Mandelson tritt nach Epstein-Enthüllungen aus Oberhaus zurück

Peter Mandelson verlässt das britische Oberhaus nach der Veröffentlichung von Dokumenten, die finanzielle Verbindungen zu Jeffrey Epstein und den möglichen Austausch vertraulicher Regierungsinformationen enthüllen. Die Polizei untersucht Fehlverhalten im Amt, während Premierminister Starmer plant, seinen Adelstitel per Gesetz zu entziehen.

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Britischer Polit-Veteran stürzt über Epstein-Verbindung

Peter Mandelson, der britische politische Veteran und ehemalige Labour-Strategist, hat seinen Sitz im Oberhaus aufgegeben, nachdem enthüllende Dokumente über seine Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt wurden. Der 72-jährige Politiker, der wegen seiner mediengerechten politischen Taktiken den Spitznamen 'Prinz der Finsternis' trägt, hat die parlamentarischen Behörden über seinen Rücktritt informiert, nur Stunden nachdem Downing Street Pläne für eine Gesetzgebung angekündigt hatte, um seinen Adelstitel zu entziehen.

Vernichtende Dokumente enthüllen finanzielle Verbindungen

Neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums zeigen, dass Mandelson zwischen 2003 und 2004 insgesamt 75.000 US-Dollar von Epstein erhielt, wobei Epstein 2010 weitere 10.000 US-Dollar an Mandelsons Partner schickte. Die Dokumente enthüllen auch, dass Mandelson eine warme Freundschaft mit dem Finanzier unterhielt, den er in E-Mails aus dem Jahr 2003 als 'meinen besten Kumpel' bezeichnete. Am schädlichsten sind die Hinweise, dass Mandelson während der Finanzkrise 2008 möglicherweise marktsensible Regierungsinformationen mit Epstein teilte, einschließlich Details über einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsplan, Stunden bevor dieser öffentlich angekündigt wurde.

Polizeiermittlungen und politische Konsequenzen

Die Metropolitan Police untersucht Vorwürfe von 'Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt' nach einer Überweisung durch das Cabinet Office. Premierminister Keir Starmer, dessen Regierung Mandelson bis zum letzten Jahr als Botschafter in Washington diente, erklärte, Mandelson habe 'sein Land enttäuscht' und nannte es 'lächerlich', dass Adelstitel nur durch ein Primärgesetz entzogen werden können.

Mandelson hatte bereits letzten Sonntag seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei gekündigt, als der Druck zunahm. Der ehemalige Wirtschaftsminister und EU-Handelskommissar, der eine Schlüsselrolle bei der Neuausrichtung von Labour als 'New Labour' unter Tony Blair spielte, steht nun vor dem größten Skandal seiner langen und kontroversen Karriere.

Epsteins Schatten über der britischen Politik

Diese Entwicklung markiert ein neues Kapitel im anhaltenden Epstein-Drama, das weiterhin mächtige Persönlichkeiten weltweit betrifft. Die im Januar 2026 vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente enthalten Millionen von Seiten Beweismaterial aus der Untersuchung von Epsteins Sexhandelsnetzwerk. Mandelson wird zur neuesten hochrangigen britischen Persönlichkeit, die mit Epstein in Verbindung gebracht wird, nachdem Prinz Andrew 2022 aus königlichen Pflichten ausgeschieden war.

Gemäß den parlamentarischen Regeln können lebenslange Peers gemäß dem House of Lords Reform Act 2014 aus dem Oberhaus austreten, aber die Entziehung eines Adelstitels selbst erfordert ein Gesetz des Parlaments – ein Prozess, den Starmers Regierung nun eingeleitet hat.

Mandelson hat jedes Fehlverhalten bestritten und die Authentizität einiger Dokumente in Frage gestellt, hat sich jedoch bei Epsteins Opfern entschuldigt und behauptet, er sei 'von einem charismatischen kriminellen Lügner getäuscht worden.' Sein Rücktritt aus dem Oberhaus bedeutet einen dramatischen Sturz für einen der einflussreichsten politischen Strippenzieher der letzten drei Jahrzehnte in Großbritannien.

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