Verifizierte Todeszahl erreicht 6.126 in tödlichster iranischer Repression seit 1979
Die Menschenrechtsorganisation HRANA hat 6.126 Todesfälle in den jüngsten Protesten im Iran verifiziert. Dies markiert die tödlichste Phase staatlicher Gewalt seit der Islamischen Revolution von 1979. Die verifizierten Opfer umfassen 5.777 Demonstranten, 214 Sicherheitskräfte, 86 Kinder und 49 Zivilisten, die nicht protestierten. Menschenrechtsexperten befürchten jedoch, dass die tatsächliche Zahl der Toten erheblich höher liegen könnte. Mehr als 17.000 weitere Todesfälle werden untersucht, und mindestens 11.000 Menschen erlitten schwere Verletzungen.
Landesweite Repression und Informationssperre
Die Proteste, die am 28. Dezember 2025 als Demonstrationen gegen Rekordinflation und wirtschaftlichen Zusammenbruch begannen, entwickelten sich schnell zu landesweiten Anti-Regierungsbewegungen. Bis zum 8.-9. Januar 2026 gingen Millionen Menschen in allen 31 Provinzen auf die Straße – der größte Aufstand seit der Revolution.
'Dies stellt die tödlichste Repression gegen das iranische Volk seit der Revolution von 1979 dar,' sagten UN-Beamte in einer jüngsten Resolution des Menschenrechtsrats. Die iranische Regierung hält seit dem 8. Januar eine nahezu totale Internetsperre aufrecht, was den Informationsfluss stark einschränkt und eine unabhängige Überprüfung der Opfer extrem erschwert.
Internationale Reaktion und militärische Spannungen
Die Vereinigten Staaten haben auf die Krise mit einer militärischen Verstärkung in der Region reagiert. Die US-Flugzeugträgerkampfgruppe USS Abraham Lincoln ist im Nahen Osten eingetroffen, begleitet von drei Lenkwaffenzerstörern. Präsident Donald Trump drohte mit militärischen Maßnahmen, sollte Iran seine gewaltsame Unterdrückung der Demonstranten fortsetzen, und erklärte, jede amerikanische Reaktion würde frühere Angriffe auf iranische Nuklearanlagen 'wie Erdnüsse aussehen lassen.'
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian warnte, dass ein Angriff auf Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei 'einen totalen Krieg gegen den Iran' bedeuten würde, mit erheblichen regionalen Konsequenzen. Die Situation wird weiter durch das geschwächte regionale Netzwerk iranischer Verbündeter verkompliziert, darunter Milizen in Gaza, Libanon, Jemen, Syrien und Irak, die kürzlich Rückschläge erlitten haben.
Humanitäre Krise und Verhaftungen
Neben der erschütternden Zahl der Toten verschlechtert sich die Menschenrechtslage weiter. Seit Beginn der Proteste wurden über 41.000 Menschen festgenommen, mit Berichten über Folter, erzwungene Geständnisse und erzwungenes Verschwindenlassen aus Haftzentren. Medizinische Einrichtungen in Teheran und Shiraz sind mit verletzten Demonstranten überfordert, viele mit Schussverletzungen in lebenswichtigen Bereichen.
Amnesty International hat dokumentiert, dass Sicherheitskräfte unrechtmäßig tödliche Gewalt anwenden, darunter das direkte Beschießen von Köpfen und Torsos von Demonstranten mit Gewehren und Jagdgewehren, die mit Metallkugeln geladen sind. Die Organisation beschreibt dies als 'die tödlichste dokumentierte Repressionsphase seit Jahrzehnten.'
Ausblick
Der UN-Menschenrechtsrat hat kürzlich internationale Untersuchungen zu iranischen Menschenrechtsverletzungen verlängert und für die Fortsetzung des Mandats des UN-Sonderberichterstatters für den Iran und der Unabhängigen Internationalen Untersuchungsmission gestimmt. Die Resolution verurteilt die iranischen Menschenrechtsverletzungen und fordert Rechenschaft von den Tätern.
Obwohl die Proteste aufgrund der brutalen Unterdrückung weitgehend von den Straßen verschwunden sind, schwelt die Anti-Regierungsstimmung weiter. Angesichts sich verschlechternder wirtschaftlicher Bedingungen und zunehmenden internationalen Drucks bleibt die Lage im Iran äußerst volatil, mit Potenzial für weitere Eskalation sowohl im Inland als auch regional.
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