Was geschah bei dem Karnevalsunfall in Strépy-Bracquegnies?
Am 20. März 2022, am Karnevalssonntag im wallonischen Dorf Strépy-Bracquegnies, fuhr ein Fahrer mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Karnevalsfeiernden. Sieben Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Der Fahrer, Paolo F., wurde am 12. Juni 2026 von einem belgischen Geschworenengericht des siebenfachen vorsätzlichen Totschlags für schuldig befunden. Das Strafmaß wird nächste Woche verkündet.
Der Unfall ereignete sich gegen 5:00 Uhr Ortszeit, als sich etwa 150–200 Mitglieder der Karnevalsgruppe Les Boute en Train zu einem traditionellen Umzug versammelten. Zeugen sahen das Auto mit extremer Geschwindigkeit von hinten kommen, die Gruppe treffen und noch 100 Meter weiterfahren. Sechs Menschen starben sofort, ein siebter später im Krankenhaus.
Rücksichtsloses Fahren mit 174 km/h und Handy in der Hand
Ermittler stellten fest, dass Paolo F. 174 km/h in einer 50-km/h-Zone fuhr. Zum Zeitpunkt des Aufpralls hielt er ein Mobiltelefon in der Hand, mit dem er ein 'lustiges Video' machen wollte, so seine frühere Aussage. Das Auto, ein leistungsgesteigertes Fahrzeug, wurde von der Geschworenenjury als Waffe und die Straße als Spielplatz beschrieben. Der damals Anfang dreißigjährige Fahrer gab zu, zu schnell gefahren zu sein, sagte aber, er habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu töten. Er entschuldigte sich bei den Opfern und ihren Familien.
Der Gerichtsprozess: Belgisches Geschworenengericht
In Belgien werden schwere Straftaten wie Mord und Totschlag vor einem Geschworenengericht verhandelt, das aus zwölf Laienrichtern und drei Berufsrichtern besteht. Die Jury entscheidet über Schuld und Strafe. Der Prozess fand in den Messehallen in Bergen statt und stieß auf großes öffentliches Interesse. Das Urteil verzögerte sich um fast eine halbe Stunde, weil so viele Menschen draußen warteten. Die Jury befand Paolo F. des siebenfachen vorsätzlichen Totschlags für schuldig. Nach Angaben eines VRT-Reporters zeigte er wenig Emotion. Das Strafmaß wird später festgelegt; in Belgien kann mehrfacher Totschlag zu lebenslanger Haft führen. Der Fall hat eine breite Debatte über Verkehrssicherheit und Verkehrsgesetze in Belgien ausgelöst, insbesondere über illegale Fahrzeugmodifikationen und Handynutzung am Steuer. Viele fordern härtere Strafen für rücksichtsloses Fahren mit Todesfolge.
Opfer und Auswirkungen auf die Gemeinschaft
Die Opfer waren alle Mitglieder des örtlichen Karnevalsvereins Les Boute en Train, einer Gruppe, die tief in den kulturellen Traditionen der Gemeinde verwurzelt ist. Die Verstorbenen wurden identifiziert als Mario Cascarano (56), Michelina Imperiale (54), Salvatore Imperiale (56), Frédéric Cicero (42), Laure Gara (49) und Frédéric D'Andrea (46). Ein siebtes Opfer starb später im Krankenhaus. Zehn weitere wurden schwer verletzt, etwa 30 erlitten leichte Verletzungen. Die Tragödie erschütterte Belgien und darüber hinaus. König Philippe besuchte das Dorf kurz nach dem Unfall, und der damalige Premierminister Alexander De Croo nannte es 'schreckliche Nachrichten' und sagte, 'eine Gemeinschaft, die sich zum Feiern versammelte, wurde ins Herz getroffen'. Ein terroristisches Motiv wurde schnell ausgeschlossen. Die Familien der Opfer übten während des Prozesses ihr Rederecht aus und gaben emotionale Aussagen über ihren Verlust ab. Dieser Fall ist zu einem Meilenstein in der belgischen Rechtsprechung geworden und unterstreicht die rechtlichen Folgen von rücksichtslosem Fahren.
FAQ: Belgischer Karnevalsunfall Urteil
Wie schnell fuhr der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls?
Der Fahrer fuhr 174 km/h in einer 50-km/h-Zone.
Wie viele Menschen starben bei dem Unfall in Strépy-Bracquegnies?
Sieben Menschen starben: sechs sofort und einer später im Krankenhaus.
Wessen wurde Paolo F. für schuldig befunden?
Er wurde des siebenfachen vorsätzlichen Totschlags durch ein belgisches Geschworenengericht für schuldig befunden.
Wann wird das Strafmaß bekannt gegeben?
Das Strafmaß wird in der Woche nach dem Urteil (12. Juni 2026) bekannt gegeben.
War das Auto illegal modifiziert?
Ja, das Fahrzeug war illegal leistungsgesteigert, was die Jury als Faktor für den Unfall anführte.
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