Iran gibt erstmals offizielle Zahl von 3.117 Toten bei Protesten zu

Irans Staatsfernsehen erkennt 3.117 Protesttote an, aber Menschenrechtsorganisationen melden mehr als 4.500 Tote bei der harten Niederschlagung landesweiter Demonstrationen.

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Irans Staatsfernsehen offenbart offizielle Todeszahl bei harter Niederschlagung

Zum ersten Mal seit den landesweiten Protesten Ende Dezember haben iranische Behörden eine Todeszahl bei der gewaltsamen Unterdrückung anerkannt. Das Staatsfernsehen gab bekannt, dass 3.117 Menschen während der Unruhen ums Leben kamen, wovon 2.427 als 'unschuldige Opfer' beschrieben werden. Die Zahlen stammen von der staatlich finanzierten Stiftung für Märtyrer und stellen eine bedeutende Anerkennung eines Regimes dar, das zuvor konkrete Opferzahlen vermied.

Die offizielle Zählung bleibt jedoch deutlich niedriger als Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen. Die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency (HRANA) meldet mindestens 4.519 Tote, mit mehr als 9.000 weiteren Fällen, die noch untersucht werden. 'Die Diskrepanz zeigt den Versuch der Regierung, das Ausmaß der Tragödie zu minimieren,' sagt Menschenrechtsanalystin Sarah Johnson, die die Situation aus Washington verfolgt.

Proteste, die das Land erschütterten

Die Demonstrationen begannen am 28. Dezember 2025, anfangs angefacht durch wirtschaftliche Missstände, darunter Rekordinflation, hohe Lebensmittelpreise und Währungsabwertung. Was als wirtschaftliche Proteste begann, entwickelte sich schnell zu einer breiteren Bewegung, die die Autorität der Islamischen Republik in Frage stellte und sich über alle 31 Provinzen des Irans ausbreitete. Bis zum 9. Januar 2026 waren Millionen auf die Straße gegangen, in dem, was als größter Aufstand seit der Islamischen Revolution von 1979 galt.

Die Regierung reagierte mit brutaler Unterdrückung, wobei ab dem 8. Januar landesweite Internet- und Telefonausfälle implementiert wurden. Sicherheitskräfte sollen scharfe Munition gegen Demonstranten eingesetzt haben, wobei Krankenhäuser in Teheran und Shiraz mit Opfern überfordert waren. Laut Wikipedia-Dokumentation waren an den Protesten verschiedene Gruppen beteiligt, darunter Basarhändler, Universitätsstudenten, Gewerkschaften und Oppositionsorganisationen.

Internationale Reaktionen und Spannungen

Die eskalierende Gewalt hat internationale Verurteilung hervorgerufen und die Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten erhöht. Der amerikanische Präsident Donald Trump warnte das iranische Regime davor, das Töten von Demonstranten zu stoppen und von Hinrichtungen von Festgenommenen abzusehen, wobei er erklärte, dass 'alle Optionen, einschließlich militärischer Aktionen, auf dem Tisch bleiben.'

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reagierte mit einer klaren Warnung: 'Das ist keine Drohung, sondern eine Realität, die ich explizit übermitteln muss. Eine Konfrontation wird die gesamte Region erfassen und Auswirkungen auf Menschen weltweit haben.' Er fügte hinzu, dass Teheran 'mit allem, was wir haben, zurückschlagen wird, wenn wir erneut angegriffen werden,' und bezog sich dabei auf den 12-tägigen Konflikt mit Israel im letzten Jahr.

Die Vereinten Nationen haben tiefe Besorgnis geäußert, wobei Generalsekretär António Guterres die iranischen Behörden aufforderte, die Meinungsfreiheit aufrechtzuerhalten und weitere Opfer zu verhindern. UN-Menschenrechtsexperten haben den Iran aufgefordert, 'den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und Raum für einen sinnvollen Dialog zu schaffen.'

Festnahmen und Angst vor Hinrichtungen

Neben der Todeszahl berichten Menschenrechtsorganisationen von massenhaften Verhaftungen. HRANA dokumentiert mindestens 26.000 Inhaftierungen, was Befürchtungen aufkommen lässt, dass einige Festgenommene hingerichtet werden könnten. Der Iran gehört historisch zu den Ländern mit den höchsten Hinrichtungsraten weltweit.

Am Samstag räumte Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei ein, dass 'Tausende gestorben sind,' gab jedoch den Vereinigten Staaten und Israel die Schuld und bezeichnete Demonstranten als 'terroristische Vertreter' der Erzfeinde des Irans. Diese Darstellung scheint darauf abzuzielen, die harte Reaktion sowohl für die inländische Öffentlichkeit als auch für die Sicherheitskräfte zu rechtfertigen.

Obwohl die Protestaktivität in den letzten Tagen nachgelassen zu haben scheint, bleibt eine unabhängige Überprüfung aufgrund des anhaltenden Internetausfalls schwierig. Der Informationsblackout hat es unmöglich gemacht, ein vollständiges Bild der aktuellen Umstände im Iran zu erhalten, was darauf hindeutet, dass das wahre Ausmaß der Tragödie möglicherweise viel größer ist, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen.

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