Downing Street in der Krise nach Rücktritt von Top-Berater wegen Epstein-Skandal
In einer dramatischen Entwicklung, die die britische Politik erschüttert, hat Morgan McSweeney, der Stabschef und wichtigste politische Stratege von Premierminister Keir Starmer, seinen Rücktritt eingereicht. Der Abgang erfolgt inmitten des eskalierenden Skandals um die Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, trotz Warnungen vor seinen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
'Volle Verantwortung' für schädliche Entscheidung
In seiner Rücktrittserklärung übernahm McSweeney, wie er es nannte, 'die volle Verantwortung' für seinen Rat an Starmer, Mandelson 2024 auf den prestigeträchtigen Washington-Posten zu berufen. 'Die Entscheidung, Peter Mandelson einzustellen, war falsch,' schrieb McSweeney. 'Er hat unsere Partei, unser Land und das Vertrauen in die Politik beschädigt.'
Der Rücktritt ist ein schwerer Schlag für Starmers Regierung, da McSweeney allgemein als Architekt von Labours Wahlsieg 2024 galt und seit dem Führungsrennen des Premierministers entscheidend für die Ausformung seiner politischen Strategie war.
Mandelsons Epstein-Verbindungen vertiefen die Krise
Der Skandal hat sich mit neu veröffentlichten Dokumenten verschärft, die beunruhigende Details über Mandelsons Beziehung zu Epstein enthüllen. Laut Berichten von Al Jazeera könnte Mandelson Zahlungen in Höhe von 75.000 US-Dollar von Epstein erhalten und während seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister im Jahr 2009 marktsensible Regierungsinformationen mit dem verurteilten Sexualstraftäter geteilt haben.
Mandelson, ein ehemaliger Top-Berater von Tony Blair, Minister und EU-Kommissar, wurde von Starmer im September 2025 entlassen, als weitere Details über seine Epstein-Verbindungen bekannt wurden. Er hat seitdem seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei und im Oberhaus aufgegeben und steht nun einer möglichen strafrechtlichen Untersuchung wegen Amtsmissbrauchs gegenüber.
Starmers Führung unter Druck
Die Krise kommt zu einem besonders verletzlichen Zeitpunkt für Starmer, dessen Popularitätswerte auf historische Tiefststände gesunken sind. Laut YouGovs Bewertungen vom Januar 2026 haben nur 18% der Briten eine positive Meinung vom Premierminister, während 75% eine negative Meinung haben – was ihm einen Netto-Score von -57 beschert.
Politische Analysten deuten an, dass McSweeneys Rücktritt zu wenig und zu spät kommen könnte, um Starmers Amtszeit zu retten. 'Ironischerweise spielte Morgan McSweeney eine Rolle, die Peter Mandelson früher in der New-Labour-Regierung unter Tony Blair innehatte: ein einflussreicher Stratege, der hauptsächlich hinter den Kulissen operierte,' bemerkte der UK-Korrespondent Arjen van der Horst. 'Mit seinem Rücktritt als Stabschef verliert Keir Starmer seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Regierung.'
Was kommt als Nächstes für Labour?
Der Skandal hat schwerwiegende Mängel in den Überprüfungsprozessen der Regierung aufgedeckt und Fragen zu Starmers Urteilsvermögen aufgeworfen. Mehrere Labour-Abgeordnete hatten in den vergangenen Wochen bereits McSweeneys Rücktritt gefordert, was die wachsende Unzufriedenheit innerhalb der Partei widerspiegelt.
In seiner Reaktion auf McSweeneys Abgang lobte Starmer den Dienst seines ehemaligen Beraters und schrieb: 'Es war eine Ehre, Jahre mit ihm zusammengearbeitet zu haben. Er hat unsere Partei wieder auf die Beine gebracht. Es ist größtenteils seinem Einsatz, seiner Loyalität und seiner Führung zu verdanken, dass wir die Chance bekommen haben, dieses Land zu verändern.'
Während Buchmacher die Quoten für Starmers Rücktritt in diesem Jahr drastisch gesenkt haben und die Spannungen innerhalb der Partei zunehmen, steht der Premierminister vor der vielleicht größten Herausforderung seiner politischen Karriere. Die Wahlen im Mai 2026 für das schottische Parlament, das walisische Senedd und lokale Behörden in England stellen nun einen entscheidenden Test dar, ob Starmer diese Krise überleben kann.
Quellen
Independent: Morgan McSweeney tritt als Starmers Stabschef zurück
Sky News: Starmers Top-Berater Morgan McSweeney tritt zurück
Al Jazeera: Wie Epstein-Mandelson-Akten die britische Regierung erschütterten
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