China startet Shenzhou-23: Ein Taikonaut bleibt ein Jahr im All
China hat am 24. Mai 2026 erfolgreich das Raumschiff Shenzhou-23 vom Jiuquan Satellite Launch Center gestartet, um drei Taikonauten zur Raumstation Tiangong zu bringen. In einer historischen Premiere soll ein Besatzungsmitglied ein ganzes Jahr an Bord bleiben, um die Langzeitauswirkungen der Schwerelosigkeit zu untersuchen. Die Mission ist ein weiterer Schritt in Chinas ehrgeizigem Raumfahrtprogramm, das bis 2030 eine bemannte Mondlandung und bis 2035 eine gemeinsame Mondbasis mit Russland vorsieht.
Missionsüberblick: Besatzung und Ziele
Die Besatzung besteht aus Kommandant Zhu Yangzhu, Pilot Zhang Zhiyuan und Nutzlastexperten Lai Ka-ying – der ersten Astronautin aus Hongkong und der vierten chinesischen Astronautin. Nach dem Andocken an Tiangong wird die Shenzhou-21-Besatzung übergeben, die nach über 200 Tagen am 29. Mai zur Erde zurückkehrt.
Einer der drei Taikonauten bleibt ein Jahr an Bord, was einen chinesischen Rekord darstellt. Der Weltrekord liegt bei 437 Tagen, gehalten vom russischen Kosmonauten Valeri Polyakov. Die Entscheidung, welcher Taikonaut die einjährige Mission übernimmt, wird nach der Ankunft getroffen.
Wissenschaftliche Experimente und internationale Zusammenarbeit
Die Mission führt Dutzende Experimente durch, darunter Lebenswissenschaften, Medizin, Mikrogravitation und Perowskit-Solarzellen-Tests. Ein Hauptziel ist die Erforschung der menschlichen Anpassungsfähigkeit bei Langzeitflügen, wichtig für künftige Mond- und Marsmissionen. Die Forschung ähnelt der Arbeit der Internationalen Raumstationspartner bei Langzeitaufenthalten.
Erstmals wird auf dem Rückflug ein Sitzplatz für einen pakistanischen Astronautenanwärter reserviert. Dies passt zu Chinas Strategie, die Station internationalen Partnern zu öffnen, ähnlich wie NASAs Artemis-Abkommen eine globale Koalition für die Monderkundung anstreben.
Das Wettrennen im All: China gegen die USA
Chinas beschleunigtes Raumfahrtprogramm fordert die US-Vormachtstellung heraus. NASAs Artemis-Programm zielt auf eine bemannte Mondlandung 2027–2028 ab. Im April 2026 startete die Artemis-II-Mission mit vier Astronauten um den Mond. China entwickelt die Schwerlastrakete Langer Marsch 10, das Raumschiff Mengzhou und den Lander Lanyue für eine Mondlandung bis 2030.
China plant zudem die Chang'e-8-Mission um 2028, um eine permanente Mondforschungsstation zu errichten. Gemeinsam mit Russland will China bis 2035 einen Kernreaktor auf dem Mond bauen. Die Shenzhou-23-Mission und das Mondrennen verdeutlichen den zunehmenden Wettbewerb zwischen Peking und Washington um die Führung in der Raumfahrt.
Sicherheitsupgrades und frühere Herausforderungen
Die Shenzhou-23 verfügt über verstärkte Fenster nach einem Trümmerteileinschlag bei der vorherigen Shenzhou-20-Mission. Weltraumschrott bleibt ein wachsendes Problem, und China hat zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen. Die Shenzhou-21-Besatzung hatte eine Verzögerung bei der Rückkehr, nachdem ihr Raumschiff möglicherweise von Weltraumschrott getroffen wurde.
FAQ
Was ist Shenzhou-23?
Shenzhou-23 ist das neueste bemannte Raumschiff Chinas, gestartet am 24. Mai 2026, mit drei Taikonauten zur Tiangong-Station, inklusive eines Rekordaufenthalts von einem Jahr.
Wie lange bleibt ein Taikonaut im All?
Ein Besatzungsmitglied soll ein ganzes Jahr (ca. 365 Tage) an Bord bleiben – ein chinesischer Rekord und einer der längsten ununterbrochenen bemannten Raumflüge.
Wer hält den Rekord für den längsten Aufenthalt im All?
Der russische Kosmonaut Valeri Polyakov hält mit 437 Tagen auf der Mir-Station (1994–1995) den Weltrekord.
Was ist Chinas Ziel für die Monderkundung?
China will bis 2030 die ersten Astronauten auf dem Mond landen, mit der Rakete Langer Marsch 10, dem Raumschiff Mengzhou und dem Lander Lanyue. Gemeinsam mit Russland plant es bis 2035 eine permanente Mondforschungsstation.
Wie vergleicht sich diese Mission mit dem Artemis-Programm der NASA?
Das Artemis-Programm der NASA zielt auf eine bemannte Mondlandung 2027–2028 ab, während China 2030 anstrebt. Beide Programme liefern sich ein Rennen um die dauerhafte Präsenz auf dem Mond, insbesondere am Südpol.
Quellen
SpaceNews: Shenzhou-23 erreicht Tiangong
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