Goldfieber erfasst Suriname
Eine Welle des Goldfiebers erfasst Suriname, angetrieben durch rekordverdächtige globale Goldpreise, die 2025 auf über 140 € pro Gramm gestiegen sind. Der globale Goldpreisanstieg wird durch geopolitische Spannungen, Zentralbankkäufe und einen schwachen US-Dollar befeuert. Laut Weltbank stiegen die Goldpreise 2025 um 42% und überstiegen im Januar 2026 die Marke von 5.000 USD pro Unze. In Suriname arbeiten Kleinbergleute (Porknokkers) rund um die Uhr.
Der Boom in Brokopondo
Im Distrikt Brokopondo arbeitet Goldgräber Denilson Saaki seit Wochen an derselben Konzession. „Als ich vor 16 Jahren anfing, war der Preis viel niedriger. Jetzt lohnt sich die harte Arbeit“, sagte er. Saaki und sein Team betreiben schwere Maschinen – Bagger und Schleusenkästen. Der Betrieb ist teuer, aber die Auszahlung war noch nie besser. Die Rohgold wird in Schmelzen in Paramaribo zu Barren mit 999,9 Reinheit verarbeitet.
Aufstieg der Goldschmelzen
Abmael Silva Sousa, Besitzer von Carioca Metals, sagt, die Zahl der Schmelzen sei explodiert: „In den letzten Jahren haben wir 40 bis 50 neue Einkaufsläden gesehen. Alles wegen des guten Goldpreises.“ Globale Unruhen treiben den Preis: „Als ein Krieg mit Iran ausbrach, sahen wir sofort einen Sprung von 4 USD pro Unze.“ Zentralbanken horten Gold in Rekordtempo. China hat seine Kaufserie auf 14 Monate verlängert und 2.303 Tonnen angehäuft. Trends bei Goldkäufen der Zentralbanken zeigen 2026 keine Verlangsamung.
Umweltbelastung des Goldrausches
Der Goldboom hat hohe Umweltkosten. Laut MAAP-Programm hat der Goldabbau in Suriname in den letzten 24 Jahren etwa 92.000 Hektar Wald zerstört – eine Fläche größer als New York City. Fast 10% des Brownsberg-Naturparks sind betroffen, und das Brinckheuvel-Naturreservat steht vor einer Bergbauinvasion. Saaki erkennt den Schaden an: „Leider müssen wir entwalden, um Gold zu finden.“ Die Verwendung von Quecksilber – offiziell verboten – ist im illegalen Bergbau weit verbreitet und verseucht Flüsse. Die Umweltauswirkungen des illegalen Bergbaus haben internationale Besorgnis ausgelöst.
Regierungsreaktion und Regulierung
Die Regierung gründete 2010 die Kommission zur Ordnung des Goldminensektors (OGS) zur Förderung nachhaltiger Praktiken. Eine Bergbauschule wurde eingerichtet, um Kleinbergleute in quecksilberfreien Methoden zu schulen. Die Durchsetzung bleibt jedoch schwach. Nur 115 von schätzungsweise 20.000 Kleinbetreibern waren 2009 registriert. Als Reaktion auf die Abholzungsdaten kündigte die Regierung eine verstärkte Durchsetzung in Schutzgebieten an. Die Minamata-Konvention fordert ein globales Quecksilberverbot, aber die Umsetzung in Suriname bleibt eine Herausforderung.
Wirtschaftliche Bedeutung
Der Bergbau macht etwa 85% der Exporte und 25% der Staatseinnahmen Surinames aus. Gold und Erdöl trugen 2017 zusammen fast 67% zu den Gesamtexporten bei. Der aktuelle Goldpreis liefert einen dringend benötigten wirtschaftlichen Aufschwung, aber Experten warnen vor sozialen und ökologischen Kosten. J.P. Morgan prognostiziert einen durchschnittlichen Goldpreis von 5.055 USD pro Unze bis Q4 2026 und möglicherweise 6.000 USD langfristig.
Häufig gestellte Fragen
Was treibt den Goldpreisanstieg 2026 an?
Geopolitische Spannungen, rekordhohe Zentralbankkäufe (besonders Chinas), ein schwacher US-Dollar und starke Nachfrage über ETFs. Gold überstieg 5.000 USD pro Unze im Januar 2026.
Wie viel Gold wurde in Suriname abgebaut?
Der Kleinbergbau hat in 24 Jahren etwa 92.000 Hektar entwaldet. Es gibt eine große Mine (Rosebel) und schätzungsweise 20.000 Kleinbetreiber.
Welche Umweltauswirkungen hat der Goldabbau in Suriname?
Abholzung, Quecksilberverseuchung von Flüssen und Verlust der Biodiversität. Schutzgebiete wie der Brownsberg-Naturpark sind stark betroffen.
Ist Quecksilber in Suriname verboten?
Ja, Importe sind seit den 1990ern illegal, und Suriname ist Unterzeichner der Minamata-Konvention. Schmuggel macht Quecksilber jedoch weit verbreitet, und die Durchsetzung ist begrenzt.
Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Gold für Suriname?
Bergbau macht etwa 85% der Exporte und 25% der Staatseinnahmen aus. Gold und Erdöl zusammen fast 67% der Gesamtexporte.
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