NASA führt entscheidende Generalprobe für Artemis-II-Mondmission aus
Die NASA führt derzeit eine entscheidende 'Wet Dress Rehearsal' mit der Space Launch System (SLS)-Rakete durch, die in Kürze vier Astronauten auf eine historische Reise um den Mond bringen soll. Dieser 49-stündige Test umfasst das Pumpen von etwa drei Millionen Litern kryogenen Treibstoffs in die Artemis-II-Rakete, bevor alles wieder abgelassen wird – eine kritische letzte Überprüfung vor dem eigentlichen Start, der für nächste Woche geplant ist.
'Es geht darum zu sehen, ob bei der Rakete alles gut läuft, ob es keine Lecks gibt und so weiter,' sagt Raumfahrtexperte Rob van den Berg. 'Danach wird alles wieder abgepumpt, was an sich auch ein wichtiger Test ist.'
Der letzte Countdown-Test
Die Generalprobe simuliert jeden Schritt des Startprozesses und stoppt nur 30 Sekunden vor dem simulierten Abflug. Während dieses Tests füllen Ingenieure die Rakete mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff bei Temperaturen von -253°C bzw. -183°C. Das Verfahren testet nicht nur die Treibstoffsysteme, sondern auch die komplexe Choreografie der Startoperationen auf dem Launch Complex 39B des Kennedy Space Center in Florida.
Laut NASAs Missionsblog folgt dieser Test auf frühere Probleme mit flüssigem Wasserstoffleckagen während der Artemis-I-Tests im Jahr 2022. Ingenieure haben zahlreiche Verbesserungen vorgenommen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Historische Besatzung und Missionsprofil
Die Artemis-II-Mission wird die NASA-Astronauten Reid Wiseman (Kommandant), Victor Glover (Pilot) und Christina Koch (Missionsspezialistin) sowie den kanadischen Weltraumorganisations-Astronauten Jeremy Hansen (Missionsspezialist) befördern. Diese vielfältige Besatzung repräsentiert verschiedene historische Premieren: Koch wird die erste Frau sein, die zur Mondentfernung reist, Glover die erste farbige Person und Hansen der erste Nicht-Amerikaner, der die niedrige Erdumlaufbahn für den Mond verlässt.
Die 10-tägige Mission folgt einer Freiflugbahn um den Mond und bringt die Besatzung weiter von der Erde entfernt, als Menschen je gereist sind – etwa 430.000 Kilometer auf ihrer maximalen Entfernung. 'Sie fliegen um die Rückseite des Mondes herum, was die Astronauten zu den ersten Menschen macht, die sich jemals auf der größten Entfernung von der Erde befunden haben,' erklärt Van den Berg. 'Sie machen Fotos von der Rückseite des Mondes, dann fliegen sie wieder zurück. Das ist alles Vorbereitung auf die echte Mondlandung in ein paar Jahren.'
Technische Spezifikationen und Bedeutung
Die SLS Block 1-Rakete ist 98 Meter hoch und erzeugt beim Start 8,8 Millionen Pfund Schub – leistungsstärker als die Saturn-V-Raketen aus der Apollo-Ära. Die Rakete kann 27.000 Kilogramm in einem Start zum Mond transportieren.
Diese Mission markiert die Rückkehr der Menschheit zur Monderkundung nach mehr als 50 Jahren. 'Van den Berg betont, wie besonders es ist, dass 'wir' wieder zum Mond fliegen: In fünfzig Jahren sind wir mit einem bemannten Flug nicht mehr so weit von der Erde entfernt gewesen,' berichtet der Originalbericht.
Die erfolgreiche Durchführung dieser Generalprobe könnte den Weg für einen Start ab dem 8. Februar 2026 ebnen, mit Ersatzterminen im März und April falls nötig. Die Mission dient als entscheidender Schritt in Richtung NASAs Ziel, Astronauten mit Artemis III auf der Mondoberfläche landen zu lassen, derzeit für 2027 geplant.
Für detailliertere Informationen zu den SLS-Raketenspezifikationen können Sie auf NASAs offiziellen SLS-Referenzführer verweisen.
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