Ein belgischer Vater wurde am 20. August 2026 zu 17 Jahren Haft verurteilt, weil er seinen Nachbarn des sexuellen Missbrauchs seines Stiefsohns verdächtigte und ihn zu töten versuchte. Das Strafgericht Namur sah Grégory Lenoci (49) des versuchten Mordes mit Vorsatz für schuldig und wies seine Behauptung des Kontrollverlusts zurück. Das Urteil spaltet die Öffentlichkeit und entfacht die Debatte über Selbstjustiz neu.
Was führte zu dem Angriff?
Lenoci aus Jambes glaubte, sein Nachbar Marc P. habe den Sohn seiner Freundin missbraucht. Marc P. war vorbestraft: 2020 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes (4–7 Jahre) über drei Jahre zu 37 Monaten auf Bewährung verurteilt, mit Therapie und Kontaktverbot zu Minderjährigen. Nachbarn sagen, die Auflagen wurden nie durchgesetzt – ein Kernpunkt in der Debatte über Belgiens Umgang mit verurteilten Kindesmissbrauchern.
Die Vorstrafe des Nachbarn
Lenoci erstattete am 22. Juli 2025 Anzeige, nachdem sein Stiefsohn von Missbrauch erzählt hatte. Die Anzeige wurde angeblich mangels Beweisen abgewiesen oder die Polizei handelte zu langsam. Frustriert nahm er die Sache selbst in die Hand.
Die Konfrontation im Juli 2025
Am 24. Juli 2025 lockte Lenoci Marc P. unter einem Vorwand zu sich. Der Nachbar gab den Missbrauch zu. Lenoci schlug ihn schwer, filmte die Szene und veröffentlichte das Video, in dem er „Bleib weg von den Kindern" ruft. Marc P. liegt seitdem im halb-vegetativen Zustand.
Gericht weist Selbstverteidigungsanspruch zurück
Lenoci stellte sich am 29. Juli 2025. Sein Anwalt argumentierte, er habe die Kontrolle verloren. Lenoci: „Ich wollte ihn nicht töten, aber ich verlor die Kontrolle, als er mir erzählte, was er getan hatte." Das Gericht verwies auf Planung und Vorsatz.
Beweise für Vorsatz
Vorsatz belegt durch SMS, Aussagen beim Psychologen, Zeugen und das Filmen/Veröffentlichen, was mit Kontrollverlust unvereinbar sei. Gutachten: instabile Persönlichkeit, hohes Rückfallrisiko.
Strafe und Entschädigung
Strafe: 17 Jahre plus 10 Jahre Aufsicht, 10.000 Euro Entschädigung. Lenoci hat 30 Tage Berufungsfrist. Bei der Verkündung schrie er und musste entfernt werden.
Öffentliche Reaktion und Debatte über Selbstjustiz
Rund 50 Menschen unterstützten Lenoci vor dem Gericht. Der Fall entfacht Debatte über Kinderschutz und Selbstjustiz. Experten betonen das staatliche Gewaltmonopol. Bedenken zur Bewährungsaufsicht für Sexualstraftäter: Marc P.s Auflagen wurden nicht überwacht. Eine weitere Anzeige gegen Marc P. wegen Missbrauchs eines Mädchens ist anhängig.
FAQ
Wofür wurde Grégory Lenoci verurteilt? Lenoci wurde wegen versuchten Mordes mit Vorsatz verurteilt, weil er seinen Nachbarn Marc P. schwer verletzte. Strafe: 17 Jahre plus 10 Jahre Aufsicht.
Warum griff Lenoci seinen Nachbarn an? Er glaubte, Marc P. habe seinen Stiefsohn missbraucht. Der Nachbar war 2020 wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft.
Wo fand der Angriff statt? Am 24. Juli 2025 in Lenocis Haus in Jambes bei Namur. Er lockte den Nachbarn unter Vorwand dorthin.
Akzeptierte das Gericht Lenocis Behauptung des Kontrollverlusts? Nein, das Gericht sah Vorsatz durch SMS, Aussagen und das Filmen des Angriffs als belegt.
Kann Lenoci gegen das Urteil Berufung einlegen? Ja, er hat 30 Tage ab Urteilsdatum (20. August 2026) Berufungsfrist.
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