Strategiewechsel nach tödlichen Schüssen führt zu Kontroversen
In einer bedeutenden Politikänderung arbeitet die Trump-Regierung an einem Rückzugsplan für Immigration and Customs Enforcement (ICE)-Agenten in Minneapolis, wie Grenzbeauftragter Tom Homan mitteilte. Die Ankündigung folgt auf wochenlange Spannungen nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger durch Bundesagenten in der Stadt.
Homan, der nach Minneapolis entsandt wurde, um die Gemüter zu beruhigen, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass der mögliche Rückzug von der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden abhängt. 'Es werden auf diese Weise weniger Agenten benötigt,' erläuterte Homan und bezog sich dabei auf einen neuen Ansatz, bei dem ICE Meldungen von Bezirksgefängnissen über kriminelle Sicherheitsrisiken vor deren Entlassung erhalten würde. Dies ermögliche sicherere Festnahmen in Gefängniseinrichtungen anstelle von Straßeneinsätzen.
Veränderter Ton unter wachsendem Druck
Laut Jan Postma, Amerikakorrespondent von BNR Nieuwsradio, hat sich der Ton der Bundesbeamten deutlich verändert. 'Es war ein anderer Ton als das, was wir zuvor gehört haben,' bemerkte Postma und verwies auf Homans Anerkennung, dass die Bundesregierung ihre Mission in Minnesota nicht perfekt ausgeführt habe.
Homan koordiniert mit Gouverneur Tim Walz von Minnesota und Bürgermeister Jacob Frey von Minneapolis, obwohl das Ausmaß ihrer Zusammenarbeit unklar bleibt. Generalstaatsanwalt Keith Ellison von Minnesota bestritt Behauptungen über neue Vereinbarungen und erklärte, er habe in Gesprächen mit Bundesbeamten lediglich bestehende Landesgesetze skizziert.
Hintergrund: Tödliche Schüsse lösen nationale Empörung aus
Die Kontroverse entstand nach zwei tödlichen Schießereien im Januar 2026. Alex Pretti, eine 37-jährige Intensivpflegerin aus Illinois, und Renée Good, beide US-Bürger, wurden bei Konfrontationen mit Bundesagenten getötet. Diese Vorfälle fanden im Rahmen der Operation Metro Surge statt, bei der etwa 3.000 Bundesagenten nach Minneapolis entsandt wurden, was zu etwa 3.400 Festnahmen führte.
Die Schießereien lösten landesweite Proteste aus, bei denen Hunderte in Chicago und anderen Städten demonstrierten. Amateurvideos der Vorfälle verbreiteten sich viral, erreichten laut einer Quinnipiac-Umfrage 82 % der registrierten Wähler und schürten parteiübergreifende Kritik an den Durchsetzungsmethoden der Regierung.
Politischer Druck nimmt zu
Postma glaubt, dass der wachsende politische Druck den Ansatz der Regierung beeinflusst hat. 'Das hat Trump, denke ich, zum Nachdenken gebracht, dass es so nicht weitergehen kann,' bemerkte er und wies darauf hin, dass sogar einige republikanische Kongressabgeordnete trotz der hohen Schwelle, sich gegen den Präsidenten zu äußern, Kritik geäußert hätten.
Homan betonte, dass ICE-Agenten an professionelle Standards gebunden seien, und erklärte: 'Agenten versuchen, ihre Arbeit professionell zu erledigen. Tun sie das nicht, werden wir uns mit ihnen befassen.' Er fügte hinzu, dass Menschen, die Probleme mit der Einwanderungsdurchsetzung hätten, friedlich beim US-Kongress protestieren sollten, anstatt ICE-Agenten auf der Straße zu behindern.
Ungewisse Zukunft für Minneapolis-Einsätze
Obwohl sich der Ton geändert hat, warnt Postma, dass dies nicht automatisch praktische Veränderungen bedeute. 'Das können wir im Moment noch nicht mit Sicherheit sagen,' bemerkte er auf die Frage, ob Straßeneinsätze tatsächlich abnehmen werden.
Homan hat sich verpflichtet, bis zur Lösung des Problems in Minneapolis zu bleiben, und erklärte: 'Ich bin hierher gekommen, um Lösungen zu finden, und das werde ich hier tun.' Der Rückzugszeitplan bleibt von der fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Lokalbehörden abhängig, was die Einwohner von Minneapolis im Ungewissen darüber lässt, wann – oder ob überhaupt – die erhebliche Bundespräsenz tatsächlich abnehmen wird.
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