Der Iran erlebt landesweite Proteste aufgrund einer Wirtschaftskrise mit mindestens 16 Toten. Demonstrationen, ausgelöst durch 42% Inflation und eine Währungskrise, breiten sich auf 30 Städte aus und ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich, während die Regierung mit Unterdrückung reagiert.
Wirtschaftskrise im Iran führt zu landesweiten Protesten
Seit über einer Woche wird der Iran von weit verbreiteten Protesten erschüttert, bei denen Menschenrechtsorganisationen zufolge mindestens 16 Menschen getötet wurden. Was am 28. Dezember 2025 als Streik von Händlern im Großen Basar von Teheran begann, hat sich zu den größten regierungsfeindlichen Demonstrationen seit den Protesten um Mahsa Amini in den Jahren 2022-2023 entwickelt, die sich über mindestens 30 Städte des Landes erstrecken.
Wirtschaftliche Missstände schüren Demonstrationen
Die Proteste wurden zunächst durch eine Inflation ausgelöst, die im Dezember 2025 auf 42,2 % anstieg, kombiniert mit einem Rekordtief des Wechselkurses, bei dem der Iranische Rial etwa 1,45 Millionen für einen US-Dollar wert war. 'Wir können uns Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten,' sagte ein Teheraner Händler, der an den ersten Streiks teilnahm. 'Die Regierung redet über Atomprogramme, während unsere Kinder hungern.'
Laut der Wikipedia-Seite zu den iranischen Protesten 2025-2026 wurde die Wirtschaftskrise durch erneute UN-Sanktionen verschärft, die im September 2025 nach einer zehnjährigen Pause wieder in Kraft traten. Diese 'Snapback'-Sanktionen, die mit dem iranischen Atomprogramm zusammenhängen, haben die Wirtschaft des Landes schwer getroffen, insbesondere Händler, die von importierten Waren abhängig sind.
Menschenrechtsorganisationen dokumentieren Opfer
Zwei prominente Menschenrechtsorganisationen verfolgen die Gewalt. Die Hengaw Organization for Human Rights meldet mindestens 17 Todesfälle seit Beginn der Proteste, während das Human Rights Activists News Agency (HRANA) 16 Todesopfer dokumentiert. Beide Organisationen melden auch etwa 582 Festnahmen, obwohl diese Zahlen aufgrund von Regierungsbeschränkungen des Medienzugangs nicht unabhängig verifiziert werden können.
'Das Muster der Gewalt gegen Demonstranten folgt einem bekannten Drehbuch im Iran,' bemerkte ein Menschenrechtsforscher für den Nahen Osten. 'Sicherheitskräfte reagieren auf wirtschaftliche Proteste mit exzessiver Gewalt, was zu tragischem Verlust von Menschenleben führt.'
Internationale Reaktionen und Anschuldigungen
Die Proteste haben internationale Aufmerksamkeit erregt, insbesondere aus den Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump twitterte seine Unterstützung für die Demonstranten und sagte: 'Wenn der Iran nicht aufhört, Demonstranten zu töten, werden die Vereinigten Staaten ihnen zu Hilfe kommen. Wir sind bereit zum Handeln.' Diese Aussage wird von einigen Analysten als mögliche Interventionsdrohung interpretiert.
Iranische Beamte reagierten mit Widerstand. Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei erklärte, er werde 'sich nicht dem Feind beugen,' während Mitglieder des iranischen Sicherheitsrats die Vereinigten Staaten und Israel beschuldigten, die Proteste anzufachen. 'Dies ist eine ausländische Verschwörung, um unser Land zu destabilisieren,' behauptete ein Mitglied des Sicherheitsrats auf der Social-Media-Plattform X.
Breiterer Kontext des wirtschaftlichen Zusammenbruchs
Die aktuellen Proteste finden vor dem Hintergrund einer schweren wirtschaftlichen Verschlechterung statt. Laut einer Analyse der Deutschen Welle wird die Inflation im Iran im Jahr 2026 voraussichtlich über 40 % bleiben, nach einer Inflation von 42,4 % im Jahr 2025. Die Währung hat in nur sechs Monaten etwa die Hälfte ihres Wertes verloren, was die Kaufkraft der einfachen Iraner zerstört.
Dieser wirtschaftliche Zusammenbruch wird durch Umweltprobleme wie Wasserknappheit und schwere Luftverschmutzung in Teheran verschärft. Auch politische Unsicherheit droht mit Fragen zur Gesundheit des 86-jährigen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei und möglichen Nachfolgefragen.
Historische Muster des Protests
Die aktuelle Welle der Unruhen folgt auf frühere Proteste im Jahr 2025, darunter landesweite Streiks von Krankenschwestern, Bauern, Arbeitern, Bäckern, Lkw-Fahrern und Taxifahrern im Mai 2025. Diese früheren Proteste waren Reaktionen auf steigende Versicherungsprämien, schlechte Straßensicherheit, hohe Kraftstoffpreise und niedrige Frachtraten.
Wie in der Wikipedia-Seite zu den iranischen Protesten im Mai 2025 dokumentiert, betrafen diese Streiks über 155 Städte und führten zu erheblichen Versorgungsengpässen, was den anhaltenden wirtschaftlichen Druck auf die iranische Gesellschaft zeigt.
Was kommt als Nächstes?
Während die Proteste in ihre zweite Woche gehen, beobachten Analysten mehrere wichtige Entwicklungen. Die Reaktion der Sicherheitskräfte, mögliche internationale Interventionen und ob die Regierung sinnvolle wirtschaftliche Zugeständnisse macht, werden den Verlauf der Unruhen bestimmen. Da sowohl Demonstranten als auch Regierungsbeamte keine Anzeichen eines Rückzugs zeigen, steht der Iran vor einem entscheidenden Moment, der seine politische und wirtschaftliche Zukunft neu gestalten könnte.
'Die Menschen haben ihren Bruchpunkt erreicht,' bemerkte ein iranischer Ökonom im Ausland. 'Wenn man wirtschaftliche Verzweiflung mit politischer Unterdrückung kombiniert, schafft man Bedingungen für anhaltende Unruhen. Die Reaktion der Regierung in den kommenden Tagen wird entscheidend sein.'
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