Europas neuer Wettersatellit: Sturmwarnung im Blick

Europas zweiter Wettersatellit MTG-I2 startete am 27. August 2026. Er liefert alle 2,5 Minuten Bilder und schnellere Blitzdaten für bessere Sturmwarnungen.

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Ausgabe: DE

Europas zweiter Wettersatellit der dritten Meteosat-Generation, MTG-I2, startete am Abend des 27. August 2026 von Französisch-Guayana aus. Er gibt Meteorologen schärfere und schnellere 'Augen auf Europa', um schwere Stürme, Blitze, Wasserdampf und Rauch von Waldbränden zu verfolgen.

Was ist der Meteosat-Satellit der dritten Generation?

Das europäische geostationäre Wettersatellitennetz wird von EUMETSAT, der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, betrieben. MTG-I2 ist der zweite Bildgeber-Satellit im Programm Meteosat der dritten Generation, nach MTG-I1, der im Dezember 2022 startete und 2025 betriebsbereit wurde. In seiner Position wird der neue Satellit in 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator kreisen, synchron zur Erdrotation, um Europa und Afrika kontinuierlich zu überwachen.

Wie MTG-I2 die Sturmwarnungen in Europa verbessert

Schnellere Bilder alle 2,5 Minuten

Anders als die älteren Meteosat-Satelliten der zweiten Generation, die seltener Bilder lieferten, kann MTG-I2 alle 2,5 Minuten neue Beobachtungen zur Erde senden. KNMI-Forscher Jos de Laat sagt, der Satellit sei etwa so groß wie ein kleiner Lieferwagen. 'Es sind die Augen auf Europa', sagte er. Die höhere Auflösung und die schnelle Aktualisierung ermöglichen es Wettermodellen, das Risiko schwerer Wetterlagen genauer zu berechnen. Der Satellit dient auch als wichtige Reserve, falls ein anderes Raumfahrzeug ausfällt.

Blitzerkennung aus der Wolke

Ein zentraler Fortschritt ist die Fähigkeit, Blitze in Wolken zu erkennen. Michiel Severin vom Wetterdienst Infoplaza erklärt, 'Donner beginnt in der Wolke' und '99 Prozent der Entladungen finden hauptsächlich innerhalb der Wolken statt.' Bisher wurde Donner meist von Bodensensoren erfasst; jetzt kann KNMI heranziehende Gewitter erkennen, bevor sie den Boden erreichen. 'Das bedeutet, wir können Menschen früher warnen, dass gefährliches Wetter kommt', ergänzte De Laat.

Meteosat dritte Generation vs. zweite Generation

  • Bildfrequenz: alle 2,5 Minuten statt alle 15 Minuten
  • Blitzerkennung: Beobachtungen in der Wolke statt meist Bodensensoren
  • Auflösung: deutlich schärfere Bilder für die Verfolgung schwerer Wetter
  • Abdeckung: kontinuierliche Überwachung Europas und Afrikas aus 36.000 km

Warum schnellere Wetterdaten für Europa wichtig sind

Schutz für Freizeitparks und Flughäfen

Infoplaza liefert Wetterdaten an Unternehmen wie Circuit Zandvoort und den Freizeitpark Efteling. In der Efteling verbringen Besucher der Attraktion Gondoletta mindestens 20 Minuten auf dem Wasser, daher benötigen die Betreiber eine Gewitterwarnung 30 Minuten im Voraus. 'Wir müssen 30 Minuten vorher warnen, wenn Blitze kommen', sagt Severin. Am Flughafen Amsterdam Schiphol nutzt KNMI-Meteorologe Christian Wentink die Informationen, um der Flugsicherung zu helfen, Start- und Landebahnen optimal zu nutzen und Warteschlangen am Himmel zu vermeiden.

Langfristige Klimaüberwachung

Mit der Zeit könnte die neue Generation von Satelliten auch Klimamodell-Projektionen für Europa verbessern, da sie weitaus mehr Atmosphärendaten speichert. De Laat warnt jedoch, dass Forscher etwa 20 Jahre kontinuierlicher Beobachtungen benötigen werden, bevor sie robuste Klimaschlüsse ziehen. Bis dahin bleibt ein Satellit der vorherigen Generation als zusätzliches Sicherheitsnetz verfügbar; wenn seine Aufgabe beendet ist, wird er in eine höhere Friedhofsumlaufbahn gebracht.

Häufig gestellte Fragen

Wann startete der neue europäische Wettersatellit?

MTG-I2 startete am 27. August 2026 um 22:10 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (20:10 UTC) vom Guayana-Weltraumzentrum in Französisch-Guayana.

Wie oft sendet MTG-I2 Bilder?

Der Satellit kann alle 2,5 Minuten neue Beobachtungen senden und ermöglicht so schnellere Aktualisierungen für die Unwettervorhersage.

Was überwacht der Satellit?

Er verfolgt Wolken, schwere Stürme, Wasserdampf, Staub, Rauch und Blitze über Europa und Afrika.

Wann werden Daten verfügbar sein?

Laut KNMI sollen die Betriebsdaten etwa sechs Monate nach dem Start verfügbar sein.

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