Grammy-Künstler protestieren gegen Trumps Einwanderungspolitik

Künstler bei den Grammy Awards 2026 sprachen sich gegen Trumps Einwanderungspolitik aus. Bad Bunny, Billie Eilish und andere riefen zur Abschaffung von ICE auf. Trump drohte Moderator Trevor Noah mit einer Klage.

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Grammy Awards werden zur Bühne für politischen Protest

Die 68. Grammy Awards, die am 1. Februar 2026 stattfanden, entwickelten sich zu einem mächtigen Podium für politischen Protest, als zahlreiche prominente Künstler ihre Dankesreden und Auftritte auf dem roten Teppich nutzten, um sich gegen die Einwanderungspolitik des ehemaligen Präsidenten Donald Trump auszusprechen. In einer der politisch aufgeladensten Preisverleihungen der letzten Jahre machten Künstler wie Bad Bunny, Billie Eilish, Olivia Dean und Kehlani klare Statements für die Abschaffung der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE und setzten sich für Einwandererrechte ein.

Künstler beziehen Position

Bad Bunny, der als erster lateinamerikanischer Künstler Geschichte schrieb, indem er mit einem spanischsprachigen Album das Album des Jahres gewann, hielt eine kraftvolle Rede, in der er erklärte: 'Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.' Er beendete seine Dankesrede mit einer klaren Botschaft: 'ICE raus!' Die Worte des puerto-ricanischen Superstars hallten durch die Crypto.com Arena in Los Angeles und wurden mit tosendem Applaus belohnt.

Billie Eilish, Gewinnerin des Songs des Jahres, ging viral, als sie ihre Rede mit 'F*** ICE' beendete und zusammen mit ihrem Bruder Finneas 'ICE Out'-Anstecker trug. Olivia Dean, die als beste neue Künstlerin ausgezeichnet wurde, betonte ihren Einwanderungshintergrund und sagte, sie sei 'die Enkelin eines Einwanderers', und widmete ihren Preis all jenen, die für Einwandererrechte kämpfen.

Kulturjournalistin gibt Einordnung

Loeke de Waal, eine in Los Angeles ansässige niederländische Kulturjournalistin, die die Westküstenkultur für niederländische Medien wie NRC Handelsblad verfolgt, erläuterte die Bedeutung dieser Aussagen. 'Man sieht, dass es viel Vergeltung gegen Menschen gibt, die sich äußern,' bemerkte De Waal. 'Menschen bekommen Anwälte auf den Hals. Also setzt man schon etwas aufs Spiel.'

De Waal betonte, dass es trotz der wahrscheinlich politisch ähnlich gesinnten Grammy-Zuschauerschaft dennoch Mut erfordere, solche öffentlichen Standpunkte zu beziehen. 'Es spielt eine große Rolle, es wird für Amerikaner täglich ein größeres Thema,' beobachtete sie über das politische Klima. 'Es wird jetzt dringend, dass man sich äußert.'

Trumps Reaktion und rechtliche Drohungen

Die politischen Äußerungen blieben dem ehemaligen Präsidenten Trump nicht verborgen, der wütend auf seiner Truth Social-Plattform reagierte. Trump richtete sich speziell an Moderator Trevor Noah und drohte mit rechtlichen Schritten wegen Witzen, die der Comedian über Trumps angebliche Verbindungen zu Jeffrey Epstein machte. 'Trevor Noah ist ein totaler Verlierer,' schrieb Trump und fügte hinzu, er werde Noah auf 'viel' Geld verklagen.

Laut CNN-Berichten bestritt Trump, jemals Epsteins Insel besucht zu haben, und behauptete, eine Einladung abgelehnt zu haben. Die Kontroverse folgt auf die Veröffentlichung von mehr als 3 Millionen Seiten Epstein-bezogener Dokumente durch das Justizministerium, in denen auf Trump und den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton Bezug genommen wird.

Breitere kulturelle Bedeutung

De Waal erklärte, warum Musikkünstler im Allgemeinen vorsichtiger mit politischen Aussagen sind als ihre Hollywood-Kollegen. 'Alle Arten von Musik sind bei den Grammys vertreten. Auch Country, auch Jazz,' bemerkte sie. 'Und während die Oscars oder die Golden Globes hauptsächlich ein Hollywood-Event sind, erreicht Musik alle Seiten des politischen Spektrums.'

Die Journalistin wies darauf hin, dass Künstler, die sich zuvor in der polarisierten politischen Debatte geäußert hatten, Fans verloren, aber der Effekt in beide Richtungen wirken kann. 'Man sieht auch, dass Menschen auf der anderen Seite des politischen Spektrums manchmal doch zum Nachdenken gebracht werden,' erklärte De Waal. 'Also hat es letztendlich doch Einfluss.'

Dieser Einfluss ist genau der Grund, warum Trump sich darum kümmert, anstatt es zu ignorieren. 'Ja, es kann ihm durchaus etwas ausmachen,' schloss De Waal.

Die Grammy Awards 2026 markierten einen wichtigen Moment an der Schnittstelle von Unterhaltung und Politik und zeigten, wie Preisverleihungen sich zu Plattformen für sozialen Kommentar und politischen Protest entwickelt haben. Wie Time Magazine berichtete, folgten die politischen Äußerungen auf jüngste Proteste gegen ICE-Aktionen in Minneapolis, bei denen zwei Menschen von Bundesagenten tödlich erschossen wurden.

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