The Guardian - Ryanair-Chef fordert morgendliches Alkoholverbot an Flughäfen
The Independent - Ryanair-CEO fordert Alkoholverbot an Flughäfen
Ryanair - Ankündigung der 500-£-Strafe für störende Passagiere
Follow Discussion